Deutsche ZEW-Konjunkturerwartungen verbessern sich
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 12:22 Uhr | dpa.deDas Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW stieg gegenüber dem Vormonat um 15,8 Punkte auf plus 26,3 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt nur einen Anstieg auf 15,3 Punkte erwartet. "Das Reformpaket scheint Wirkung zu zeigen", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach das Ergebnis der Umfrage unter Finanzmarktteilnehmern.
"Insbesondere die exportorientierten Sektoren, sowie die Binnennachfrage verzeichnen stabile Zuwächse", so Wambach. "Die Entwicklung des Iran-Konflikts und des Ölpreises bleibt dennoch ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die Erholung Deutschlands."
Der Indikator erholte sich mit dem aktuellen Anstieg den dritten Monat in Folge und erreichte den höchsten Stand seit Februar. Im Februar, und damit vor dem stimmungsbelastenden Iran-Krieg, hatten die Konjunkturerwartungen noch bei plus 58,3 Punkten gelegen.
Auch die zuletzt veröffentlichten "harten" Konjunkturdaten würden zuversichtlich stimmen, schreibt VP-Bank Chefvolkswirt Thomas Gitzel. "So konnten im Mai die Einzelhandelsumsätze, die Auftragseingänge und die Industrieproduktion zulegen", heißt es in einer Analyse. "Die deutsche Wirtschaft hat die Trendwende vollzogen." Die Lage sei deutlich besser als die Stimmung.
"Die erneute Verbesserung der Konjunkturerwartungen spricht dafür, dass die Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Konflikts zuletzt etwas nachgelassen haben", kommentierte Felicitas Henze, Volkswirtin bei der Deutschen Bank. Die geopolitische Lage bleibe jedoch fragil. "Eine weitere Eskalation des Konflikts könnte die deutsche Wirtschaft erheblich belasten."
Die immer noch schwache Bewertung der aktuellen Lage verbesserte sich weniger deutlich. Der entsprechende Indikator stieg um 3,4 Punkte auf minus 77,6 Punkte. Ökonomen hatten mit minus 77,7 Punkten gerechnet.
Weitere Hinweise auf den künftigen Konjunkturverlauf könnten die am Freitag anstehende Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone für den Monat Juli liefern. Ökonomen erwarten hier eine leichte Verbesserung.
