Euronext, NL0015000D50

Euronext N.V.-Aktie (NL0015000D50): Quartalszahlen, UBS-Studie und neue Impulse fĂŒr Europas Börsenbetreiber

21.05.2026 - 22:18:57 | ad-hoc-news.de

Euronext N.V. hat jĂŒngst seine Quartalszahlen vorgelegt, wĂ€hrend eine positive UBS-Studie die Aktie in den Fokus rĂŒckt. Was treibt das GeschĂ€ftsmodell des paneuropĂ€ischen Börsenbetreibers und welche Faktoren sind fĂŒr deutsche Anleger besonders wichtig?

Euronext, NL0015000D50
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Euronext N.V. steht als paneuropĂ€ischer Börsenbetreiber erneut im Blickpunkt, nachdem der Konzern seine jĂŒngsten Quartalszahlen prĂ€sentiert hat und eine aktuelle Studie der UBS dem Unternehmen ein positives Potenzial attestiert. Laut einem Bericht vom 15.05.2026 zu den Zahlen zum ersten Quartal 2026 stieg der Gewinn je Aktie auf 1,90 Euro nach 1,62 Euro im Vorjahresquartal, wĂ€hrend der Umsatz ebenfalls zulegte, wie finanzen.net Stand 15.05.2026 berichtet. Parallel dazu bestĂ€tigte UBS in einer Studie Mitte Mai ihre Kaufempfehlung fĂŒr die Euronext-Aktie und hob das Kursziel an, wodurch der Kurs an der Heimatbörse deutlich zulegen konnte, wie MarketScreener Stand 16.05.2026 festhĂ€lt.

Stand: 21.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Euronext
  • Sektor/Branche: Börsenbetreiber, Finanzinfrastruktur
  • Sitz/Land: Amsterdam, Niederlande
  • KernmĂ€rkte: Aktien-, Anleihe- und Derivatehandel in mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern, darunter Frankreich, Niederlande, Belgien, Portugal, Italien, Norwegen und Irland
  • Wichtige Umsatztreiber: HandelsgebĂŒhren, ListinggebĂŒhren, Markt- und Datenservices, Clearing- und Abwicklungsservices, Technologielösungen fĂŒr Börsen und Finanzmarktteilnehmer
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Euronext Amsterdam (Ticker: ENX)
  • HandelswĂ€hrung: Euro

Euronext N.V.: KerngeschÀftsmodell

Euronext N.V. ist einer der bedeutendsten Börsenbetreiber in Europa und bĂŒndelt unter seinem Dach mehrere traditionelle HandelsplĂ€tze, darunter die Börsen in Paris, Amsterdam, BrĂŒssel, Lissabon, Dublin, Oslo und Mailand. Das GeschĂ€ftsmodell beruht im Kern darauf, Unternehmen, Investoren und IntermediĂ€ren eine regulierte Infrastruktur fĂŒr den Handel mit Aktien, Anleihen, Derivaten und anderen Finanzinstrumenten bereitzustellen. Durch das ZusammenfĂŒhren dieser MĂ€rkte unter einer einheitlichen Technologieplattform verfolgt Euronext das Ziel, Skaleneffekte zu heben, Synergien zu nutzen und die LiquiditĂ€t ĂŒber LĂ€ndergrenzen hinweg zu steigern.

Die Erlöse des Konzerns stammen aus mehreren Standbeinen, die aufeinander aufbauen. Klassische HandelsgebĂŒhren aus dem Orderflow im Kassahandel und im Derivatehandel bilden eine zentrale SĂ€ule. Hinzu kommen ListinggebĂŒhren, wenn Unternehmen ihre Aktien oder Anleihen an einer der Euronext-Börsen platzieren. DarĂŒber hinaus generiert der Konzern wiederkehrende Einnahmen aus der Bereitstellung von Marktdaten, Indizes und Benchmarks sowie aus Abwicklungs- und Clearingdienstleistungen. Durch die Übernahme der Clearing-Plattformen und zentralen Verwahrstellen in verschiedenen LĂ€ndern hat Euronext seine Wertschöpfung entlang der Handels- und Nachhandelskette verbreitert.

