KORREKTUR/ ROUNDUP: Astrazeneca will 2026 mehr verdienen - Aktie nahe Rekordhoch
10.02.2026 - 12:01:43 | dpa.de(Es wird in der Ăberschrift und im 1. Absatz klargestellt, dass die Aktie sich ihrem Rekordhoch genĂ€hert rpt genĂ€hert hat.)
CAMBRIDGE (dpa-AFX) - Der Pharmakonzern Astrazeneca GB0009895292 stellt sich nach einem schwungvollen Jahr auf weiteres Wachstum ein und will zugleich mehr verdienen. Treiber dĂŒrfte vor allem das florierende GeschĂ€ft mit Krebsmedikamenten bleiben, das den bevorstehenden Umsatzverlust durch das Auslaufen des Patents fĂŒr das Blockbuster-DiabetesprĂ€parat Farxiga abfedern soll. Analysten zeigten sich positiv vom Ausblick ĂŒberrascht. An der Börse stieg die Aktie am Dienstag im frĂŒhen Handel in Richtung ihres Rekordhochs, fiel dann aber etwas zurĂŒck.
Zuletzt betrug das Plus noch knapp ein Prozent auf 14.030 britische Pence. Die Aktie war in den vergangenen Jahren parallel zu den guten GeschÀften des Konzerns krÀftig gestiegen, im Vergleich zu Anfang 2021 hat sich der Kurs in etwa verdoppelt. Damit bringt es das britisch-schwedische Unternehmen auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 250 Milliarden Euro, womit es den dritten Platz im Ranking der wertvollsten Pharmakonzerne im Stoxx Europe 600 Healthcare nach den Schweizer Herstellern Roche CH0012032048 und Novartis CH0012005267 belegt.
JPMorgan-Analyst Richard Vosser lobte in einer ersten EinschĂ€tzung zum Zahlenwerk vor allem den Ausblick, der auf Umsatzebene besser als gedacht ausgefallen sei. Er geht davon aus, dass die Markterwartungen an den Erlös, aber auch an den bereinigten operativen Gewinn in diesem Jahr nun steigen dĂŒrften. Damit rĂŒcke das etwas schwĂ€cher als gedacht ausgefallene operative Abschneiden des Konzerns im Schlussquartal eher in den Hintergrund, so Vosser.
Wie Astrazeneca in Cambridge mitteilte, soll der Umsatz 2026 zu konstanten Wechselkursen im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Der bereinigte Gewinn je Aktie dĂŒrfte um einen niedrigen zweistelligen Prozentbetrag anziehen - und damit Ă€hnlich stark wie im Vorjahr.
Unter Konzernchef Pascal Soriot, der seit 2012 an der Spitze steht, hat sich Astrazeneca zu einem fĂŒhrenden Anbieter von Krebsmedikamenten entwickelt. Zugleich muss das Unternehmen wegen des Verlusts der ExklusivitĂ€t bei einem seiner erfolgreichsten PrĂ€parate, dem Diabetes-Medikament Farxiga, sich auf zunehmende Konkurrenz durch Nachahmer einstellen. "Wir mĂŒssen mit diesen PatentablĂ€ufen umgehen", sagte Soriot Bloomberg Television.
Soriot bekrĂ€ftigte unterdessen sein Ziel, bis Ende des Jahrzehnts einen Umsatz von 80 Milliarden US-Dollar zu erreichen. FĂŒr dieses Jahr plant das Unternehmen damit, Ergebnisse aus bis zu 20 fortgeschrittenen klinischen Studien vorstellen zu können. Neue Medikamente sollen in den kommenden Jahren insbesondere gegen Adipositas, Lungenkrebs und chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) auf den Markt kommen.
2025 hatte der Konzern primĂ€r vom starken Wachstum seines OnkologiegeschĂ€fts profitiert, Treiber waren Blockbuster wie Imfinzi, Tagrisso und Calquence. Der gesamte Erlös des Unternehmens stieg nominal um 9 Prozent und wĂ€hrungsbereinigt um 8 Prozent auf gut 58,7 Milliarden Dollar (rund 49,5 Mrd Euro), womit Astrazeneca seine eigenen Ziele erfĂŒllte.
Dabei lief das Schlussquartal in etwa so wie von Analysten gedacht. Nach Steuern schwoll der Gewinn 2025 im Vergleich zum bereits starken Vorjahr um 45 Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar an. Zugleich verbesserte sich das von Analysten besonders beachtete bereinigte Ergebnis je Aktie um 12 Prozent auf 9,16 Dollar.
Zur StĂ€rkung seiner Pipeline bei Gewichtssenkern schloss Astra zuletzt ein GeschĂ€ft mit dem chinesischen Unternehmen CSPC Pharmaceutical Group im Wert von bis zu 18,5 Milliarden Dollar ab. Damit erhĂ€lt der Konzern Zugang zu einer langanhaltenden Peptidtechnologie, die monatliche Dosierungen ermöglichen könnte. Dies ist derzeit ein heiĂ umkĂ€mpftes Segment in dem Markt fĂŒr Gewichtssenker, in dem noch der US-Konzern Lilly US5324571083 und der dĂ€nische Hersteller Novo Nordisk DK0062498333 fĂŒhrend sind. Einer von Astraszenecas HoffnungstrĂ€gern, das orale Mittel Elecoglipron, wird bereits in die letzte Phase der klinischen Studien ĂŒberfĂŒhrt.
WĂ€hrend die Einigung mit der US-Regierung auf niedrige Medikamentenpreise bei Herstellern wie etwa Novo Nordisk die Prognosen fĂŒr 2026 belastet, ging Astras Finanzchefin Aradhana Sarin zuletzt davon aus, dass der Konzern die Auswirkungen verkraften kann. Der Konzern war das zweite Pharmaunternehmen, das ein Abkommen mit PrĂ€sident Donald Trump zu Medikamentenpreisen abschloss, das im Gegenzug Astrazeneca fĂŒr drei Jahre von Zöllen ausnimmt.
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