Neues Zentrum soll Drohnenabwehr voranbringen
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 07:35 Uhr | dpa.deWie sich solche FluggerĂ€te besser erkennen und abwehren lassen, soll kĂŒnftig in Sachsen-Anhalt erforscht werden.
Heute (10.30 Uhr) soll am Standort des Deutschen Zentrums fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt im Salzlandkreis das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit eröffnet werden. Erwartet werden auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), Bundesforschungsministerin Dorothee BĂ€r (CSU) und Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident Sven Schulze (CDU).
In dem Zentrum sollen neue Technologien fĂŒr die Drohnensicherheit erforscht, entwickelt und unter realistischen Bedingungen erprobt werden. Gemeinsam mit dem DLR-Standort Braunschweig entsteht nach Angaben der Beteiligten eine bundesweit einzigartige Einrichtung. Wissenschaft und die praktischen Anforderungen der Sicherheitsbehörden sollen dort zusammengebracht werden.
Sprengstoff-Drohne zeigt die Gefahr
Wie aktuell das Thema ist, zeigte sich zuletzt am Flughafen Leipzig/Halle. Dort war eine umgebaute und mit Sprengstoff bestĂŒckte Drohne zwischen mehreren ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Drohne war dem Vernehmen nach auf eine Art gesteuert worden, die eine Entdeckung durch gĂ€ngige Systeme erschwert.
Die Bundesanwaltschaft ĂŒbernahm die Ermittlungen, sie spricht von einem "schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland". Nach dem Vorfall forderten die Innenminister von Bund und LĂ€ndern mehr Tempo beim Aufbau der Drohnenabwehr.
Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD), sprach von einer "neuen qualitativen Dimension". Die Sicherheitsbehörden mĂŒssten sich auf weitere vergleichbare Angriffe vorbereiten. Nötig seien mehr Geschwindigkeit und eine engere Zusammenarbeit von Bund und LĂ€ndern.
Teil einer gröĂeren Strategie
Das Technologiezentrum ist Teil einer Strategie zur Drohnenabwehr, die Dobrindt mit den Innenministern der LÀnder besprochen hatte. Dazu gehört eine seit Dezember tÀtige Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei, die perspektivisch auf 300 KrÀfte anwachsen soll.
Zweiter Baustein ist ein gemeinsames Drohnenabwehrzentrum von Bund und LÀndern, in dem sich verschiedene Sicherheitsbehörden und andere Stellen austauschen sollen. Falls nötig, soll auch die Bundeswehr einbezogen werden.
Mit der Forschung in Cochstedt kommt der dritte Baustein hinzu. Dort sollen Technologien fĂŒr die sichere Nutzung von Drohnen sowie zur Erkennung und Abwehr missbrĂ€uchlich eingesetzter FluggerĂ€te erprobt werden.
