Doosan, Heavy

Doosan Heavy: 75.600 KRW auf 52-Wochen-Tief

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 06:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Trotz florierender Aufträge für Atomkraft und Gasturbinen fällt die Doosan-Aktie auf ein neues 52-Wochen-Tief.

Doosan Heavy Aktie: Neues Tief trotz KI-Boom und Atom-Geschäft
Abstrakte Darstellung des Industriesektors mit gedämpften Farben, die einen Marktabschwung und ein finanzielles Tief andeuten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

KI-Boom und Kernkraft-Renaissance beflügeln das operative Geschäft. An der Börse herrscht allerdings Trübsal: Die Aktie von Doosan Heavy Ind. & Const. markierte am Mittwoch ein neues 52-Wochen-Tief bei 75.600 KRW. Allein in der letzten Woche brach der Kurs um gut 14 Prozent ein. Damit notiert das Papier mehr als 38 Prozent unter dem Jahreshoch vom Mai.

US-Atommarkt als Wachstumstreiber

Das Unternehmen etabliert sich derzeit als globaler Fertiger für die US-Atomindustrie. Hintergrund ist ein massives Kreditprogramm des Weißen Hauses über 17,5 Milliarden Dollar. Damit soll die amerikanische Lieferkette gestärkt werden. Doosan baut hierfür strategische Partnerschaften mit Branchengrößen wie Westinghouse, X-energy und Holtec aus.

Für die Produktion entsteht eine eigene Fabrik für kleine modulare Reaktoren (SMR). Die US-Regierung fördert die Bestellung von Großreaktoren mit günstigen Darlehen. Doosan liefert hierfür kritische Bauteile wie Druckbehälter und Dampferzeuger. Diese Komponenten haben extrem lange Vorlaufzeiten.

KI-Rechenzentren verteuern Gasturbinen

Der Energiehunger von KI-Rechenzentren treibt parallel die Preise für Gasturbinen nach oben. Hyperscaler wie Google oder Amazon setzen verstärkt auf eigene Turbinen zur Stromversorgung. Eine Anlage der 380-Megawatt-Klasse kostet inzwischen rund 400 Milliarden KRW. Das entspricht etwa 250 Millionen Dollar.

Im ersten Quartal 2026 sicherte sich Doosan bereits zehn Aufträge. Sieben dieser Einheiten gehen direkt nach Nordamerika. Bis zum Jahr 2034 will der Konzern insgesamt 110 Turbinen ausliefern.

Das Management plant zudem hohe wiederkehrende Einnahmen durch Wartungsverträge. Das Umsatzziel liegt bei einer Billion KRW pro Jahr. Hierfür nutzt die Gruppe ihre US-Tochter Doosan DTS.

Die Produktion am Standort Changwon wächst stetig. Bis 2028 soll die Kapazität auf zwölf Gasturbinen jährlich steigen. Die neue SMR-Anlage wird dann voraussichtlich mehr als 20 Reaktoren pro Jahr fertigen.

Trotz der vollen Auftragsbücher regiert kurzfristig die Volatilität. Mit einem RSI von 30,1 gilt die Aktie technisch als überverkauft. Die Marktlage bleibt bei einer annualisierten Volatilität von fast 71 Prozent extrem nervös. Der operative Fokus liegt nun auf der termingerechten Fertigstellung der Kapazitätserweiterungen bis 2028.

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