Ethereum, Bitmine

Ethereum: Bitmine kauft 6.000 ETH

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 22:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Coinbase räumt Vertrauensverlust bei Layer-2-Netzwerk Base ein. Bitmine kauft trotz Krise massiv Ethereum zu.

Coinbase-Manager gesteht Vertrauenskrise bei Base ein
Ein stilisiertes, leuchtendes Ethereum-Logo, eingebettet in ein Netzwerk aus Linien und Knoten, mit einem unscharfen Rechenzentrum im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Ein hochrangiger Coinbase-Manager gibt öffentlich zu: Base hat ein Problem. Das größte Layer-2-Netzwerk von Ethereum kämpft mit einem Vertrauensverlust, den das eigene Management als „vermeidbar" bezeichnet. Zur gleichen Zeit zeigt sich an anderer Stelle im Ethereum-Ökosystem ein völlig anderes Bild: institutionelle Anleger kaufen weiter zu.

Cobie spricht Klartext

Cobie, bei Coinbase verantwortlich für Trading-Produkte, hat öffentlich eingeräumt, dass Nutzer sowohl Base als auch den Handelsprodukten der Börse zunehmend misstrauen. Der Grund: eine Serie von Fehlern, die sich hätten vermeiden lassen. Cobie leitet mittlerweile die Base App sowie den Bereich Advanced Trading, nicht aber die Base-Blockchain selbst.

In einem öffentlich gewordenen Austausch mit der Krypto-Figur Rune, den der Branchendienst Wu Blockchain aufgriff, formulierte Cobie es so: Coinbase habe sich „ein Stück weit im Elfenbeinturm" bewegt und den Kontakt zu den eigentlichen Krypto-Nutzern verloren.

Der Auslöser für die aktuelle Kritik liegt einige Wochen zurück. Am 16. Juli 2026 änderte Coinbase-CEO Brian Armstrong kurzzeitig sein Profilbild auf X zu einem Meme-Token-Maskottchen. Die Marktkapitalisierung des Tokens auf Base schoss daraufhin von unter einer Million auf rund 37 Millionen Dollar hoch.

Als Armstrong sein Profilbild zurücksetzte, brach die Rally zusammen. Die Marktkapitalisierung fiel um mehr als 90 Prozent auf etwa 1,3 Millionen Dollar, während das 24-Stunden-Handelsvolumen bei rund 12 Millionen Dollar verharrte. Der Vorfall zeigt, wie fragil die Liquidität bei Meme-Coins auf Base tatsächlich ist.

Strategiewechsel kostet Pollak die FĂĽhrung

Die Vertrauenskrise trifft Base in einer ohnehin schwierigen Phase. Nur zwei Tage nach Armstrongs Eingeständnis kündigte Base-Gründer Jesse Pollak an, sich aus der Leitung der Base App zurückzuziehen. Er nannte das erste Quartal 2026 einen „Schlag ins Gesicht" und räumte ein, seine Wette auf soziale Anwendungen sei falsch gewesen.

Farcaster-Integrationen, Zora, Mini-Apps und Creator Coins seien „komplett zerfallen", so Pollak wörtlich. Base verschiebt den Fokus nun auf Trading, Zahlungsverkehr und KI-gestützte Anwendungen. Cobie machte zugleich klar: Eine Reparatur des Vertrauens dauert nicht Tage. Auch nicht Wochen. Er selbst sprach von „vielleicht nicht einmal in einem Monat" – konkrete Zeitpläne nannten weder er noch Rune.

Bitmine kauft weiter zu

Während Base um Glaubwürdigkeit ringt, läuft die institutionelle Akkumulation von ETH ungebremst weiter. Bitmine Immersion Technologies, unter Vorsitz von Fundstrat-Mitgründer Tom Lee, kaufte in der vergangenen Woche zusätzliche 6.000 ETH für rund 11,18 Millionen Dollar. Insgesamt wuchs die Bilanz des Unternehmens in dieser Akkumulationswoche um 27.801 ETH.

Damit hält Bitmine zum 12. Juli 2026 insgesamt 5.770.038 ETH – das entspricht 4,8 Prozent der gesamten zirkulierenden Ethereum-Menge von etwa 120,7 Millionen Token. Das selbst gesteckte Ziel, die „Alchemy of 5%", rückt damit greifbar nahe: Bitmine will bis Ende 2026 fünf Prozent des gesamten ETH-Angebots halten.

Bemerkenswert ist die Begründung hinter der Strategie. Tom Lee verweist auf den Start von Robinhood Chain am 1. Juli 2026 – einem Layer-2-Netzwerk auf Basis von Arbitrum, das kurz nach dem Launch bereits über eine Milliarde Dollar an Transaktionsvolumen mit ETH als Gasgebühr verarbeitete. Jede Transaktion auf einem Ethereum-Layer-2, die ETH für Gebühren nutzt, erzeugt laut Lee ein kleines zusätzliches Nachfragesignal für das zugrunde liegende Asset.

Konkurrenz wittert Morgenluft

Der Kurs von Ethereum notiert aktuell bei 1.867 Dollar und liegt damit rund 62 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 4.946 Dollar aus dem August 2025. Von seinem Jahrestief im Juni 2026 hat sich der Kurs bereits um fast 24 Prozent erholt – ein Hinweis darauf, dass Käufer trotz der Turbulenzen bei Base zurückkehren.

Konkurrenten im Layer-2-Bereich nutzen die Gunst der Stunde. Stimmen aus dem Solana-Lager und von aufstrebenden Projekten wie Robinhood Chain heben ihre eigenen Stärken bei Meme-Kultur und Community-Aufbau hervor. Für Base droht der Vorfall, das Narrativ von Boom-und-Bust-Zyklen zu verfestigen – statt das einer verlässlichen Wachstumsgeschichte.

Die angekündigte Neuausrichtung auf Trading, Zahlungsverkehr und KI-Anwendungen ist formuliert. Ob sie das verlorene Vertrauen der Krypto-nativen Nutzer zurückgewinnt, bleibt in den kommenden Wochen zu beobachten – konkrete Meilensteine dafür hat Base bislang nicht genannt.

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