Ein weiteres wichtiges Element des GeschĂ€ftsmodells sind Technologielösungen, die Euronext sowohl fĂŒr die eigenen MĂ€rkte als auch fĂŒr externe Börsen und Finanzinstitutionen bereitstellt. Die selbstentwickelte Handelsplattform und damit verbundene Softwareprodukte werden als White-Label-Lösungen oder technische Infrastruktur angeboten und verschaffen dem Unternehmen zusĂ€tzliche Lizenz- und Serviceerlöse. In einer Zeit zunehmender Digitalisierung, algorithmischen Handels und steigender regulatorischer Anforderungen sind stabile, hochperformante Systeme ein wichtiger Wettbewerbsvorteil fĂŒr einen Börsenbetreiber.

Die Diversifikation der Einnahmequellen ist gerade in volatilen Marktphasen von Vorteil. WĂ€hrend HandelsumsĂ€tze stĂ€rker schwanken können, liefern ListingaktivitĂ€ten, Daten- und Technologiedienstleistungen typischerweise stabilere, wiederkehrende Cashflows. Euronext verfolgt daher seit Jahren eine Strategie, den Anteil dieser sogenannten nicht zyklischen Einnahmen zu erhöhen. In den jĂŒngsten Quartalszahlen zum ersten Quartal 2026 verwies das Management darauf, dass die steigende Bedeutung von Marktdaten und Post-Trade-Services einen Puffer gegenĂŒber kurzfristigen RĂŒckgĂ€ngen im Handelsvolumen darstellt, wie im Quartalsbericht vom 15.05.2026 ausgefĂŒhrt wurde, der ĂŒber die Investor-Relations-Seite zugĂ€nglich ist.

Regulatorisch bewegt sich Euronext in einem komplexen Umfeld. Die AktivitĂ€ten werden von nationalen Aufsichtsbehörden und der europĂ€ischen Wertpapieraufsicht ESMA ĂŒberwacht, wĂ€hrend Vorgaben wie MiFID II, EMIR und CSDR die Rahmenbedingungen fĂŒr Handel, Transparenz und Abwicklung bestimmen. Das GeschĂ€ftsmodell des Konzerns ist daher eng mit regulatorischen Entwicklungen verknĂŒpft, bietet jedoch auch Chancen, da verschĂ€rfte Vorgaben höhere Eintrittsbarrieren fĂŒr neue Wettbewerber bedeuten. Euronext investiert laufend in Compliance- und Risikomanagementsysteme, um die Anforderungen zu erfĂŒllen und das Vertrauen von Marktteilnehmern zu sichern.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Euronext N.V.

Die UmsĂ€tze von Euronext N.V. hĂ€ngen stark von der AktivitĂ€t an den FinanzmĂ€rkten ab, wobei unterschiedliche Segmente jeweils eigene Treiber aufweisen. Im Kassahandel sind Handelsvolumen, VolatilitĂ€t und das Interesse institutioneller wie privater Anleger entscheidend. An Tagen mit höheren Kursschwankungen steigt typischerweise die Anzahl der Transaktionen, wodurch mehr HandelsgebĂŒhren anfallen. Im ersten Quartal 2026 profitierte Euronext von einem robusten Handelsumfeld, das unter anderem von Erwartungen zu Zinssenkungen und Bewegungen in Sektoren wie Technologie und Finanzwerte geprĂ€gt war, wie aus der Ergebnisveröffentlichung vom 15.05.2026 hervorgeht.

Im Derivatehandel spielen neben der VolatilitĂ€t die Nachfrage nach Absicherungsinstrumenten und spekulativen Produkten eine zentrale Rolle. Optionen und Futures auf Aktienindizes, Einzelaktien oder Zinsprodukte sind wichtige Ertragsquellen, da sie höhere Margen pro gehandeltem Kontrakt bieten können. Euronext hat in den vergangenen Jahren sein Derivateangebot ausgebaut und zum Beispiel neue Produkte auf ESG-Indizes und thematische Strategien eingefĂŒhrt. Diese Erweiterung soll sowohl institutionelle Investoren als auch spezialisierte Handelsfirmen ansprechen und zusĂ€tzliche Volumina generieren.

