Drohnenkrieg erschwert Helfern Zugang zu Notleidenden
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 11:20 Uhr, dpa.deIn der Ukraine und in Russland, im Sudan, im Nahen Osten und in vielen anderen Regionen "treffen Raketen und Drohnen Wohngebiete, KrankenhÀuser, Schulen und selbst humanitÀre Helferinnen", sagt die PrÀsidentin des humanitÀren Hilfswerks der evangelischen Kirchen in Deutschland, Dagmar Pruin.
Surren der Drohnen erinnert an permanente Gefahr
"Ich habe in Gaza und der Ukraine erlebt, welche Rolle Drohnen zur Ăberwachung und fĂŒr die KriegsfĂŒhrung spielen. Dieses stĂ€ndige GerĂ€usch vergisst man nicht. Es ist extrem belastend fĂŒr die Zivilbevölkerung und Helfende, weil es permanente Gefahr bedeutet", berichtet Martin KeĂler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe.
"In der Ukraine, da entstehen jetzt Todeszonen", sagt KeĂler - humanitĂ€re Helfer seien nun in einem Gebiet von bis zu 30 Kilometern von der Frontlinie entfernt extrem gefĂ€hrdet. "Das heiĂt, wir kommen nicht mehr an die Menschen heran, die in diesen Zonen leben", fĂŒgt er hinzu. Russland beachte das humanitĂ€re Völkerrecht ohnehin nicht, auch wisse man nie, ob die Entscheidung zum Drohnenangriff im konkreten Fall von einem Menschen getroffen werde oder mittels KĂŒnstlicher Intelligenz.
Dutzende Helfer wurden getötet
Alleine in der Ukraine seien mittlerweile 15 Millionen Menschen auf psychologische UnterstĂŒtzung angewiesen. 2025 wurden laut UN weltweit mindestens 326 humanitĂ€re Helferinnen und Helfer getötet.
Spenden wichtiger wegen KĂŒrzung öffentlicher Mittel
Die Spenden fĂŒr die Diakonie Katastrophenhilfe blieben 2025 nach Angaben der Organisation mit 29,9 Millionen Euro im Vergleich zu 2024 nahezu gleich. Ăffentliche Mittel seien dagegen um rund ein Drittel auf 18 Millionen Euro gesunken. Die Zuwendungen des AuswĂ€rtigen Amts an die Diakonie Katastrophenhilfe hĂ€tten sich mit 9,8 Millionen Euro fast halbiert. Insgesamt standen der Organisation im vergangenen Jahr 65,2 Millionen Euro fĂŒr die Programmarbeit zur VerfĂŒgung.
Gemeinsam mit lokalen, nationalen und internationalen Partnerorganisationen wurden 75 Projekte in 42 LĂ€ndern umgesetzt. Aufgrund der KĂŒrzungen habe man die PrĂ€senz im Jemen reduzieren mĂŒssen. Auch fĂŒr Somalia stĂŒnden nicht genĂŒgend Finanzmittel zur VerfĂŒgung. In beiden LĂ€ndern drohe Hunger.
