Estland: 16 Handlanger Russlands seit Anfang 2025 gefasst
13.04.2026 - 15:19:03 | dpa.deSeit Anfang 2025 seien 16 Kollaborateure aufgedeckt und ihre AktivitÀten unterbunden worden, sagte Sicherheitspolizei-Chef Margo Palloson bei der Vorstellung des Jahresberichts der Behörde in Tallinn. Bei den meisten soll es sich demnach um Privatpersonen gehandelt haben, die nicht in einer staatlichen Institution des baltischen EU- und Nato-Landes arbeiteten und keinen Zugang zu sensiblen Informationen hatten.
Die AktivitĂ€ten der vor allem fĂŒr den russischen Inlandsgeheimdienst FSB, aber teils auch fĂŒr den MilitĂ€rgeheimdienst GRU tĂ€tigen Personen wurden nach Angaben von Palloson relativ frĂŒhzeitig unterbunden. "Sie waren nicht in der Lage, der Sicherheit Estlands nennenswerten Schaden zuzufĂŒgen", sagte der Leiter des Inlandsnachrichtendienstes einem Rundfunkbericht zufolge. Auch deutet die höhere Zahl nicht auf eine erhöhte Bedrohungslage hin, sondern spiegele vielmehr das proaktive Handeln der Behörden wider.
Anwerbung und Propaganda erfolgt vermehrt online
Neun der gefassten Kollaborateure werden im Jahresbericht der Sicherheitspolizei namentlich und mit Bild aufgefĂŒhrt. Darin vermerkt die auch fĂŒr Spionageabwehr zustĂ€ndige Behörde weiter, dass die russischen Geheimdienste vermehrt soziale Medien nutzen, um Personen zu rekrutieren. Zudem versuchten sie aktiv auslĂ€ndische Staatsangehörige anzuwerben, die die das Land besuchen.
Auch seine feindseligen PropagandaaktivitĂ€ten verlagere Moskau aufgrund der Sanktionen, die nach Beginn des Ukraine-Krieges gegen Russland verhĂ€ngt wurden, hauptsĂ€chlich in die sozialen Medien. Damit werde versucht, einfach und kostengĂŒnstig Spannungen innerhalb der estnischen Gesellschaft zu erzeugen, sagte Palloson. Estland grenzt im Osten an Russland. In dem Baltenstaat lebt eine starke russischstĂ€mmige Minderheit.
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