ListinggebĂŒhren sind ein weiterer bedeutender Umsatztreiber. Unternehmen zahlen fĂŒr den Börsengang, fĂŒr Kapitalerhöhungen und fĂŒr laufende Listingservices. Euronext positioniert sich als Plattform fĂŒr Unternehmen aus verschiedenen Sektoren und LĂ€ndern, wobei insbesondere der Mittelstandsmarkt in LĂ€ndern wie Frankreich, den Niederlanden und Italien eine Rolle spielt. Die Pipeline an BörsengĂ€ngen ist stark von der allgemeinen Stimmung an den KapitalmĂ€rkten und der Bewertungslage abhĂ€ngig. Nach einer ruhigeren Phase in den Vorjahren hofft Euronext darauf, dass ein stabileres Zinsumfeld wieder mehr Unternehmen an den Markt bringt, wie das Management im Rahmen eines Capital Markets Day im Jahr 2025 skizziert hatte.

Ein strukturell wachsender Bereich sind Marktdaten, Indizes und Analysedienstleistungen. Finanzinstitute, Datenanbieter und professionelle Investoren sind auf Echtzeitdaten, historische Zeitreihen und Indexlösungen angewiesen. FĂŒr diese Leistungen werden laufende LizenzgebĂŒhren fĂ€llig, die weniger schwankungsanfĂ€llig als HandelsgebĂŒhren sind. Euronext betreibt und lizenziert eine Vielzahl von Benchmarks, darunter nationale Leitindizes wie den AEX in Amsterdam, den CAC 40 in Paris oder den MIB in Mailand. Je verbreiteter ein Index als Benchmark in Fondsprodukten und Derivaten genutzt wird, desto höher sind potenziell die Lizenzeinnahmen.

Post-Trade-Services wie Clearing und Abwicklung gewinnen fĂŒr Euronext zunehmend an Bedeutung, seit der Konzern entsprechende Plattformen in mehreren LĂ€ndern ĂŒbernommen hat. FĂŒr jede Transaktion fallen GebĂŒhren an, die von ClearinghĂ€usern und Zentralverwahrern erhoben werden. Gleichzeitig sind diese Bereiche kapitalintensiv und stark reguliert, bieten aber bei effizientem Risikomanagement attraktive Renditen. Die Integration der verschiedenen Abwicklungsinfrastrukturen in die eigene Konzernstruktur ist ein mehrjĂ€hriger Prozess, der laut Managementangaben nach und nach Synergien bei IT, Personal und Kapitalallokation heben soll.

Technologie- und Softwareerlöse runden das Bild ab. Euronext liefert Handelssysteme und Börseninfrastruktur an externe Kunden, darunter kleinere BörsenplĂ€tze, Marktplattformen und Finanzinstitutionen außerhalb der eigenen HeimatmĂ€rkte. Diese VertrĂ€ge umfassen hĂ€ufig mehrjĂ€hrige Service- und Wartungsvereinbarungen und können so die VisibilitĂ€t der Erlöse erhöhen. In einem Umfeld, in dem viele Marktteilnehmer ihre IT auslagern oder auf Standardlösungen setzen, positioniert sich Euronext als Technologiepartner mit langjĂ€hriger Markterfahrung.

Branchentrends und Wettbewerbsposition

Der globale Markt fĂŒr Börsenbetreiber und Finanzmarktinfrastruktur ist in den vergangenen Jahren von Konsolidierung und zunehmendem Wettbewerb geprĂ€gt gewesen. Große Akteure wie die Deutsche Börse, die London Stock Exchange Group, Nasdaq und Intercontinental Exchange konkurrieren mit Euronext um Handelsvolumen, Listings und Datenkunden. Gleichzeitig erweitern neue Marktteilnehmer wie multilaterale Handelssysteme und Dark Pools das Angebot, was zu einem intensiveren Wettbewerb um LiquiditĂ€t gefĂŒhrt hat. In diesem Umfeld setzt Euronext auf die paneuropĂ€ische Plattformstrategie, um GrĂ¶ĂŸenvorteile zu realisieren und fĂŒr Emittenten wie Investoren ein breiteres Ökosystem bereitzustellen.

