Trump verkĂŒndet VerlĂ€ngerung der Waffenruhe im Libanon
24.04.2026 - 06:19:59 | dpa.deDas teilte er nach einem Treffen von Vertretern der verfeindeten NachbarlĂ€nder Israel und Libanon im WeiĂen Haus auf seiner Plattform Truth Social mit. Die derzeit geltende, zehntĂ€gige Waffenruhe wĂ€re ohne eine VerlĂ€ngerung am spĂ€ten Sonntagabend ausgelaufen. Die Hisbollah-Miliz Ă€uĂerte sich zunĂ€chst nicht dazu.
Trump kĂŒndigt Treffen mit Netanjahu und Aoun an
"Die Vereinigten Staaten werden mit dem Libanon zusammenarbeiten, um ihm dabei zu helfen, sich vor der Hisbollah zu schĂŒtzen", sagte Trump. Ins Auge nehme er dabei auch die Finanzierung der Miliz durch den Iran, sagte er auf eine Reporterfrage. Solange der Iran die Hisbollah finanziere, werde es keine Vereinbarung im Iran-Krieg geben. "Das ist ein Muss", sagte Trump.
Zudem werde er in naher Zukunft den israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu und den libanesischen PrĂ€sidenten Joseph Aoun empfangen. Er plane, das Treffen noch wĂ€hrend der verlĂ€ngerten Waffenruhe stattfinden zu lassen. Das vorangegangene Treffen im WeiĂen Haus nannte Trump historisch. Auf US-Seite waren ihm zufolge neben VizeprĂ€sident JD Vance und AuĂenminister Marco Rubio auch die US-Botschafter in Israel und im Libanon dabei. Zudem waren Israels Botschafter in den USA, Jechiel Leiter, sowie die libanesische Botschafterin Nada Hamadeh Moawad anwesend.
Seltenes Treffen in Washington
Bereits vergangene Woche hatte es in Washington direkte Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon gegeben: Deren Botschafter in den USA kamen im US-AuĂenministerium zu GesprĂ€chen zusammen - das erste Treffen dieser Art seit Jahrzehnten. Der Libanon will den Einfluss der Hisbollah im Land eindĂ€mmen und ist auch keine aktive Konfliktpartei im Krieg der Miliz mit Israel. Die libanesische Regierung hatte den Druck auf die Hisbollah zuletzt erhöht.
Im SĂŒdlibanon gibt es trotz der Waffenruhe weiter tödliche ZwischenfĂ€lle. In der aktuellen Waffenruhe-Vereinbarung heiĂt es, Israel solle zwar "offensive" EinsĂ€tze gegen Ziele im Libanon unterlassen. Das Land darf sich demnach aber gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen. Beide Seiten werfen sich VerstöĂe gegen das Abkommen vor.
Trump: Israel wird "vorsichtig" vorgehen
Trump unterstrich im WeiĂen Haus das Recht Israels, sich selbst zu verteidigen. "Aber sie werden dabei vorsichtig vorgehen, und sie werden dabei prĂ€zise vorgehen", sagte Trump. Kurz zuvor war Israel nach Angaben der Armee erneut unter Beschuss aus dem Libanon geraten. Die Luftabwehr habe die Geschosse abgefangen. Die Abschussrampe sei daraufhin bombardiert worden, hieĂ es in der Nacht. Zuvor seien drei "Hisbollah-Terroristen" ausgeschaltet worden, die erfolglos eine Rakete auf ein israelisches MilitĂ€rflugzeug gefeuert hĂ€tten.
Israel strebt nach Worten Netanjahus ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon an sowie eine Entwaffnung der Hisbollah. Die libanesische Regierung will eine dauerhafte Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem SĂŒden des Landes erreichen. Die Hisbollah weigert sich bisher aber, die Waffen abzugeben, und Israels Truppen sind seit anderthalb Jahren im sĂŒdlichen Libanon stationiert - bisher ohne Aussicht auf einen raschen Abzug. Ein umfassendes Friedensabkommen ist deshalb fraglich.
Kurz vor Trumps AnkĂŒndigung hatte der ranghohe Hisbollah-FunktionĂ€r Mahmud Komati gegenĂŒber lokalen TV-Sendern Vertretern der libanesischen Regierung das Recht abgesprochen, mit Israel Verhandlungen ĂŒber ein Ende der KĂ€mpfe zu fĂŒhren. Direkte Verhandlungen bedeuteten die Anerkennung eines Feindes, "der unsere Menschen tötet". UnabhĂ€ngig vom Ergebnis der Verhandlungen werde man eine weitere "Besatzung" Israels im SĂŒdlibanon nicht akzeptieren", sagte Komati. "Endet die Waffenruhe, wird der Krieg ohne zeitliche Begrenzung weitergefĂŒhrt", so das Mitglied des PolitbĂŒros der Miliz.
