Einigung, Hafen-Finanzierung

Einigung auf Hafen-Finanzierung noch 2026?

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 07:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der maritime Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß, erwartet eine schnelle Einigung zwischen Bund und LĂ€ndern im Streit um die Finanzierung der HĂ€fen.

Er setze sich dafĂŒr ein, noch in diesem Jahr zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen, sagte der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur.

FĂŒr ihn sei klar: "Der Bund muss sich stĂ€rker an der Finanzierung der deutschen SeehĂ€fen beteiligen, aber auch die LĂ€nder mĂŒssen einen zusĂ€tzlichen Beitrag leisten." Gegenseitige Schuldzuweisungen brĂ€chten niemanden weiter.

Investitionen in HĂ€fen als Wachstumsmotor

Die deutschen SeehĂ€fen und Wasserstraßen spielten eine zentrale Rolle fĂŒr die Exportwirtschaft, die Energieversorgung und die VerteidigungsfĂ€higkeit. "Deswegen brauchen wir deutlich mehr Investitionen als bisher, um die HĂ€fen fit fĂŒr die Zukunft zu machen", sagte Ploß. Investitionen in die SeehĂ€fen könnten zudem einen wichtigen Beitrag fĂŒr mehr Wirtschaftswachstum in Deutschland leisten.

Besonders wichtig sei fĂŒr ihn die Förderung von innovativen Hafentechnologien, mit denen Prozesse in den HĂ€fen digitalisiert werden, sagte Ploß. "Auch hier werde ich mich fĂŒr eine verlĂ€ssliche Finanzierung einsetzen." Gerade in diesem Bereich mĂŒssten die deutschen HĂ€fen mit internationalen Wettbewerbern mithalten.

Ploß lobt rot-grĂŒne Zusammenarbeit in der Hafenpolitik

Entgegen der allgemeinen Darstellungen ĂŒber das Zusammenwirken innerhalb der Bundesregierung laufe die Zusammenarbeit "zwischen den Unionsparteien und der SPD in der Hafenpolitik hervorragend", sagte er. "Wir zerstreiten uns nicht in unsinnigen Konflikten oder NebenschauplĂ€tzen, sondern arbeiten gemeinsam an dem Ziel, die maritime Wirtschaft in ganz Deutschland zu stĂ€rken."

Deshalb sei er zuversichtlich, "dass wir in der schwarz-roten Koalition weitere Verbesserungen fĂŒr die norddeutschen SeehĂ€fen erzielen können."

LĂ€nder hatten mehr Engagement des Bundes angemahnt

Erst am Donnerstag hatten die MinisterprĂ€sidentinnen und MinisterprĂ€sidenten vom Bund mehr Geld zur Finanzierung der SeehĂ€fen gefordert. In einem Beschluss der MinisterprĂ€sidentenkonferenz wurde der Bund aufgefordert, "mit den LĂ€ndern endlich eine bessere und faire Finanzierung der deutschen HĂ€fen zu vereinbaren", sagte Hamburgs BĂŒrgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Die HĂ€fen und insbesondere Hamburg als grĂ¶ĂŸter deutscher Seehafen sicherten die Versorgung der Bevölkerung und die "Anbindung der drittgrĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft der Welt an die internationalen MĂ€rkte", sagte er. "Sie erfĂŒllen damit eine kritische Aufgabe im nationalen Interesse."

Hafenwirtschaft: Botschaft ist im SĂŒden der Republik angekommen

Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) begrĂŒĂŸte den Beschluss der LĂ€nderregierungschefs. Die Botschaft sei klar: "Hafenpolitik ist nationale Politik", sagte ZDS-Chef Florian Keisinger. "Das hat man inzwischen auch im SĂŒden der Republik verstanden."

Wer die gesamtstaatliche Bedeutung der HĂ€fen anerkenne, mĂŒsse daraus auch die finanziellen Konsequenzen ziehen. "Nur mit einer verlĂ€sslichen Finanzierung können wir unsere HĂ€fen sanieren, modernisieren und fĂŒr die Herausforderungen der Zukunft rĂŒsten", sagte er.

Die Bundesregierung investiert seit 2005 jĂ€hrlich insgesamt 38,3 Millionen Euro als "Hafenlastenausgleich" fĂŒr alle deutschen HĂ€fen. Der ZDS und KĂŒstenlĂ€nder fordern seit langem, diesen Betrag auf mindestens 500 Millionen Euro aufzustocken.

Den kurzfristigen Investitionsbedarf in den HĂ€fen - also noch innerhalb der laufenden Legislaturperiode - sieht der ZDS bei 5,5 Milliarden Euro. Strukturell liegt der Finanzierungsbedarf in die Seehafeninfrastruktur dem Verband zufolge bei circa 15 Milliarden Euro.

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