Dow Jones: Stabil vor der Fed-Woche
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während der Nasdaq zum Wochenschluss auf ein Monatstief rutscht, hält sich der Dow Jones auffällig wacker. Anleger ziehen sich aus hoch bewerteten KI-Werten zurück und suchen Zuflucht in klassischen Industrie- und Value-Titeln. Genau diese Rotation stützt den bekanntesten Wall-Street-Index in einer Woche, die von geopolitischer Nervosität und einem zentralen Termin geprägt ist: der Fed-Entscheidung am Mittwoch.
Rotation raus aus Tech, rein in Old Economy
Am Freitag testete der Dow Jones nach einem Rückschlag am Vortag wieder die Marke von 52.000 Punkten und legte um 0,5 Prozent auf 51.984 Zähler zu. Der S&P 500 zog um 0,4 Prozent auf 7.436 Punkte an. Der technologielastige Nasdaq 100 dagegen weitete seinen Vortagesverlust aus und fiel um weitere 0,5 Prozent auf 28.310 Zähler — nachdem Sorgen um die hohen Bewertungen von KI-Aktien den Index bereits tags zuvor um rund zwei Prozent gedrückt hatten.
Etwas Entspannung kam von der Ölfront: Der Brent-Preis rutschte deutlich unter 100 Dollar je Barrel, was Marktbeobachter vor allem auf Gewinnmitnahmen zurückführten. Die Lage im Nahen Osten bleibt trotz des Rückgangs angespannt, zumal US-Präsident Donald Trump im Streit um die Straße von Hormus weiter Druck auf den Iran aufbaut.
Starke Zahlen, schwache Reaktion
Intel übertraf mit seinem Quartalsbericht die Erwartungen deutlich, verlor aber dennoch 4,0 Prozent — die Aktie war im laufenden Jahr bereits um rund 160 Prozent gestiegen, sodass viele Anleger Gewinne mitnahmen. Ähnlich erging es AMD: Trotz eines gelobten Investorentages und einer Kurszielanhebung durch die Bank of America auf 620 Dollar gab das Papier 0,8 Prozent auf 535,55 Dollar nach.
Im Dow selbst gab es größere Ausschläge bei Einzelwerten. Verizon sprang um 11,5 Prozent, nachdem der Telekomkonzern im Mobilfunk- und Breitbandgeschäft mehr verdient hatte als erwartet. American Express dagegen war mit einem Abschlag von 5,3 Prozent Schlusslicht im Index — Umsatz und Netto-Gebühreneinnahmen aus dem Kreditkartengeschäft blieben trotz angehobener Jahresprognose hinter den Erwartungen zurück.
Die eigentliche Weichenstellung steht aber noch bevor. Am Mittwoch, den 29. Juli, entscheidet die Fed über den Leitzins, der aktuell in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent liegt. Der Markt rechnet mehrheitlich mit einer Stagnation, doch die widersprüchlichen Konjunktursignale — nur 57.000 neue Stellen im Juni bei einer Jahresteuerung von 3,5 Prozent — lassen die Wahrscheinlichkeit einer überraschenden Zinserhöhung steigen. Wie Fed-Chef Kevin Warsh dieses Spannungsfeld in seiner Pressekonferenz auflöst, dürfte darüber entscheiden, ob die aktuelle Stabilität im Dow Jones anhält.
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