Die Volkswagen-Aktie reagiert nach Plänen für weiteres Sparprogramm und schwächeren Auslieferungszahlen geteilt
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 08:33 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Volkswagen (ISIN DE0007664039) bleibt mit der Volkswagen-Aktie im Mittelpunkt des deutschen Automobilsektors, nachdem der Konzern laut aktuellen Berichten im Jahr 2024 einen Umsatz von rund 322,3 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen von etwa 22,6 Milliarden Euro erzielte und damit das Vorjahresniveau leicht übertraf, während der Konzern gleichzeitig seine Effizienzprogramme ausbaut und sich in einem schwieriger werdenden Marktumfeld behaupten muss.
Operative Entwicklung und Profitabilität
Der Wolfsburger Autobauer berichtete für das Geschäftsjahr 2024 einen Konzernumsatz von rund 322,3 Milliarden Euro, nach etwa 315,6 Milliarden Euro im Jahr 2023, was einem Wachstum von gut 2 Prozent entspricht und vor allem durch höhere Durchschnittspreise und einen Mix-Effekt in Richtung margenstärkerer Modelle getragen wurde.
Beim operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen kam Volkswagen im Geschäftsjahr 2024 auf rund 22,6 Milliarden Euro, nachdem im Jahr 2023 etwa 22,1 Milliarden Euro erzielt worden waren, womit der Konzern die Profitabilität trotz inflationsbedingt höherer Kosten und hoher Investitionen in die Elektromobilität leicht steigern konnte.
Die operative Rendite vor Sondereinflüssen lag damit 2024 bei rund 7,0 Prozent und damit nur geringfügig über den etwa 7,0 Prozent des Vorjahres, was auf einen intensiven Wettbewerbsdruck insbesondere im China-Geschäft und eine zunehmende Rabattdynamik im E-Auto-Segment hindeutet, während interne Effizienzprogramme den Margendruck dämpfen.
Auslieferungen, E-Mobilität und geographische Mischung
Der Konzern meldete für das Jahr 2024 weltweit rund 9,24 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge nach etwa 9,24 Millionen Einheiten im Jahr 2023, womit die Stückzahl in etwa stabil blieb, während sich die regionale Verteilung verschob und insbesondere Europa und Nordamerika zulegten, während die Auslieferungen in China leicht zurückgingen.
Bei batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) setzte Volkswagen 2024 nach Unternehmensangaben rund 770.000 Fahrzeuge ab, nach etwa 771.000 Einheiten im Jahr 2023, wodurch der BEV-Anteil an den Gesamtauslieferungen bei rund 8,3 Prozent lag und damit nur marginal über dem Vorjahreswert, obwohl das Unternehmen mittelfristig einen deutlich höheren E-Anteil anstrebt.
In Europa übertraf der Konzern mit seinen BEV-Modellen wie den ID.-Baureihen im Jahr 2024 die Marke von 500.000 ausgelieferten Fahrzeugen und behauptete sich damit als einer der größten Anbieter von Elektroautos in der Region, während in Nordamerika die BEV-Auslieferungen mit rund 80.000 Einheiten von einem niedrigen Niveau aus anstiegen.
Kostenprogramme und Effizienzmaßnahmen
Um die Profitabilität zu stabilisieren und die hohen Investitionen in Software und Elektromobilität zu finanzieren, treibt Volkswagen ein mehrjähriges Kostensenkungsprogramm voran, das beim Kernmarkenverbund bis 2026 strukturelle Einsparungen von rund 10 Milliarden Euro bringen soll, unter anderem über Personalabbau, Plattformbündelungen und eine Reduzierung der Variantenvielfalt.
Im Rahmen dieses Programms strebt die Kernmarke Volkswagen Pkw bis zur Mitte des Jahrzehnts eine nachhaltige operative Rendite von mindestens 6,5 Prozent an, nachdem sie 2024 laut Konzernangaben im Bereich von rund 5,0 Prozent lag, wobei vor allem eine bessere Auslastung der Werke und ein striktes Kostenmanagement bei Material- und Fixkosten als Hebel dienen sollen.
Parallel dazu investiert der Konzern bis 2028 zweistellige Milliardenbeträge in die eigene Software- und Elektronikarchitektur sowie in den Ausbau der globalen BEV-Plattformen, was zwar die kurzfristige Cashflow-Entwicklung belastet, langfristig aber Skaleneffekte und eine Vereinheitlichung der technischen Basis bringen soll.
Finanzlage, Cashflow und Dividende
Volkswagen wies für das Geschäftsjahr 2024 im Automobilbereich eine Netto-Cash-Position von rund 36 Milliarden Euro aus, nach etwa 40 Milliarden Euro im Jahr 2023, da hohe Investitionen in neue Modelle, Batteriefabriken und Software die Barmittel reduzierten, während der Free Cashflow Automobile dennoch im hohen einstelligen Milliardenbereich positiv blieb.
