Energy Fuels Aktie: 1,9 Milliarden für VAC-Deal
Veröffentlicht: 29.06.2026 um 03:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Starke Zahlen, schwache Kurse. Bei Energy Fuels klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der US-Uranproduzent hat sein Jahresziel bereits nach sechs Monaten erreicht. Dennoch verliert das Papier massiv an Wert.
Die Mühle in White Mesa läuft auf Hochtouren. Bis Ende Juni produzierte die Anlage rund 1,6 Millionen Pfund Uran. Damit liegt der Konzern schon jetzt innerhalb der Jahresprognose. Diese sah ursprünglich bis zu 2,5 Millionen Pfund vor.
Auch die Kostenstruktur überzeugt. Die reinen Verarbeitungskosten sanken auf historische Tiefstände von neun bis zwölf US-Dollar pro Pfund. Inklusive Abbau und Transport liegen die Gesamtkosten bei maximal 30 US-Dollar.
Der Grund für die Kursschwäche liegt in einer gigantischen Übernahme. Energy Fuels will die deutsche Vacuumschmelze (VAC) kaufen. Der Preis liegt bei rund 1,9 Milliarden US-Dollar. Bezahlt wird in bar und in neu ausgegebenen Aktien.
Das drückt auf die Stimmung. Der Deal ist hochkomplex und an Bedingungen geknüpft. Fällt der Aktienkurs von Energy Fuels bis zum Abschluss unter 20,93 US-Dollar, greifen Schutzmechanismen. Der Verkäufer Ara Partners erhält dann zusätzliche Vorzugsaktien.
Hinzu kommen 140 Millionen US-Dollar an übernommenen Schulden. Der Abschluss ist erst für Anfang 2027 geplant. Bis dahin müssen etliche Behörden zustimmen.
Parallel dazu baut das Management das Geschäft mit Seltenen Erden aus. Ab Juli modernisiert der Konzern die entsprechenden Anlagen in White Mesa. Bis Anfang 2028 soll die kommerzielle Produktion schwerer Seltener Erden starten.
Finanziell steht das Unternehmen solide da. Der Nettoverlust schrumpfte im ersten Quartal auf 10,8 Millionen US-Dollar. Ein Jahr zuvor war das Minus noch mehr als doppelt so hoch. Die liquiden Mittel summieren sich auf fast eine Milliarde US-Dollar.
An der Börse dominiert aktuell die Skepsis. Die Aktie notiert bei 12,65 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen verlor das Papier fast 19 Prozent. Damit rutschte der Kurs deutlich unter die gleitenden Durchschnitte der letzten 50 und 200 Tage.
Analysten reagieren uneins auf die jüngsten Ereignisse. Roth Capital senkte das Kursziel kürzlich auf 16 US-Dollar. Goldman Sachs reduzierte seine Erwartung auf 21 US-Dollar. HC Wainwright bleibt mit einem Ziel von 29 US-Dollar deutlich optimistischer.
Die operative Stärke im Urangeschäft tritt derzeit völlig in den Hintergrund. Die Folge: Der Markt preist stattdessen die Risiken der VAC-Übernahme ein. Bis zum geplanten Abschluss Anfang 2027 bleibt die Milliarden-Transaktion ein Unsicherheitsfaktor. Erst wenn die behördlichen Freigaben vorliegen, herrscht Klarheit über die finale Verwässerung für die Aktionäre.
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