Ergebnisse, Produktion/Absatz

Investitionen in Netzausbau schieben Eon an - Ziele bestÀtigt

13.08.2025 - 13:01:43 | dpa.de

ESSEN - Der Energieversorger Eon DE000ENAG999 profitiert weiterhin vom Ausbau des Energienetzes.

(neu: Aussagen des Managements aus Telefonkonferenzen mit Journalisten, Kursteil ergÀnzt.)

ESSEN (dpa-AFX) - Der Energieversorger Eon DE000ENAG999 profitiert weiterhin vom Ausbau des Energienetzes. Im ersten Halbjahr steigerte der Konzern seine Investitionen gegenĂŒber dem Vorjahr um 11 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Dabei stieg die in das Energienetz investierte Summe um ein FĂŒnftel auf 2,5 Milliarden Euro. Die Investitionen seien einer der zentralen Treiber fĂŒr das Ergebniswachstum gewesen, sagte Finanzchefin Nadia Jakobi am Mittwoch laut Mitteilung in Essen. Etwas grĂ¶ĂŸere durchgeleitete Mengen als geplant hĂ€tten die positive Entwicklung zusĂ€tzlich verstĂ€rkt. Die Eon-Aktie legte zu.

Das Papier notierte zuletzt gut 1 Prozent im Plus, womit sich die SeitwĂ€rtstendenz der vergangenen Monate fortsetzt. Zuvor war die Aktie aber fleißig geklettert, sodass sie seit Jahresbeginn mehr als 40 Prozent zugelegt hat - und damit knapp doppelt so stark wie der Dax DE0008469008.

Allerdings hatte die Eon-Aktie auch einen schwierigen Jahreswechsel, nachdem Ende 2024 unter anderem ein enttÀuschendes Gerichtsurteil Anleger vergrault hatte. Damals hatten Energienetzbetreiber wie Eon im Streit um regulierte Renditen auf getÀtigte Investitionen vor dem obersten deutschen Gericht eine Schlappe eingesteckt. Entsprechend relativieren sich die Kursgewinne etwas: Mit Blick auf die vergangenen zwölf Monaten betrÀgt das Plus der Eon-Aktie knapp 30 Prozent, der deutsche Leitindex schafft mit 36 Prozent etwas mehr.

Im ersten Halbjahr 2025 steigerte Eon das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Dabei wuchs der operative Gewinn im NetzgeschĂ€ft um ĂŒber ein FĂŒnftel. Es macht den Löwenanteil der Konzernergebnisse aus und ist stark von staatlichen Regeln abhĂ€ngig.

Im Vertrieb ging der operative Gewinn derweil im Vorjahresvergleich um 8 Prozent zurĂŒck. Die GrĂŒnde davon lassen sich laut Eon vor allem in Großbritannien finden, wo mittlerweile mehr Kunden FestvertrĂ€ge haben. Daran verdient der Konzern ĂŒblicherweise weniger. Das GeschĂ€ft mit Großkunden aus der Industrie sowie StĂ€dten und Gemeinden legte um ein Drittel zu, ist aber das kleinste Segment im Eon-Konzern.

Analysten werteten die Ergebnisse als im Rahmen der Erwartungen. Sie verwiesen zudem auf etwas höhere wertneutrale Timing-Effekte, die ein mögliches AufwĂ€rtspotenzial mit Blick auf die Jahresprognose zuließen.

Der Konzern bestĂ€tigte seine Ziele fĂŒr 2025 sowie die InvestitionsplĂ€ne fĂŒr die kommenden Jahre. Demnach will Eon von 2024 bis 2028 rund 43 Milliarden Euro investieren. In diesem Jahr sollen es 8,6 Milliarden Euro werden. Das operative Ergebnis schĂ€tzt der Vorstand um Chef Leonhard Birnbaum 2025 auf 9,6 bis 9,8 Milliarden Euro.

Eon ist Deutschlands grĂ¶ĂŸter Stromversorger und -netzbetreiber. Er zĂ€hlt im Heimatmarkt rund zwölf Millionen Strom- und zwei Millionen Erdgaskunden. Fast ein Drittel des Strom-Verteilnetzes gehört zum Konzern.

Im zweiten Halbjahr rĂŒcken bei Eon nun zunehmend die regulatorischen Rahmenbedingungen fĂŒr die Jahre ab 2029 in den Fokus. Konzernchef Birnbaum kritisierte im Austausch mit Journalisten abermals die VorschlĂ€ge der Bundesnetzagentur. Er zeigte sich in der Telefonkonferenz mit Journalisten aber optimistisch, dass am Ende mit den Regulierern eine "tragfĂ€hige" Lösung gefunden werde.

Eon ist in seiner Ertragskraft in weiten Teilen an die von der Bundesnetzagentur vorgegebene Verzinsung gebunden. Wie diese ab 2029 fĂŒr das Strom-GeschĂ€ft aussehen soll, ist noch offen. Momentan lĂ€uft die Konsultationsphase. Zum Jahresende wird mit der finalen Festlegung gerechnet.

Die Energiewende erfordere Milliarden an privatem Kapital und ein Regulierungssystem, das diese Investitionen ermögliche, sagte Birnbaum. "Die aktuellen FestlegungsentwĂŒrfe der Bundesnetzagentur fĂŒr die nĂ€chste Regulierungsperiode laufen diesem Ziel entgegen", so der Manager. Deutschland laufe Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten. Dringend notwendige Investitionen in Energiewende, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit sollten ermöglicht, statt behindert werden.

Vom Chef der Bundesnetzagentur Klaus MĂŒller hieß es dazu in der Vergangenheit: "Wir wissen, dass die Investitionsbedingungen attraktiv sein mĂŒssen, um den Umbau des Energiesystems zu stemmen. Aber wir wissen auch, dass die Verzinsung bezahlt werden muss - von privaten Haushalten, Gewerbe und Industrie."

So schÀtzen die Börsenprofis Ergebnisse Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Ergebnisse Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | DE000ENAG999 | ERGEBNISSE | boerse | 68109783 |