EZB: Automatisierung darf Bargeld nicht verdrÀngen
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 13:58 Uhr | dpa.deAllerdings gibt es einen Trend zu bargeldlosen Bezahlmethoden, wie eine Umfrage der EuropÀischen Zentralbank (EZB) ergab - und das sieht die Notenbank nicht nur positiv.
"Um eine breite Akzeptanz von Bargeld sicherzustellen, ist es entscheidend, dafĂŒr zu sorgen, dass die zunehmende Automatisierung des Zahlungsverkehrs Bargeld als praktikable Zahlungsoption nicht unbeabsichtigt behindert oder untergrĂ€bt", mahnt die EZB.
Machen SB-Kassen Bargeld unattraktiv?
In der Umfrage gab ein Viertel der 8.205 Unternehmen aus den 21 Eurostaaten an, dass sie beispielsweise in Kassen investiert haben, die bargeldlose Zahlungen akzeptieren oder die Anzahl der Kassen reduzieren, an denen Scheine und MĂŒnzen angenommen werden. 13 Prozent haben Selbstbedienungskassen eingefĂŒhrt. Fast die HĂ€lfte (48 Prozent) dieser Unternehmen akzeptiert an keinem der SB-Terminals Bargeld.
Die EZB warnt vor unbeabsichtigten Nebenwirkungen dieser Entwicklung: "Auch wenn die meisten Unternehmen Bargeld akzeptieren und dies auch so kommunizieren, könnte die wahrgenommene Akzeptanz von Bargeld bei den Verbrauchern sinken, da die Unternehmen die Bequemlichkeit des Barzahlens eingeschrÀnkt haben."
Werden Schein und MĂŒnze in fĂŒnf Jahren noch akzeptiert?
Zwar planen die meisten Unternehmen, die Bargeld akzeptieren, dies auch in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren zu tun (92 Prozent). Allerdings gab in Zypern (51 Prozent), Griechenland (23 Prozent) und Bulgarien (18 Prozent) ein erheblicher Anteil der Umfrageteilnehmer an, dies in Zukunft möglicherweise nicht mehr zu tun. In Deutschland, wo sich 904 Unternehmen an der Erhebung beteiligten, liegt dieser Anteil bei unter 10 Prozent. Die Daten wurden im Zeitraum 23. Februar bis 10. April 2026 erhoben.
"Die zustĂ€ndigen Behörden mĂŒssen mit ihrer Politik und ihren MaĂnahmen proaktiv vorgehen, um sicherzustellen, dass Euro-Banknoten und -MĂŒnzen auch in den kommenden Jahren in allen LĂ€ndern und Branchen ein attraktives und akzeptiertes Zahlungsmittel bleiben", fordert die EZB.
Die Akzeptanz von Kartenzahlungen blieb im Vergleich zu einer EZB-Erhebung aus dem Jahr 2024 mit 88 Prozent weitgehend stabil. Fast verdoppelt von 36 auf 68 Prozent hat sich von 2024 auf 2026 die Zahl der Unternehmen, die mobile Zahlungen per Smartphone oder Smartwatch ermöglichen.
