Epiroc, Aktie

Epiroc Aktie: Gute Zahlen, roter Kurs

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 13:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Epiroc übertrifft Vorjahreswerte bei Umsatz und Gewinn, verfehlt jedoch Analystenerwartungen. Die Aktie fällt deutlich.

Epiroc Aktie: Starke Quartalszahlen trotz Kursverlust
Eine Bergbau- und Schwermaschinenszene, getaucht in dramatisches rotes Licht, das einen Marktrückgang trotz guter Zahlen symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zweistelliges Wachstum bei Auftragseingang, Umsatz und operativem Gewinn — und trotzdem rutscht die Aktie ab. Epiroc liefert im zweiten Quartal 2026 auf den ersten Blick solide Zahlen, verfehlt aber die Erwartungen der Analysten beim operativen Gewinn. Die Reaktion an der Stockholmer Börse fällt entsprechend deutlich aus: Die Aktie verlor rund sechs Prozent und notierte bei 199,70 schwedischen Kronen.

Wachstum trifft auf verpasste Konsensschätzung

Der Auftragseingang kletterte um 13 Prozent auf 17,305 Milliarden schwedische Kronen, der Umsatz stieg um 10 Prozent auf 16,702 Milliarden. Das operative Ergebnis wuchs um 17 Prozent auf 3,316 Milliarden Kronen — verfehlte damit aber die Konsenserwartung von 3,4 Milliarden. Genau diese Lücke dürfte den Kursrückgang erklären, denn auf den ersten Blick liest sich der Bericht deutlich besser als die Marktreaktion vermuten lässt.

Die adjustierte operative Marge verbesserte sich auf 20,1 Prozent nach 19,7 Prozent im Vorjahresquartal. Der Gewinn je Aktie stieg auf 2,01 Kronen von 1,74 Kronen. Sequenziell, also im Vergleich zum ersten Quartal 2026, gingen die organischen Aufträge um 9 Prozent zurück — vor allem, weil nach einem besonders starken Jahresauftakt weniger große Ausrüstungsaufträge hereinkamen.

Bergbau bleibt Wachstumsmotor

CEO Helena Hedblom verwies auf die anhaltend hohe Kundenaktivität im Bergbau, getragen von historisch hohen Rohstoffpreisen bei Kupfer und Gold — beides Segmente, in denen Epiroc stark positioniert ist. Die Ausrüstungsaufträge legten organisch um 30 Prozent zu, das stärkste Wachstum kam aus dem Explorationsgeschäft. Auch die Investitionsstimmung bei Infrastruktur- und Bauprojekten habe sich verbessert und zu einer stabilen Auftragsentwicklung geführt.

Im Juni hatte Epiroc rund 100 Investoren, Analysten und Finanzmedien zu einem Capital Markets Day nach Örebro eingeladen und dabei die langfristigen finanziellen Ziele bestätigt. Kurz zuvor präsentierte das Unternehmen auf der Epiroc World Expo unter anderem den diesel-elektrischen Minetruck MT66 S eDrive sowie automatisierte Verankerungslösungen für den Gesteinsschutz.

Für die kommenden Monate rechnet Epiroc mit anhaltend hoher Nachfrage aus dem Bergbau, während die Nachfrage von Infrastrukturkunden nach Unternehmensangaben "etwas zunehmen" dürfte. Ob der Kursrückgang vom Freitag lediglich eine kurzfristige Reaktion auf die verpasste Gewinnschätzung bleibt oder die Anleger tiefer liegende Sorgen zur Auftragsdynamik umtreibt, dürfte sich erst in den kommenden Handelstagen zeigen.

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