Erdgas: Bodenlose Talfahrt!
11.04.2026 - 08:28:59 | boerse-global.deDer Erdgasmarkt erlebt derzeit einen massiven Ausverkauf. Eine Kombination aus Rekordförderung, mildem Frühlingswetter und einer überraschenden Entspannung im Nahen Osten drückt die Preise auf das niedrigste Niveau seit Ende 2024. Anleger ziehen sich im großen Stil zurück, während die Lagerbestände weiter anschwellen.
Volle Speicher treffen auf Frühlingsmilde
Die jüngsten Daten der US-Energiebehörde EIA wirkten wie ein Brandbeschleuniger für die ohnehin trübe Stimmung. Statt des üblichen saisonalen Aufbaus meldete die Behörde eine Einspeisung von 50 Milliarden Kubikfuß in die Speicher – fast das Vierfache des historischen Durchschnitts von 13 Milliarden. Damit liegt der aktuelle Vorrat deutlich über den Normwerten der vergangenen fünf Jahre.
Zusätzlich macht das Wetter den Bullen am Markt einen Strich durch die Rechnung. Die Prognosen für den Osten der USA sagen bis weit in den April hinein überdurchschnittlich milde Temperaturen voraus. Die Heiznachfrage bricht dadurch weg, noch bevor die sommerliche Kühlsaison für Entlastung sorgen könnte.
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Rekordförderung und schwindende Krisenprämien
Gleichzeitig bleibt das Angebot auf einem Rekordniveau von über 111 Milliarden Kubikfuß pro Tag. Die Hoffnung auf eine Verknappung durch geopolitische Spannungen schwindet ebenfalls. Berichte über einen vorläufigen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran im Vorfeld von Gesprächen in Pakistan haben die Risikoaufschläge fast vollständig aus dem Markt gewischt. Händler lösen nun ihre defensiven Positionen auf, was den Abwärtsdruck am Freitag zusätzlich verstärkte.
Die Schwäche am Terminmarkt belastete auch die Kurse der großen Förderunternehmen und Tracking-Produkte:
- United States Natural Gas Fund (UNG): Der ETF verlor 1,01 % und markierte ein neues 52-Wochen-Tief.
- Comstock Resources: Die Aktie gab um 2,09 % auf 17,57 USD nach.
- EQT Corporation: Der größte US-Gasproduzent büßte 1,29 % an Wert ein.
- Antero Resources: Das Papier verzeichnete ein Minus von 1,85 %.
Chartbild trübt sich weiter ein
Aus technischer Sicht ist die Lage prekär. Mit dem Rutsch unter die Marke von 2,65 USD wurde ein wichtiges psychologisches Level verletzt. Ein sogenanntes „Death Cross“ im Chart unterstreicht, dass der Weg des geringsten Widerstands derzeit nach unten führt. Analysten warnen, dass bei einem nachhaltigen Unterschreiten von 2,62 USD sogar Tiefstände aus dem Jahr 2020 wieder in Reichweite rücken könnten.
Am Sonntagabend wird der Markt mit Spannung auf die Ergebnisse der Verhandlungen in Pakistan reagieren. Sollte es dort zu keiner neuen Eskalation kommen, bleibt der Fokus der Händler auf den Fundamentaldaten. Solange die Produktion nicht gedrosselt wird oder eine extreme Hitzewelle die Nachfrage nach Strom für Klimaanlagen ankurbelt, dürfte eine nachhaltige Erholung der Gaspreise ausbleiben.
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