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Europa Schluss: Erholung - EuroStoxx bricht auf Monatssicht ein

31.03.2026 - 19:09:28 | dpa.de

Die wichtigsten europÀischen Börsen haben sich am Dienstag etwas weiter von ihren Verlusten im Zuge des Iran-Kriegs erholt.

Die Optimisten am Markt klammern sich aktuell an die Hoffnung, dass der Krieg im Nahen Osten bald enden könnte. Laut dem "Wall Street Journal" soll sich US-PrĂ€sident Donald Trump gegenĂŒber seinen Beratern bereit erklĂ€rt haben, den Krieg zu beenden. Dies solle geschehen, selbst wenn die strategisch wichtige Straße von Hormus weiterhin weitgehend gesperrt bleibe.

Der EuroStoxx 50 EU0009658145 gewann 0,50 Prozent auf 5.569,73 Punkte. Auf Monatssicht ergibt dies ein Minus von 9,3 Prozent. Das ist der grĂ¶ĂŸte Einbruch seit MĂ€rz 2020, als die Corona-Pandemie die MĂ€rkte auf Talfahrt geschickt hatte.

In ZĂŒrich stieg der SMI CH0009980894 am Dienstag um 0,85 Prozent auf 12.776,79 Punkte. FĂŒr den britischen FTSE 100 GB0001383545 (?Footsie?) ging es um 0,48 Prozent auf 10.176,45 Punkte nach oben.

Das GeschĂ€ft verlief mit angezogener Handbremse. "Die Stimmung der Anleger pendelt weiter zwischen der Angst, eine Erleichterungsrally zu verpassen, und den BefĂŒrchtungen einer erneuten Eskalation hin und her", schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets

Zur Vorsicht mahnen derzeit die möglichen Folgen eines lĂ€ngeren Konflikts im Iran und anhaltend hoher Ölpreise. "Mit dem starken Anstieg der Energiepreise wĂ€chst die BefĂŒrchtung, dass die Weltwirtschaft in eine stagflationĂ€re Phase geraten könnte, also in eine Zeit schwachen Wachstums bei gleichzeitig hoher Inflation", gab Duncan Lamont, Leiter Strategic Research bei der Fondsgesellschaft Schroders, zu bedenken. "FĂŒr den Aktienmarkt ist das im historischen Mittel das ungĂŒnstigste Szenario."

Aus Branchensicht waren Finanzdienstleister EU0009658848 mit plus 1,7 Prozent stark gefragt. Hier stĂŒtzten die Gewinne des Schwergewichts UBS CH0244767585 in Höhe von 4 Prozent. Das Institut kann laut einem Medienbericht auf politische UnterstĂŒtzung bei den PlĂ€nen rund um schĂ€rfere Kapitalvorschriften hoffen. FĂŒhrende schweizerische Parlamentarier hĂ€tten versichert, dass sie einen Kompromiss zu den PlĂ€nen des Bundesrats vorschlagen wĂŒrden, schrieb die "Financial Times" (FT) unter Berufung auf Insider. UBS wollte den Bericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP nicht kommentieren.

FĂŒr die Anteilscheine von DocMorris CH0042615283 ging es um fast 13 Prozent nach oben. Börsianer verwiesen vor allem auf Eindeckungen von LeerverkĂ€ufen zum Quartalsende hin. Denn Anleger, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, wurden durch die jĂŒngste Erholung der Aktien auf dem falschen Fuß erwischt. Analyst Felix Dennl vom Bankhaus Metzler verwies zudem auf die ReformvorschlĂ€ge fĂŒr das deutsche Krankenkassen-System. Vor allem der Vorschlag, die Zuzahlung von gesetzlich Versicherten fĂŒr verschreibungspflichtige Medikamente zu erhöhen, könnte die Verbraucher dazu veranlassen, von Apotheken vor Ort zu den preisgĂŒnstigeren Versandapotheken zu wechseln.

In London sackten die Anteilscheine von Unilever GB00B10RZP78 als klares Schlusslicht im "Footsie" um mehr als sieben Prozent ab. Der KonsumgĂŒterkonzern verkauft den Großteil seines LebensmittelgeschĂ€fts an den US-GewĂŒrzhersteller McCormick & Co US5797802064. In Folge der nun vereinbarten Transaktion hĂ€lt Unilever 65 Prozent an dem fusionierten Unternehmen. Der Experte Callum Elliott vom US-Analysehaus Bernstein Research Ă€ußerte sich skeptisch: Das fusionierte Unternehmen dĂŒrfte hoch verschuldet sein und die Hauptnotierung in den USA dĂŒrfte voraussichtlich erheblichen Verkaufsdruck seitens der europĂ€ischen Unilever-AktionĂ€re auslösen.

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