EU-Staaten billigen Umsetzung des US-Zolldeals
Veröffentlicht: 25.06.2026 um 13:44 Uhr, dpa.de(neu: Reaktion der EU-Kommission ergÀnzt)
LUXEMBURG (dpa-AFX) - Das Handelsabkommen zwischen EU und USA kann bald vollstĂ€ndig umgesetzt werden. Die EU-LĂ€nder gaben in Luxemburg grĂŒnes Licht dafĂŒr, die Zölle auf US-IndustriegĂŒter abzuschaffen und US-MeeresfrĂŒchten sowie Agrarprodukten einen besseren Marktzugang zu gewĂ€hren. Ein Sicherheitsnetz soll aber dafĂŒr sorgen, dass die Vorteile nur dann gelten, wenn auch die USA ihre Verpflichtungen aus dem Abkommen vollstĂ€ndig umsetzen. Darauf hatten sich das Europaparlament und die Staaten nach langem Ringen geeinigt.
Die Zustimmung aller EU-LĂ€nder fiel nun gut eine Woche, bevor sich der UnabhĂ€ngigkeitstag der USA am 4. Juli zum 250. Mal jĂ€hrt. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte den Tag vor einigen Wochen als Frist fĂŒr die Umsetzung der Handelsvereinbarung ins Spiel gebracht und andernfalls mit höheren Zöllen gedroht. Die Regeln werden als NĂ€chstes im Amtsblatt der EU veröffentlicht und treten am Tag danach in Kraft.
EU stellt Bedingungen
Unter anderem ist vorgesehen, dass die EU-ZollzugestĂ€ndnisse bei VerstöĂen der USA gegen Absprachen wieder ausgesetzt werden können. Dies könnten etwa erneute Zollerhöhungen sein. Zudem sollen die USA bis Jahresende Zölle auf Waschmaschinen und andere Produkte mit Stahlanteil auf höchstens 15 Prozent reduzieren. Wenn dies nicht geschieht, will die EU ebenfalls solche Zölle prĂŒfen.
DarĂŒber hinaus ist unter anderem ein festes Ablaufdatum vorgesehen, der 31. Dezember 2029. Bis zum 30. Juni 2029 muss die EU-Kommission umfassend bewerten, welche Folgen die Ănderungen hatten. Sie kann dann auch vorschlagen, die ZollgestĂ€ndnisse zu verlĂ€ngern.
StabilitÀt und Vorhersehbarkeit
"Wir setzen uns fĂŒr eine starke und offene transatlantische Partnerschaft mit unserem historischen VerbĂŒndeten ein, aber diese Offenheit muss mit der Wahrung unserer Interessen einhergehen", teilte der zyprische Handelsminister Michael Damianos mit. Zypern hat bis Ende Juni die rotierende RatsprĂ€sidentschaft inne. "Diese MaĂnahmen erfĂŒllen beides - sie gewĂ€hrleisten stabile und vorhersehbare Handelsströme mit den USA und stellen gleichzeitig sicher, dass die EU rasch und verhĂ€ltnismĂ€Ăig reagieren kann, wenn die Vereinbarung nicht eingehalten wird oder ihre Interessen auf dem Spiel stehen."
Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, die Abschaffung der Zölle auf Importe aus den USA sei fĂŒr beide Seiten positiv, "da unsere Industrien Zugang zu einem breiteren und erschwinglicheren Angebot an sehr wichtigen ImportgĂŒtern erhalten werden". Man werde die eingegangene Verpflichtung umsetzen und weitere Bereiche der Zusammenarbeit prĂŒfen. Als Beispiel nannte er die weltweiten ĂberkapazitĂ€ten in bestimmten Industriezweigen. Die Kommission freue sich zudem darauf, mit den US-Partnern "neue Bereiche fĂŒr mögliche Zollsenkungen erschlieĂen".
Wichtiger Handelspartner
Die EU-Kommission wollte mit dem Abkommen im vergangenen Sommer nach Drohungen der US-Seite einen Handelskrieg abwehren. Die EU und die Vereinigten Staaten unterhalten umfassende bilaterale Handels- und Investitionsbeziehungen.
EU-Zahlen zufolge geht es um fast 30 Prozent des weltweiten Handels mit Waren und Dienstleistungen und um 43 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. 2024 belief sich der Handel mit Waren und Dienstleistungen zwischen der EU und den USA auf ein Volumen von rund 1,7 Billionen Euro.
