ROUNDUPAppell, Rundfunkgremien

Rundfunkbeitrag erhöhen

04.06.2024 - 16:14:47 | dpa.de

Eine Allianz aus den Aufsichtsgremien der öffentlich-rechtlichen Sender fordert die Regierungschefs der BundeslÀnder auf, den Rundfunkbeitrag zum 1.

Januar 2025 zu erhöhen. Hintergrund ist, dass sich einige MinisterprĂ€sidenten gegen ein Plus stemmen, obwohl eine unabhĂ€ngige Expertenkommission (KEF) die Steigerung von monatlich 18,36 Euro auf 18,94 Euro empfohlen hatte. Eigentlich mĂŒssen sich die LĂ€nder eng daran orientieren.

In dem am Dienstag veröffentlichten Appell aus den Reihen der Aufsichtsgremien von ARD, ZDF und Deutschlandradio heißt es: "In unseren Aufsichtsfunktionen sehen wir mit Sorge, dass das durch das Bundesverfassungsgericht seit Jahrzehnten vorgeprĂ€gte Verfahren zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Anstalten derzeit nicht eingehalten wird." Dies fĂŒhre dazu, dass die Anstalten in der Planung von Investitionen und Produktionen sowie die BeschĂ€ftigten und auch die Aufsichtsgremien selbst "ohne klare Zukunftsperspektive wichtige Zeit verlieren".

Aus den LĂ€ndern, die gegen eine Erhöhung sind, hört man hingegen, dass es nicht zu Finanzierungsproblemen kommen wĂŒrde, wenn der Rundfunkbeitrag nicht zum Jahreswechsel steigt. Derzeit arbeiten die BundeslĂ€nder an Reformideen fĂŒr die HĂ€user - Politiker setzen auf Einsparpotenziale. Im Herbst wollen Medienpolitiker ein Reformkonzept erarbeitet haben. Die LĂ€nder legen in StaatsvertrĂ€gen den Rahmen mit Auftrag und Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks fest, der mit dem Rundfunkbeitrag finanziert wird.

Auf Nachfrage nach einer Reaktion aus den LĂ€ndern zu dem Appell teilte der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Benedikt Kuhn (CDU), mit: "Ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk braucht eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung." Um diese Akzeptanz zu erhalten, mĂŒsse man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gemeinsam reformieren. "Dabei folgen wir einer klaren Schrittfolge - erst Reformen, dann Rundfunkbeitrag." Man habe bei der Finanzkommission KEF ein Sondergutachten in Auftrag gegeben, das Auswirkungen der ReformplĂ€ne auf den Rundfunkbeitrag evaluiert. Anschließend werde auf dieser Grundlage die Entwicklung des Beitrags diskutiert. Hessen ist derzeit das Vorsitzland der MinisterprĂ€sidentenkonferenz.

Den Appell, der von mehr als 30 unterschiedlichen Gremien-Vertretern unterzeichnet ist, machte die Gewerkschaft Verdi öffentlich. Verdi-Chef Frank Werneke ist selbst Mitglied im ZDF-Fernsehrat. Auf ihn und ZDF-Fernsehratsvorsitzende Marlehn Thieme geht die Initiative demnach zurĂŒck. In dem Schreiben heißt es auch: Eine Verschiebung der Umsetzung der moderaten Beitragsempfehlung wĂŒrde weitere zusĂ€tzliche Sparmaßnahmen erfordern, die Funktion, QualitĂ€t und Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf Dauer schwĂ€chen wĂŒrden.

Die Autoren machen zudem klar, dass sie - falls der Beitrag nicht steigen sollte - die Umsetzung der ProgrammauftrĂ€ge gefĂ€hrdet sehen. Man könnte sich dann veranlasst sehen, die Senderchefs aufzufordern, vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen. "Eine Aushöhlung des rechtsstaatlich festgelegten Verfahrens hilft vor allem den Gegnern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks", heißt es.

Das Bundesverfassungsgericht hatte bereits vor Jahren die Erhöhung des Rundfunkbeitrags von 17,50 Euro auf 18,36 Euro in Kraft gesetzt. Sachsen-Anhalt hatte sich als einziges Bundesland gegen das Plus gestemmt und eine Erhöhung zunÀchst verhindert. Die Sender klagten und setzten sich durch.

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