ROUNDUP, USA

USA erwÀgen Truppenreduzierung in Deutschland

30.04.2026 - 06:35:08 | dpa.de

Die USA prĂŒfen nach Aussage von PrĂ€sident Donald Trump eine mögliche Truppenreduzierung in Deutschland.

Eine Entscheidung solle in KĂŒrze getroffen werden, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Die AnkĂŒndigung folgt auf Trumps deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz, weil dieser sich kritisch ĂŒber die US-Offensive gegen den Iran geĂ€ußert hatte. "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", hatte Trump am Dienstag mit Blick auf Merz (CDU) auf seiner Plattform Truth Social geschrieben. Es sei kein Wunder, "dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!". Er warf dem Kanzler vor, damit einverstanden zu sein, dass der Iran ĂŒber Atomwaffen verfĂŒge.

Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht. Aktuell sind nach Angaben des US-MilitĂ€rs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert - davon rund 39.000 in Deutschland. Die Zahl verĂ€ndert sich regelmĂ€ĂŸig, auch wegen Rotationen und Übungen.

Merz vor Wochen: Trump will an US-PrÀsenz in Deutschland festhalten

Noch im MÀrz hatte Trump dem Bundeskanzler nach dessen Angaben zugesagt, dass die USA an ihrer TruppenprÀsenz in Deutschland festhalten wollten. "Das ist eine gute Nachricht, die ich aber auch anders nicht erwartet habe", sagte der CDU-Vorsitzende in Washington nach einem Treffen mit Trump.

Angesichts der kritischen Grundhaltung von Trump gegenĂŒber Europa war zuvor spekuliert worden, dass der PrĂ€sident US-Soldaten auch aus Deutschland abziehen könnte. Ob Trump zugesagt hat, dass das US-Kontingent in bisherigem Umfang erhalten bleibt, sagte Merz nicht.

Im Sommer vergangenen Jahres - bei einem frĂŒheren Besuch von Merz in Washington - machte Trump Deutschland auch persönlich Hoffnung, die dort stationierten US-Soldaten in bisheriger TruppenstĂ€rke zu belassen. Auf die Frage einer Reporterin, ob er die US-Truppen in Deutschland lassen werde, sagte er: "Ja, wir werden darĂŒber reden." Wenn Deutschland die amerikanischen Soldaten dort haben wolle, sei er dazu bereit. "Ja, das werden wir tun. Das ist kein Problem."

Dutzende große US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte in Europa

In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte, die bei den weltumspannenden EinsĂ€tzen der Amerikaner - etwa im Nahen Osten - von enormer Bedeutung sind: Hier sind Truppen, Waffen, Schiffe und Flugzeuge stationiert, es werden Drohnen gesteuert oder auch Verletzte versorgt. In Deutschland gehören dazu das US-Oberkommando fĂŒr Europa (EUCOM) in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz. Weitere wichtige StĂŒtzpunkte unterhalten die USA in Italien und in Großbritannien.

Der US-Kongress hatte Ende 2025 einen Sicherheitsmechanismus beschlossen: So darf die Gesamtzahl der StreitkrĂ€fte, die dauerhaft im ZustĂ€ndigkeitsbereich des Europa-Kommandos sind, nicht lĂ€nger als 45 Tage unter 76.000 liegen. Danach mĂŒssten bestimmte Berichtswege eingehalten werden, um eine Verringerung anzustrengen.

Wie es um das VerhÀltnis von Merz und Trump bestellt ist

Nimmt man Trumps jĂŒngste Äußerungen zum Maßstab, scheint das persönliche VerhĂ€ltnis zu Merz an einem neuen Tiefpunkt angelangt zu sein. Merz trat diesem Eindruck aber am Mittwoch entgegen. "Das persönliche VerhĂ€ltnis zwischen dem amerikanischen PrĂ€sidenten und mir ist - jedenfalls aus meiner Sicht - unverĂ€ndert gut", sagte er. "Wir sind nach wie vor in guten GesprĂ€chen miteinander."

Warum Merz die US-Regierung kritisierte

Über Monate pflegten der Bundeskanzler und der US-PrĂ€sident ein recht gutes VerhĂ€ltnis zueinander. Zuletzt stimmte Merz allerdings einen neuen Ton an und kritisierte Washington öffentlich. So warf er der US-Regierung vor, keine Exit-Strategie fĂŒr den Iran-Krieg zu haben. "Weil die Iraner offensichtlich stĂ€rker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich ĂŒberzeugende Strategie haben", sagte er bei einer Diskussion mit SchĂŒlern in Marsberg im Sauerland.

"Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang. Wir haben das im Irak gesehen", sagte der Bundeskanzler weiter. Die Amerikaner seien im Iran "ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen". Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. "Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln - oder eben sehr geschickt nicht verhandeln", sagte Merz. "Da wird eine ganze Nation gedemĂŒtigt durch die iranische StaatsfĂŒhrung."

Trump ist auch auf andere EuropÀer nicht gut zu sprechen

Merz ist nicht der erste Spitzenpolitiker in Europa, den Trump massiv attackiert. So sind auch der britische Premierminister Keir Starmer und der französische PrÀsident Emmanuel Macron bei dem Republikaner in Ungnade gefallen. Zuletzt krachte es nach der Kritik des US-PrÀsidenten am Papst sogar zwischen ihm und der italienischen MinisterprÀsidentin Giorgia Meloni.

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