Ethereum, Quartale

Ethereum: Drei rote Quartale in Folge

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 11:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ethereum verzeichnet drei Verlustquartale in Folge, während BlackRock und Buterin neue Initiativen starten.

Ethereum: Historische Verlustserie trotz institutioneller Expansion
Ein stilisiertes, leuchtendes Ethereum-Logo, teilweise verdeckt von einem dramatischen, tiefroten Finanz-Chart-Balken. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ethereum hat gerade eine Premiere hinter sich, auf die niemand stolz sein dürfte: Noch nie zuvor schloss der Token drei Quartale in Serie im Minus. Gleichzeitig bauen BlackRock, Joe Lubin und die Ethereum Foundation munter weiter aus. Zwei Signale, die kaum unterschiedlicher sein könnten.

Drei Verlustquartale, ein zäher Rebound

Der Reihe nach: Q4 2025 brachte ein Minus von 28 Prozent, Q1 2026 folgte mit minus 29 Prozent, und auch Q2 2026 schloss mit einem Rückgang von 25 Prozent. In der gesamten Kurshistorie von Ethereum gab es das noch nie. Der Juli startete entsprechend schwach bei 1.570 Dollar — einem Mehrmonatstief.

Seitdem hat sich der Kurs auf rund 1.730 bis 1.740 Dollar erholt, angetrieben von einem Short Squeeze, der bearische Positionen im Wert von 281 Millionen Dollar aus dem Markt drängte. Trotz des Wochenplus von rund zehn Prozent bleibt ETH 65 Prozent unter seinem Allzeithoch von 4.955 Dollar entfernt. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 1.865 Dollar und der 200-Tage-Durchschnitt bei 2.317 Dollar markieren die nächsten technischen Hürden.

Citi bremst, Institutionen bauen aus

Citi senkte am 1. Juli sein 12-Monats-Kursziel von 3.175 auf 2.240 Dollar und strich die erwarteten Netto-ETF-Zuflüsse auf null. Im Bärenszenario sieht die Bank ETH sogar bei 1.094 Dollar. Untermauert wird die Vorsicht durch die Zahlen aus dem Juni: Spot-ETH-ETFs verloren in diesem Monat 529 Millionen Dollar an Kapital. Standard Chartered hält dagegen an einem Ziel von 4.000 Dollar fest — das Analystenbild bleibt also gespalten.

Parallel zur Kurszielsenkung meldeten sich institutionelle Akteure zu Wort. BlackRocks neuer ETHB-ETF zog am 3. Juli, seinem ersten Handelstag, 100 Millionen Dollar an Zuflüssen an. Am selben Tag startete die neue Organisation Ethereum Institutional mit Unterstützung von Mitgründer Joe Lubin und über 500 bestehenden Bankbeziehungen. SharpLink erhöhte seinen Bestand auf über 886.000 Token, während die Ethereum Foundation knapp 5.000 ETH im Wert von 7,86 Millionen Dollar über Lido Finance ins Netzwerk einbrachte.

Buterins Langzeitplan für die Basisschicht

Vitalik Buterin stellte am 4. Juli, im Anschluss an ein Forschertreffen in Berlin, den sogenannten Lean Ethereum Masterplan vor. Der Umbau soll drei bis vier Jahre dauern und setzt auf rekursive STARK-Verifikation sowie quantensichere Kryptografie. Ein erster sichtbarer Schritt soll das Glamsterdam-Upgrade sein, das für das dritte Quartal 2026 geplant ist und die Kapazität der Basisschicht erhöhen soll.

Die Kluft zwischen technischer Schwäche und institutionellem Aufbau bleibt damit bestehen. Ob das Glamsterdam-Upgrade im dritten Quartal tatsächlich den erhofften Kapazitätssprung liefert, dürfte sich als nächster konkreter Prüfstein für die angeschlagene Kursstruktur erweisen.

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