Ein wichtiger Trend ist die Verlagerung von HandelsaktivitĂ€t hin zu elektronischen Plattformen, algorithmischem Handel und Hochfrequenzstrategien. Euronext reagiert darauf mit Investitionen in die eigene Technologie, geringeren Latenzzeiten und Tools fĂŒr professionelle HĂ€ndler. FĂŒr den Konzern bedeutet dies zwar höhere laufende IT-Ausgaben, gleichzeitig stĂ€rken moderne Plattformen die WettbewerbsfĂ€higkeit und können zusĂ€tzliche Kundengruppen anziehen. DarĂŒber hinaus spielen Cloud-Lösungen und modulare Softwarearchitekturen eine zunehmende Rolle, um flexibler auf MarktbedĂŒrfnisse zu reagieren.

Nachhaltigkeitsaspekte sind in der Börsenbranche ebenfalls zu einem wesentlichen Faktor geworden. Euronext hat Nachhaltigkeitsindizes und ESG-Produkte entwickelt, um der gestiegenen Nachfrage institutioneller Anleger nach entsprechenden Investmentvehikeln zu begegnen. Zudem hat der Konzern eigene Nachhaltigkeitsziele formuliert, etwa zur Reduktion von CO2-Emissionen und zur Förderung von Green-Bond-Listings. Solche Initiativen können die AttraktivitĂ€t der Plattform fĂŒr Emittenten erhöhen, die ihre Nachhaltigkeitsprofile stĂ€rker ins Zentrum stellen möchten.

Regulatorische Entwicklungen stellen Chancen und Risiken zugleich dar. Auf der einen Seite können strengere Vorgaben zu zusĂ€tzlichem Aufwand bei Compliance, IT und Reporting fĂŒhren. Auf der anderen Seite erschweren hohe regulatorische Anforderungen den Markteintritt neuer Anbieter und stĂ€rken etablierte Akteure. Euronext muss laufend in Systeme investieren, die HandelsĂŒberwachung, Markttransparenz und Risikomanagement sicherstellen. Die FĂ€higkeit, regulatorische Vorgaben effizient umzusetzen, kann sich zu einem Wettbewerbsfaktor entwickeln, insbesondere im Vergleich zu kleineren Börsen oder alternativen Handelsplattformen.

Die positive Studie der UBS, die Mitte Mai 2026 veröffentlicht wurde und in der die Kaufempfehlung fĂŒr Euronext bestĂ€tigt sowie das Kursziel angehoben wurde, spiegelt nach EinschĂ€tzung der Bank die robuste strategische Position und die Diversifikation der Ertragsquellen wider, wie MarketScreener Stand 16.05.2026 berichtet. Am Tag der Veröffentlichung legte die Euronext-Aktie auf Euronext Amsterdam zeitweise um rund 1,8 Prozent zu, was die Resonanz des Marktes auf diese EinschĂ€tzung verdeutlicht. FĂŒr die mittel- bis langfristige Wettbewerbsposition bleiben jedoch die Entwicklung der Handelsvolumina, der Erfolg bei neuen Listings und der Ausbau der Daten- und Technologiedienstleistungen entscheidend.

Warum Euronext N.V. fĂŒr deutsche Anleger relevant ist

FĂŒr deutsche Anleger ist Euronext N.V. aus mehreren GrĂŒnden von Interesse. Zum einen ist der Konzern ein zentraler Infrastrukturbetreiber fĂŒr die europĂ€ischen KapitalmĂ€rkte und damit ein indirekter Profiteur, wenn Aktienkulturen und Börsenbeteiligungen in Europa zunehmen. Eine wachsende Beteiligung privater Anleger, wie sie in Deutschland seit einigen Jahren zu beobachten ist, kann den Handel an den von Euronext betriebenen MĂ€rkten stĂ€rken. Viele deutsche Unternehmen nutzen zudem die europĂ€ischen KapitalmĂ€rkte, sei es ĂŒber Anleiheemissionen oder Zweitlistings, sodass Euronext als Teil des Finanzökosystems eine Rolle fĂŒr die Unternehmensfinanzierung spielt.

