RumÀnien, Sozialdemokraten

RumÀnien: Sozialdemokraten und Rechtsextreme stoppen Reform und AnteilsverkÀufe

27.05.2026 - 15:38:31 | dpa.de

Drei Wochen nach dem Sturz der proeuropÀischen rumÀnischen Regierung von MinisterprÀsident Ilie Bolojan haben die oppositionellen Sozialdemokraten (PSD) mit den rechtsextremen und EU-skeptischen Parteien AUR sowie S.O.S. Romania den Stopp von Reformen durchgesetzt.

Auf Antrag und mit den Stimmen dieser Parteien beschloss das Parlament, dass der Staat keine seiner Anteile an profitablen Großbetrieben verkaufen darf.

Die Neuregelung gilt vorerst nur bis zum 31. Dezember 2027 und kann noch vom Verfassungsgericht gekippt werden. Davon ausgenommen sind verlustreiche oder bereits insolvente Betriebe sowie solche mit weniger wertvollen Aktien.

Premier wollte Korruption in Staatsbetrieben eindÀmmen

Bolojan, Vorsitzender der bĂŒrgerlichen Partei PNL, hatte geplant, Aktienpakete aus Staatsbesitz an der Börse zum Verkauf anzubieten - die Mehrheit der Anteile der betroffenen Betriebe sollte aber beim Staat bleiben. Neben der Kapitalbeschaffung war das Ziel, in diesen Unternehmen fĂŒr mehr Transparenz und korruptionsfreies Management zu sorgen, wie Bolojan erklĂ€rte. Die meisten dieser Betriebe wĂŒrden von teils korruptionsverdĂ€chtigem PSD-nahem Personal gefĂŒhrt, hieß es.

Dieser Teil-Privatisierungsplan gilt als Grund dafĂŒr, dass PSD, AUR und drei weitere rechtsextreme Fraktionen Bolojans Regierung Anfang Mai per Misstrauensvotum im Parlament abgesetzt hatten. Zuvor hatte die bis dahin mitregierende PSD die Koalition mit PNL verlassen. PSD habe sich mit den Rechtsextremen verbĂŒndet, weil sie ihre PfrĂŒnde in den Staatsbetrieben gefĂ€hrdet gesehen hĂ€tten, erklĂ€rten Bolojan und zahlreiche seiner politischen Mitstreiter.

Schwierige neue Regierungsbildung steht bevor

Derzeit amtiert Bolojan als geschĂ€ftsfĂŒhrender Premier mit eingeschrĂ€nkten Befugnissen. Das darf er bis zu 45 Tage ab seiner Abwahl im Parlament. SpĂ€testens dann muss das Parlament einen neuen Premier wĂ€hlen - Kandidaten dafĂŒr darf nur StaatsprĂ€sident Nicusor Dan vorschlagen. Bisher ist das nicht geschehen. Scheitert eine neue Regierungsbildung, drohen vorgezogene Neuwahlen.

Welche Regierung in dem EU- und Nato-Land zustande kommen könnte, ist unklar. PSD und AUR, die bislang keine Regierungskoalition bilden wollen, haben nun zum zweiten Mal gezeigt, dass sie zusammenarbeiten. PNL will nicht erneut mit PSD regieren und schließt auch eine Koalition mit AUR aus. Rechnerisch kann es in RumĂ€niens Parlament nur dann eine proeuropĂ€ische Mehrheit ohne AUR geben, wenn PSD und PNL miteinander kooperieren.

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