New York: Ölpreis belastet Dow weiter - Meta-Rally an Nasdaq
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 16:41 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVor allem leiden die Standardwerte im frühen Handel ungebrochen unter weiter gestiegenen Ölpreisen, die bei den Anlegern die Inflations- und Zinssorgen hochhalten. Gute Nachrichten im Tech-Sektor gab es allerdings von Meta US30303M1027 mit der Einführung des KI-Agenten "Muse".
Nach etwa einer Handelsstunde gab der Dow Jones Industrial US2605661048 um 0,6 Prozent auf 52.489 Punkte nach. Der Leitindex der Wall Street erreichte sein niedrigstes Niveau seit Ende Juli. Für den breiter aufgestellten S&P 500 US78378X1072 ging es um 0,3 Prozent auf 7.654 Punkte bergab. Wie schon am Vortag zeigte sich der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 robuster. Er lag zuletzt mit 29.501 Punkten nur hauchdünn im Minus.
Meta sorgte an der Nasdaq-Börse mit einem Kurssprung um fast fünf Prozent für Aufsehen. Der von dem Facebook-Mutterkonzern vorgestellte KI-Agent trieb auch andere KI-Profiteure an, die vermehrt aus den Chip- und Speicherbereichen kommen. Mit seinem KI-Agenten "Gemini" bereits erfolgreich ist der Google-Mutterkonzern Alphabet US02079K3059, dessen Papiere nun mehr als zwei Prozent verloren.
Meta sei gut positioniert, um mit "Muse" bei Verbrauchern Erfolge zu feiern, hieß es am Markt in ersten Stimmen. Ein Experte von Mizuho Securities schrieb, der KI-Agent markiere einen bedeutenden Produktzyklus, der im Aktienkurs noch nicht eingepreist sei. Investoren wollten eine Rendite für Metas KI-Investitionen sehen, und dies sei jetzt "ein wesentlicher Schritt in diese Richtung".
Gefragt waren auch US-Ölwerte wie Chevron US1667641005 oder ExxonMobil US30231G1022, weil die Ölpreise am Mittwoch angesichts neuer gegenseitiger Angriffe am persischen Golf weiter zulegten. Ein Fass Rohöl der Nordsee-Referenzsorte Brent zur Auslieferung im November kostete erstmals seit Juli wieder mehr als 100 US-Dollar. Das US-Militär zerstörte fünf iranische Rohöltanker - nach eigenen Angaben als Vergeltung für Teherans Angriffe.
Experten glauben, dass vor diesem Hintergrund der am Donnerstag anstehende EZB-Zinsentscheid und die am Freitag erwarteten US-Inflationsdaten in ihrer Bedeutung noch brisanter werden. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) geht der Markt fest von einer Zinserhöhung aus. Wenn die Fed im September entscheidet, liegt die Markterwartung einer Straffung derzeit bei etwa 60 Prozent.
Unter den amerikanischen Nebenwerten gab es einige größere Kursausschläge nach unten. So sackten die Aktien des Einzelhändlers Casey's US1475281036 um 17 Prozent ab. Die Quartalszahlen des Betreibers von Mischwaren-Geschäften waren hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Noch schlimmer erging es aber den Anlegern von ServiceTitan US81764X1037 mit einem Kurseinbruch um mehr als 30 Prozent. Das Softwareunternehmen gab eine Umsatzprognose für das laufende Quartal ab, die die Anleger enttäuschte. In ersten Stimmen dazu hieß es, die Skalierung eines KI-Agenten verlangsame sich.