Zum anderen ist die Euronext-Aktie ĂŒber verschiedene HandelsplĂ€tze auch fĂŒr deutsche Privatanleger zugĂ€nglich, unter anderem ĂŒber Xetra-Handelssegment-Listings, außerbörsliche Handelsplattformen und internationale Broker. Zwar ist die Heimatbörse Euronext Amsterdam, doch bieten deutsche Banken und Online-Broker in der Regel den Handel mit der Aktie in Euro an, was das WĂ€hrungsrisiko im Vergleich zu US-Titeln reduziert. FĂŒr deutsche Anleger mit einem Fokus auf Finanzinfrastruktur und Börsenbetreiber stellt Euronext damit eine ErgĂ€nzung zu heimischen Titeln wie der Deutschen Börse dar.

DarĂŒber hinaus reflektiert die GeschĂ€ftsentwicklung von Euronext Trends, die auch fĂŒr den deutschen Markt relevant sind. Dazu zĂ€hlen die Digitalisierung des Wertpapierhandels, der Aufstieg von ETF- und Indexanlagen, die wachsende Bedeutung von Marktdaten sowie die Rolle von Nachhaltigkeitsprodukten. Deutsche Anleger, die sich fĂŒr diese Themen interessieren, können ĂŒber die Analyse von Euronext Einblicke in strukturelle Entwicklungen der europĂ€ischen FinanzmĂ€rkte gewinnen. Gleichzeitig ist zu beachten, dass regulatorische Eingriffe, geopolitische Spannungen und ZinsĂ€nderungen sich auf die HandelsaktivitĂ€t auswirken können und damit indirekt auf die Ertragslage eines Börsenbetreibers.

Nicht zuletzt zeigt die jĂŒngste UBS-Studie, dass internationale Investmentbanken die Aktie aktiv verfolgen und ihre EinschĂ€tzungen regelmĂ€ĂŸig anpassen. Dies trĂ€gt zur Markttiefe und zur Transparenz bei, da entsprechende Analysen hĂ€ufig Szenarien zu Handelsvolumina, Kostenentwicklung und Kapitalallokation enthalten. Deutsche Anleger können solche Studien, soweit öffentlich zugĂ€nglich, nutzen, um sich ein eigenes Bild von Chancen und Risiken im GeschĂ€ftsmodell von Euronext zu machen, ohne sich auf eine einzelne EinschĂ€tzung zu stĂŒtzen.

Risiken und offene Fragen

Trotz der positiven Entwicklungen in den jĂŒngsten Quartalszahlen und der freundlichen Analystenstimmung bestehen fĂŒr Euronext N.V. verschiedene Risiken. Ein zentrales Risiko ist die AbhĂ€ngigkeit von der allgemeinen MarktaktivitĂ€t. In Phasen niedriger VolatilitĂ€t oder bei rĂŒcklĂ€ufigem Interesse an Aktieninvestments können Handelsvolumina deutlich sinken, was sich direkt auf die GebĂŒhreneinnahmen auswirkt. Zwar federt die Diversifikation mit Daten-, Listing- und Technologiediensten einen Teil dieses Effekts ab, doch bleibt die ZyklizitĂ€t ein strukturelles Merkmal des GeschĂ€ftsmodells.

Ein weiterer Risikofaktor ist der Wettbewerb durch andere Börsenbetreiber und alternative Handelsplattformen. Falls grĂ¶ĂŸere institutionelle Anleger ihre OrderflĂŒsse verlagern oder neue Formen des außerbörslichen Handels an Bedeutung gewinnen, könnte die Marktposition von Euronext unter Druck geraten. In der Vergangenheit haben Regulierungsschritte zur Förderung von Wettbewerb im Handel mit Finanzinstrumenten gefĂŒhrt, was die Fragmentierung der LiquiditĂ€t verstĂ€rkt hat. Euronext muss daher kontinuierlich in Produktinnovation, Kundenservice und Technologie investieren, um wettbewerbsfĂ€hig zu bleiben.

