Bundestagsdelegation will in Taiwan Beziehungen ausbauen
23.05.2026 - 09:46:40 | dpa.deDem Bundestag seien diese Beziehungen "ausgesprochen wichtig", sagte der Vorsitzende des Parlamentarischen Freundeskreises Berlin-Taipeh, Till Steffen, der Deutschen Presse-Agentur.
"Es gibt sehr viel UnterstĂŒtzung fĂŒr Taiwan im Deutschen Bundestag. Das Land wird mit sehr viel Aufmerksamkeit betrachtet", sagte der GrĂŒnen-Abgeordnete. Gleichzeitig kĂ€men viele Vertreterinnen und Vertreter aus Taiwan, die in Berlin Kontakt zu Abgeordneten suchten.
Die zu erwartenden Proteste aus Peking gegen den Besuch sah Steffen gelassen: "Ich wĂŒrde China empfehlen, sich nicht einzumischen. Es sind langjĂ€hrige und stabile Beziehungen, die wir haben. Die pflegen wir und die bauen wir aus."
China protestiert regelmĂ€Ăig bei Abgeordnetenbesuchen
Zuletzt hatten Mitglieder des Parlamentarischen Freundeskreises im Herbst 2022 Taiwan besucht. Sie wurden damals von chinesischer Seite aufgefordert, sich an den "Ein-China-Grundsatz" zu halten und ihre Interaktionen mit den "separatistischen UnabhĂ€ngigkeitskrĂ€ften" in Taiwan "sofort einzustellen". Die FĂŒhrung in Peking betrachtet Taiwan als Teil des chinesischen Territoriums und droht mit einer Eroberung. TatsĂ€chlich hat die Inselrepublik mit ihren rund 23 Millionen Einwohnern nie zur 1949 gegrĂŒndeten kommunistischen Volksrepublik China gehört.
Auch GesprÀch mit Taiwans PrÀsident vorgesehen
Steffen fĂŒhrt die Delegation aus insgesamt fĂŒnf Abgeordneten an. Sie wird an diesem Sonntag in der Hauptstadt Taipeh erwartet. Ihr gehören noch die Abgeordneten Klaus-Peter Willsch und Markus Reichel (beide CDU) sowie Rainer Kraft (AfD) und Mandy EiĂing (Linke) an. Vorgesehen sind in Taipeh neben GesprĂ€chen mit taiwanischen Parlamentariern auch Treffen mit PrĂ€sident Lai Ching-te und mit der ehemaligen PrĂ€sidentin Tsai Ing-wen.
Da Deutschland keine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan unterhalte und das Land zugleich fĂŒr Deutschland extrem wichtig sei, sei die protokollarische Relevanz dieser Reise höher als bei Abgeordnetenreisen in andere LĂ€nder, sagte Steffen. "Das merkt man auch am Programm."
Wachsendes Interesse Taiwans an Europa
Mit Blick auf die aktuelle Politik der US-Regierung gegenĂŒber Taiwan - etwa das Aussetzen milliardenschwerer WaffenverkĂ€ufe - sagte Steffen: "Die VerlĂ€sslichkeit der USA sinkt. Das nimmt man in Taiwan sehr stark wahr. Deshalb gibt es dort ein starkes Interesse, mit anderen LĂ€ndern enger zusammenzuarbeiten. Europa kommt daher viel stĂ€rker in den Fokus." Taiwan habe auch ein hohes Interesse an deutschen Direktinvestitionen.
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