DIW-PrÀsident, Abschaffung

DIW-PrĂ€sident fĂŒr Abschaffung der 'Rente mit 63'

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 05:28 Uhr | dpa.de

Der PrĂ€sident des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hĂ€lt die geplante Abschaffung der abschlagsfreien "Rente mit 63" fĂŒr unverzichtbar.

Er sagte der "Rheinischen Post": "Die Abschaffung der Rente mit 63 ist ein zentrales und finanziell das wichtigste Element der geplanten Rentenreform." Eine Abschaffung schaffe schÀtzungsweise knapp zehn Milliarden Euro an langfristigen Einsparungen und 125.000 zusÀtzliche BeschÀftigte pro Rentnerjahrgang.

"Ohne dieses Element ist die Rentenreform tot", sagte der DIW-PrĂ€sident weiter. "Die Bundesregierung mĂŒsste erneut von vorne beginnen und vor allem die Finanzierung der gesetzlichen Rente komplett neu aufsetzen."

Ohne die Abschaffung der "Rente mit 63" wĂŒrde die gesetzliche Rente nach Fratzschers Worten in Zukunft zudem zu einer noch stĂ€rkeren Umverteilung von Jung zu Alt und auch von Arm zu Reich fĂŒhren. "Denn von der Rente mit 63 profitieren deutlich hĂ€ufiger Besserverdienende und MĂ€nner und deutlich seltener Menschen, die von Altersarmut bedroht sind."

Brief ostdeutscher CDU-MinisterprÀsidenten

Die drei ostdeutschen CDU-MinisterprĂ€sidenten Michael Kretschmer (Sachsen), Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) und Mario Voigt (ThĂŒringen) hatten sich offen gegen die Empfehlung der Rentenkommission gestellt. In einem Brief an die Bundesregierung verteidigten sie die abschlagsfreie "Rente mit 63". "Wer 45 Jahre eingezahlt hat, hat genug eingezahlt. Diesen Grundsatz geben wir nicht auf."

Nach der Empfehlung der Kommission soll der frĂŒhere Renteneintritt ohne AbschlĂ€ge nach 45 Beitragsjahren, bekannt als "Rente mit 63", wegfallen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) hatten bekundet, alle Empfehlungen der Rentenkommission vollstĂ€ndig umsetzen zu wollen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei und CDU-GeneralsekretĂ€rin Franziska Hoppermann machten am Wochenende deutlich, dass die CDU an der Abschaffung als Teil eines Reformpakets festhĂ€lt. Auch CSU-Chef Markus Söder ist dagegen, das Gesamtpaket wieder aufzuschnĂŒren.

Bas: Union muss Position zur abschlagsfreien FrĂŒhrente klĂ€ren

Bundesarbeitsministerin Bas, die im Kabinett federfĂŒhrend fĂŒr das Thema zustĂ€ndig ist, hatte von einem "Gesamtkunstwerk" gesprochen. Sie fordert die Union auf, ihre Position zur Abschaffung zu klĂ€ren. Sie strĂ€ube sich nicht dagegen, das Paket aufzuschnĂŒren, wenn das Unionsmeinung wĂ€re. "Das sehe ich aber noch nicht", sagte die SPD-Chefin im ZDF-"Sommerinterview".

Die "Rente mit 63" ist ein gebrĂ€uchliches, aber nicht mehr ganz korrektes Schlagwort: Aktuell ist der frĂŒhere Renteneintritt ohne AbschlĂ€ge bei ausreichend Versicherungszeit ab einem Alter von 64,5 Jahren möglich.

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