ErkÀltung, Grippe

ErkÀltung, Grippe, Corona: Was zu dieser Saison wichtig ist

Veröffentlicht am: 02.10.2025 um 09:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Viele kennen jemanden, der gerade krank im Bett liegt.

Denn wenn mehrere Menschen in geschlossenen, trockenen RĂ€umen zusammenkommen, fĂŒhlen sich Viren besonders wohl und das Risiko einer Ansteckung wĂ€chst. Die aktuelle Lage im Überblick.

Wie viele Menschen haben derzeit eine Atemwegsinfektion?

Die AktivitĂ€t akuter Atemwegserkrankungen ist in den letzten Wochen deutlich gestiegen, wie es in einem aktuellen Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) heißt. Gemessen an freiwilligen Meldungen aus der Bevölkerung geht das RKI von rund 7,1 Millionen akuten Atemwegsinfektionen in der vergangenen Woche aus. Unterwegs sind vor allem Rhinoviren, die eine ErkĂ€ltung auslösen können, Coronaviren und Parainfluenzaviren, die insbesondere Kleinkinder infizieren. Schwere FĂ€lle gebe es zurzeit noch nicht viele.

Die geschÀtzte Zahl der Corona-Infektionen ist in den vergangenen Wochen gestiegen, allerdings auf niedrigem Niveau. In einigen Systemen zeige sich eine AbschwÀchung dieses Anstiegs. Die geschÀtzte Inzidenz liegt bei 500 Covid-19-Erkrankungen pro 100.000 Einwohnern. Die jÀhrliche Grippewelle hat in den vergangenen Jahren meist erst im Januar begonnen.

Woran merke ich, ob ich Corona, eine Grippe oder eine ErkÀltung habe?

Halsweh, Husten, laufende Nase, Kopf- oder Gliederschmerzen - Atemwegserkrankungen lösen oft Ă€hnliche Symptome aus. FĂŒr den Einzelnen sei es daher schwierig, nur durch die Symptomatik zu erkennen, ob es Corona, eine Grippe, eine ErkĂ€ltung oder das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) sei, erklĂ€rt die Infektiologin Hortense Slevogt von der Medizinischen Hochschule Hannover.

Nach Angaben des RKI sind fieberhafte VerlÀufe bei einer Corona-Infektion hÀufiger als bei ErkÀltungen. Eine Grippe beginnt oft plötzlich. Bei RSV können die Symptome mehr als vier Wochen anhalten, insbesondere Husten.

Und wenn man es genau wissen möchte?

"Wenn es klinisch relevant ist - etwa bei Risikopersonen, schweren Symptomen oder wenn eine gezielte Therapie erwogen wird -, klĂ€rt man die Ursache am sichersten mit einem PCR-Test", sagt Slevogt, die Sprecherin der Sektion Pulmonale Infektionen der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Infektiologie ist. Antigen-Schnelltests seien bei hoher Last an Viren zuverlĂ€ssig. Je niedriger die Viruslast, desto wahrscheinlicher sei ein falsch-negatives Ergebnis. Bei weiter anhaltendem Verdacht sollte der Antigen-Test nach 48 Stunden wiederholt oder ein PCR-Test veranlasst werden. Schon lange abgelaufene Tests sind in ihrer Aussagekraft nicht mehr verlĂ€sslich, wie die Ärztin erklĂ€rt.

Welche Varianten sind derzeit vorherrschend?

Mit einem Anteil von 82 Prozent war die Linie XFG, auch Stratus genannt, von Mitte August bis Mitte September in Deutschland am weitesten verbreitet, wie dem aktuellen RKI-Bericht zu entnehmen ist. Stratus ist eine Linie der Omikron-Variante. Deren Viren vermehren sich vor allem in den oberen Atemwegen und können sich dadurch schneller verbreiten. Zu Beginn ihrer Corona-Erkrankung berichten Patientinnen und Patienten derzeit unter anderem von Heiserkeit, einer rauen Stimme und Halsschmerzen, so Slevogt.

Ist Stratus gefÀhrlicher?

Erkrankungen durch Omikron seien zwar ansteckender als andere, verliefen in der Regel aber nicht schwer, sagt die Ärztin, die auch Internistin und Pneumologin ist. Trotz zunehmender Nachweise geht das RKI in Deutschland derzeit von keinem erhöhten Risiko fĂŒr die öffentliche Gesundheit aus. Auch die Weltgesundheitsorganisation stuft das Risiko von Stratus als gering ein. Dass nach wie vor verĂ€nderte Coronaviren auftreten, ist nicht ungewöhnlich.

Schwere VerlÀufe gibt es nach wie vor, das Risiko, schwer zu erkranken, ist aber deutlich geringer als wÀhrend der Pandemie, wie Slevogt erklÀrt. Betroffen sind vor allem Risikogruppen, zu denen unter anderem Àltere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen zÀhlen.

Wie sollte man sich und andere schĂŒtzen?

Gegen Grippe, RSV und Corona gibt es wirksame Impfungen. Eine Impfung wirke wie ein Schutzschild, teilte Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts fĂŒr Öffentliche Gesundheit, kĂŒrzlich mit. "Sie senkt das Risiko schwerer VerlĂ€ufe deutlich und kann so im Ernstfall Leben retten." Deshalb sei es jetzt im Herbst besonders wichtig, den eigenen Impfstatus zu prĂŒfen und die empfohlene saisonale Impfung regelmĂ€ĂŸig aufzufrischen.

Welche Impfungen kommen jetzt fĂŒr wen infrage?

FĂŒr Corona empfiehlt die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) Menschen ab 60 Jahren und Erwachsenen mit Grunderkrankungen, sich im Herbst eine Auffrischungsimpfung zu holen. Gleiches gilt fĂŒr die Grippeimpfung. Am besten hole man sich gleich beides zusammen, empfiehlt Slevogt. Die Corona-Impfung sei auch gegen Stratus wirksam.

Allen Menschen ab 75 Jahren und Menschen im Alter von 60 bis 74 Jahren, die eine schwere Grunderkrankung haben, empfiehlt die Stiko außerdem eine einmalige Standardimpfung gegen RSV. Die Impfung soll möglichst vor dem Start der RSV-Saison verabreicht werden, die ĂŒblicherweise von Oktober bis MĂ€rz geht. FĂŒr alle Neugeborenen und SĂ€uglinge gibt es einen Antikörper-Wirkstoff, der in der ersten RSV-Saison gespritzt werden sollte, die auf die Geburt folgt.

Die Impfungen tragen der Infektiologin zufolge auch dazu bei, das Risiko fĂŒr eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu senken. Denn Menschen, die eine Infektion der Atemwege hĂ€tten, hĂ€tten ein höheres Risiko, Herz- und Kreislaufprobleme zu bekommen.

Was ist fĂŒr diese Saison zu erwarten?

Wie viele Menschen diesen Herbst und Winter an Corona, einer Grippe oder RSV erkranken, lĂ€sst sich nach Angaben von Slevogt jetzt noch nicht abschĂ€tzen. Es spreche einiges dafĂŒr, dass die Corona-FĂ€lle in den kommenden Wochen nach und nach weiter ansteigen könnten, sagt die Ärztin. Die Influenza-Saison beginne in der Regel erst im November, Dezember.

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