Regulatorische VerĂ€nderungen bergen sowohl Chancen als auch Risiken. Neue Vorgaben können zusĂ€tzliche Kosten verursachen, etwa fĂŒr die Anpassung von Systemen, fĂŒr Reportingpflichten oder fĂŒr Eigenkapitalanforderungen im ClearinggeschĂ€ft. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass regulatorische Änderungen die AttraktivitĂ€t bestimmter Produkte oder Handelssegmente beeinflussen. FĂŒr Euronext ist daher die FĂ€higkeit, frĂŒhzeitig auf regulatorische Trends zu reagieren und flexibel zu bleiben, von hoher Bedeutung. Verzögerungen oder FehleinschĂ€tzungen in diesem Bereich könnten sich nachteilig auf Wachstum und ProfitabilitĂ€t auswirken.

Technologische Risiken stehen ebenfalls im Fokus. Störungen oder AusfĂ€lle der Handelssysteme könnten das Vertrauen der Marktteilnehmer beeintrĂ€chtigen und zu ReputationsschĂ€den fĂŒhren. Zudem sind Börsenbetreiber ein Ziel fĂŒr Cyberangriffe, weshalb hohe Investitionen in IT-Sicherheit erforderlich sind. Ein schwerer Sicherheitsvorfall könnte neben unmittelbaren Kosten auch regulatorische Konsequenzen nach sich ziehen. Denkbar sind auch Verzögerungen bei grĂ¶ĂŸeren IT-Migrationsprojekten, etwa bei der Integration von ĂŒbernommenen Plattformen, die Synergien verzögern oder Kosten erhöhen könnten.

Schließlich können WĂ€hrungsschwankungen, politische Ereignisse und makroökonomische Entwicklungen die GeschĂ€ftslage beeinflussen. Obwohl Euronext ĂŒberwiegend in Euro fakturiert, ist die Marktstimmung eng mit globalen Konjunkturerwartungen verknĂŒpft. Eine AbkĂŒhlung des Wirtschaftswachstums, unerwartete Zinsschocks oder politische Unsicherheiten könnten die Risikobereitschaft von Anlegern dĂ€mpfen und zu geringeren HandelsaktivitĂ€ten fĂŒhren. FĂŒr Investoren ist es daher wichtig, die Entwicklungen der globalen MĂ€rkte im Blick zu behalten, wenn sie die Perspektiven eines Börsenbetreibers einschĂ€tzen.

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Fazit

Euronext N.V. hat mit den jĂŒngsten Quartalszahlen zum ersten Quartal 2026 eine solide Entwicklung gezeigt, unter anderem mit einem Anstieg des Gewinns je Aktie von 1,62 auf 1,90 Euro gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum, wie die Veröffentlichung vom 15.05.2026 dokumentiert. Die positive Studie der UBS, die die Kaufempfehlung bestĂ€tigt und das Kursziel angehoben hat, unterstreicht, dass internationale Analysten dem paneuropĂ€ischen Börsenbetreiber aktuell ein attraktives Profil attestieren. Das GeschĂ€ftsmodell basiert auf einer breiten Diversifikation aus Handel, Listings, Daten- und Technologiediensten sowie Post-Trade-Services und ist eng mit der Entwicklung der europĂ€ischen KapitalmĂ€rkte verknĂŒpft. FĂŒr deutsche Anleger kann die Aktie interessant sein, weil sie Einblicke in strukturelle Trends wie Digitalisierung, Indexinvestments und Nachhaltigkeitsprodukte bietet und zugleich als ErgĂ€nzung zu heimischen Finanzinfrastrukturwerten fungiert. Gleichzeitig bleiben zyklische Schwankungen der HandelsaktivitĂ€t, regulatorische VerĂ€nderungen, technologischer Wettbewerb und operative Risiken wichtige Faktoren, die bei einer Einordnung der Perspektiven von Euronext berĂŒcksichtigt werden sollten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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