Libanon: "Können nicht mit Pufferzone leben"
Libanons MinisterprĂ€sident Nawaf Salam drĂ€ngte die US-Regierung, den Druck auf Israel mit Blick auf dessen Bodentruppen im SĂŒdlibanon zu erhöhen. Der Libanon könne keinerlei Abkommen unterzeichnen, das keinen "vollstĂ€ndigen Abzug" der israelischen Truppen beinhalte, sagte Salam der "Washington Post". Man könne "nicht mit einer sogenannten Pufferzone leben", bei der Anwohner nicht in ihre HĂ€user im SĂŒden zurĂŒckkehren könnten.
Israel spricht von einer "Sicherheitszone", die Nordisrael vor Hisbollah-Angriffen schĂŒtzen soll. Dieses etwa zehn Kilometer breite Gebiet soll nach Worten Netanjahus vom Mittelmeer bis zur syrischen Grenze reichen. Kritiker sprechen von einer illegalen Besatzung und möglichen Kriegsverbrechen. So hat Israels Armee im SĂŒden BrĂŒcken und StraĂen, nach israelischen Berichten aber auch HĂ€user systematisch mit Bulldozern zerstört.
KÀmpfe hÀngen eng mit Iran-Krieg zusammen
Der Krieg im Libanon hĂ€ngt eng mit dem Iran-Krieg zusammen, weil der Iran der wichtigste UnterstĂŒtzer der Hisbollah ist und die Miliz auch im Interesse von oder auf Weisung aus Teheran handelt. Als Reaktion auf die Tötung des obersten FĂŒhrers des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, bei einem Luftangriff nahm auch die Hisbollah Anfang MĂ€rz den Beschuss Israels wieder auf. Dabei gab es Tote. Die israelische Luftwaffe reagierte mit massiven Luftangriffen, bei denen mehr als 2.000 Menschen getötet und etwa 1,2 Millionen vertrieben wurden.
Auch im Iran-Krieg hat Trump kĂŒrzlich eine geltende Waffenruhe kurz vor deren Ablauf einseitig verlĂ€ngert. Die Waffen sollen demnach schweigen, bis Teheran mit einem geeinten Vorschlag an den Verhandlungstisch kommt. Ob dies passiert, bleibt abzuwarten. Beide Seiten drohten, sie seien bereit, die KĂ€mpfe wieder aufzunehmen. Die USA stocken vor diesem Hintergrund ihre MilitĂ€rprĂ€senz in der Region mit einem dritten FlugzeugtrĂ€ger weiter auf.
USA ziehen dritten FlugzeugtrÀger in Nahost zusammen
Die "USS George H.W. Bush" befinde sich jetzt im Indischen Ozean, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf X mit. Das letzte Mal, dass die USA drei FlugzeugtrÀger im ZustÀndigkeitsbereich von Centcom hatten, sei 2003 gewesen, als die USA sich auf die Invasion im Irak vorbereiteten, zitierte das "Wall Street Journal" einen US-Beamten.
Trump hatte eine Ăffnung der von Teheran weitgehend blockierten StraĂe von Hormus zur Bedingung fĂŒr die Waffenruhe gemacht, wĂ€hrend er zugleich an der eigenen Blockade iranischer HĂ€fen festhĂ€lt. Trump wies die Marine seines Landes nun an, alle Schiffe zu beschieĂen und zu versenken, die Minen in der fĂŒr den globalen Ălhandel wichtigen Meerenge ausbringen wĂŒrden.
Minensuchboote wĂŒrden die StraĂe von Hormus zugleich noch intensiver von Sprengkörpern sĂ€ubern, schrieb Trump auf Truth Social. Das US-Nachrichtenportal "Axios" zitierte einen US-Beamten und eine weitere Quelle, wonach die Marine der iranischen Revolutionsgarden diese Woche dort weitere Minen verlegt habe.
Israel zur Wiederaufnahme des Iran-Krieges bereit
Israel ist laut Verteidigungsminister Israel Katz "bereit, den Krieg gegen den Iran wieder aufzunehmen". Sein Land warte auf grĂŒnes Licht aus den USA, sagte er nach Angaben seines BĂŒros vom Donnerstagabend bei einer Lagebeurteilung. Die Ziele seien bereits festgelegt. Es gehe unter anderem darum, die Familien-"Dynastie" des neuen obersten FĂŒhrers Modschtaba Chamenei, Sohn des getöteten Ajatollahs Ali Chamenei, endgĂŒltig zu zerschlagen.
Weiteres Ziel sei die Zerstörung der wirtschaftlichen Infrastruktur, einschlieĂlich Energie- und Stromanlagen. Katz sprach davon, den Iran "in die Steinzeit" zurĂŒckzuversetzen. Trump hatte sich vor Wochen Ă€hnlich ausgedrĂŒckt.
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