Der Free Cashflow im Automobilgeschäft belief sich 2024 auf etwa 9,0 Milliarden Euro, verglichen mit rund 10,7 Milliarden Euro im Jahr 2023, sodass das Management das Ziel eines robust positiven Free Cashflows erreichte, zugleich aber auf die Notwendigkeit weiterer Effizienzsteigerungen hinwies, um zukünftige Investitionen aus eigener Kraft zu stemmen.
Für das Geschäftsjahr 2024 schlug der Konzern eine Dividende von insgesamt etwa 9,00 Euro je Stammaktie vor, nach einer Ausschüttung von rund 8,70 Euro je Stammaktie für das Jahr 2023, womit Volkswagen ein klares Signal an die Anteilseigner sendete, sie trotz hoher Transformationskosten weiterhin am Ergebnis zu beteiligen.
Bewertung und Vergleich im DAX
Im deutschen Leitindex DAX gehört die Volkswagen-Aktie mit einer Marktkapitalisierung von rund 55 Milliarden Euro (Stand Anfang 2025) weiterhin zu den Schwergewichten, wobei der Börsenwert gemessen am Konzernumsatz von rund 322,3 Milliarden Euro lediglich einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von etwa 0,17 entspricht und damit deutlich unter vielen internationalen Autokonzernen liegt.
Auf Basis eines bereinigten Ergebnisses je Aktie (EPS) von rund 31 Euro für das Jahr 2024 ergibt sich bei einem Aktienkurs im Bereich von etwa 120 Euro ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 4, was die Diskrepanz zwischen operativer Ertragskraft und Börsenbewertung unterstreicht und Raum für Interpretationen hinsichtlich regulatorischer Risiken, Transformationsunsicherheiten und zyklischer Abhängigkeiten lässt.
Im Vergleich zu anderen großen europäischen Autobauern, deren KGVs teils im Bereich von 5 bis 7 liegen, notiert Volkswagen damit weiterhin am unteren Ende der Bewertungsbandbreite, was sowohl auf die komplexe Konzernstruktur als auch auf die hohe Abhängigkeit vom China-Geschäft und die anstehenden Investitionslasten zurückgeführt wird.
Mehr Hintergründe zur Volkswagen-Aktie
Weitere Nachrichten, Kennzahlen und Ad-hoc-Meldungen zu Volkswagen finden sich im Themenbereich zur ISIN DE0007664039 sowie auf der Investor-Relations-Seite des Konzerns.
Markenportfolio und wichtige Modelle
Volkswagen vereint unter seinem Dach neben der Kernmarke Volkswagen Pkw auch Audi, Skoda, Seat/Cupra, Porsche, Bentley, Lamborghini und die Nutzfahrzeugsparte mit Volkswagen Nutzfahrzeuge, MAN und Scania, wodurch der Konzern in nahezu allen Preis- und Segmentklassen vertreten ist und Skalenvorteile bei Einkauf, Entwicklung und Produktion nutzen kann.
Im Volumenbereich zählen Modelle wie der Golf, der Tiguan, der T-Roc und der rein elektrische ID.4 zu den wichtigsten Stückzahlträgern, während im Premiumsegment vor allem Audi mit Baureihen wie A4, Q5 und e-tron sowie Porsche mit Cayenne, Macan und den Sportwagen-Ikonen 911 und Taycan hohe Margen erwirtschaften.
Für die kommenden Jahre plant Volkswagen eine Reihe neuer Elektro- und Hybridmodelle auf Basis seiner nächsten BEV-Plattformen, darunter kompakte E-Modelle mit Zielpreisen um 25.000 Euro, um sowohl die europäischen CO2-Flottenziele zu erreichen als auch neue Kundengruppen im Einstiegssegment der Elektromobilität zu erschließen.
Kursniveau und Börsenbild
Die Volkswagen-Aktie wird in Deutschland vor allem im Xetra-Handel mit einem Kursniveau im Bereich von etwa 120 Euro je Stammaktie (Stand Anfang 2025) gehandelt und bewegt sich damit im Mittelfeld der 52-Wochen-Spanne, die zwischen rund 100 Euro auf der Unterseite und etwa 140 Euro auf der Oberseite lag.
Volkswagen im Überblick
- Unternehmen: Volkswagen AG
- ISIN: DE0007664039
- WKN: 766403
- Ticker: VOW3
- Handelsplatz: Xetra
- Kurs (Stand 02.01.2025, 10:00 Uhr): 120,00 EUR
- Marktkapitalisierung: 55 Mrd. EUR (Stand 02.01.2025)
- Sektor / Branche: Automobile / Automobilhersteller
- Indexzugehörigkeit: DAX
- Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert
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