Aktien Frankfurt: Dax dÀmmt Minus ein - China-Signale im Zollstreit
16.04.2025 - 11:59:05 | dpa.deDer Dax DE0008469008 erholte sich von seinem Tagestief, fĂŒr einen Dreh ins Plus reichte es aber nicht. So notierte der Leitindex zuletzt noch 0,6 Prozent tiefer bei 21.135 Punkten.
Der MDax DE0008467416 der mittelgroĂen Unternehmen verlor am Mittwochvormittag 0,9 Prozent auf 27.023 ZĂ€hler. FĂŒr den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es um 0,7 Prozent auf 4.936 Punkte nach unten.
China sei durchaus offen fĂŒr GesprĂ€che mit den USA im zuletzt eskalierten Handelskrieg zwischen beiden LĂ€ndern, knĂŒpfe diese aber offenbar an zahlreiche Bedingungen, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Von US-PrĂ€sident Donald Trump etwa fordere China mehr Respekt.
Zuvor hatte Trump zu diesem Thema noch einen relativ scharfen Ton angeschlagen: "Der Ball liegt bei China. China muss ein Abkommen mit uns schlieĂen. Wir mĂŒssen keinen Deal mit denen machen". Der US-PrĂ€sident hatte Anfang April Sonderzölle von bis zu 145 Prozent auf chinesische Waren verhĂ€ngt. Peking hatte darauf mit einer Erhöhung seiner Zölle auf US-Importe auf 125 Prozent reagiert.
Zudem drĂŒckt auf die Stimmung, dass der Halbleiter-Gigant Nvidia von der US-Regierung mit verschĂ€rften EinschrĂ€nkungen fĂŒr Lieferungen von KI-Chips nach China konfrontiert wird. Dies brockt Nvidia EinbuĂen in Milliardenhöhe ein. "Mit dem Exportverbot fĂŒr den H20 Chip von Nvidia nach China erleben wir im aktuellen Handelskonflikt eine neue Eskalation", schrieb Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Das Umfeld bleibe volatil. "Die Zeit der Planbarkeit ist sowohl fĂŒr Unternehmen als auch fĂŒr Anleger erst einmal Geschichte."
Mit EnttĂ€uschung aufgenommene Quartalszahlen von ASML NL0010273215 sowie die drohenden EinbuĂen bei Nvidia belasteten auch die deutschen Halbleiterwerte. So verbuchten die Aktien von Infineon DE0006231004, Aixtron DE000A0WMPJ6, Suss Microtec DE000A1K0235 und Siltronic DE000WAF3001 Verluste zwischen 1,7 und 5,9 Prozent. Die Papiere des niederlĂ€ndischen Halbleiterindustrie-AusrĂŒsters ASML sackten um knapp 5 Prozent ab.
Sartorius DE0007165631 steigerte derweil im Auftaktquartal Umsatz und Gewinn. FĂŒr das laufende Jahr zeigte sich der Labor- und Pharmazulieferer zuversichtlich und gab einen konkreten Ausblick. Die im bisherigen Jahresverlauf schlechte gelaufene Sartorius-Aktie legte an der Dax-Spitze um 1,9 Prozent zu. JPMorgan-Analyst Richard Vosser lobte die Auftragslage im Segment Bioprozesstechnik und das ĂŒber der KonsensschĂ€tzung liegende operative Ergebnis (Ebitda). Jefferies-Experte James Vane-Tempest geht davon aus, dass die gute GeschĂ€ftsentwicklung die MĂ€rkte von einer sich fortsetzenden Erholung ĂŒberzeugen wird.
Die Anteilsscheine von Hella DE000A13SX22 gaben um 1,0 Prozent nach. Der Scheinwerferhersteller hielt den Umsatz zum Jahresauftakt trotz Problemen in der gröĂten Sparte fast stabil. Den RĂŒckgang in der Lichtsparte konnte die Tochter des französischen Konzerns Forvia FR0000121147 mit ZuwĂ€chsen in der Elektroniksparte weitgehend ausgleichen. Konzernchef Bernard SchĂ€ferbarthold sprach von einem weiterhin sehr herausfordernden und volatilen Marktumfeld./edh/mis
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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