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Europa Schluss: EuroStoxx auf Rekordhoch - Zinssorgen gedÀmpft

Veröffentlicht: 02.07.2026 um 18:44 Uhr, dpa.de

Der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 EU0009658145 hat am Donnerstag ein Rekordhoch erklommen.

Auch allgemein ging es an Europas AktienmÀrkten krÀftig nach oben. So verzeichneten der schweizerische SMI CH0009980894 und der spanische Ibex 35 ES0SI0000005 ebenfalls Bestwerte. Der starke Schub kam am Nachmittag mit den US-Arbeitsmarktdaten. Ein deutlich schwÀcher als erwarteter BeschÀftigungsaufbau dÀmpfte Sorgen vor einer baldigen Zinsanhebung.

Der EuroStoxx 50 stieg erstmals in seiner Geschichte knapp unter 6.400 Punkte und beendete den Tag 1,24 Prozent höher auf 6.360,47 ZĂ€hlern. Der Ibex wurde minimal unter 19.800 Punkten ausgebremst und schloss letztlich 1,37 Prozent höher. Außerhalb des Euroraums sprang der SMI erstmals ĂŒber 14.400 Punkte, bevor er mit plus 1,69 Prozent auf 14.352,98 ZĂ€hler schloss. FĂŒr den britischen FTSE 100 GB0001383545 ging es um 1,67 Prozent auf 10.652,87 Punkte nach oben.

Die Erwartungen an eine Zinserhöhung in den USA hÀtten sich nach den Arbeitsmarktdaten etwas nach hinten verschoben, sagte ein Marktbeobachter. Das komme gut an den Börsen an. In der US-Wirtschaft wurden im Juni nur halb so viele neue Stellen geschaffen wie prognostiziert, was laut Analyst Tobias Basse von NordLB "eindeutig" den Handlungsdruck des neuen US-Notenbankchefs Kevin Warsh dÀmpft. "Er kann damit einfacher auf Zeit spielen und auf freundlichere Inflationsdaten warten."

Mit Ausnahme der Technologiebranche, die deutlich nachgab, legten alle anderen Sektoren in Europa zu. Erneut erwischte es vor allem Halbleiterwerte. JĂŒrgen Molnar von Robomarkets verwies auf einen Bloomberg-Bericht aus informierten Kreisen zu Meta US30303M1027 vom Mittwochabend. Der Konzern wolle wohl eine neue Sparte aufbauen und ungenutzte Rechenzentrums-KapazitĂ€ten an externe Kunden vermieten, schrieb der Kapitalmarktexperte. "Damit greift Meta das lukrative GeschĂ€ft rund um KI-Infrastruktur direkt an und erhöht den Wettbewerbsdruck im heiß gelaufenen KI-Sektor." Dies bekamen Profiteure des Booms wie etwa ASML NL0010273215, die um knapp 4 Prozent nachgaben, zu spĂŒren.

Gefragt waren dagegen vor allem defensive Branchen wie Nahrungsmittel, GetrÀnke oder auch Pharma. Carrefour FR0000120172 etwa gewannen in Paris 3,2 Prozent und profitierten von einer Kaufempfehlung der UBS.

Das Interesse galt auch wieder Luxuswerten. Die Analysten der UBS sehen Licht am Horizont. Der europĂ€ische LuxusgĂŒtersektor nĂ€here sich nach fast drei Jahren sinkender Gewinnerwartungen offenbar einem positiven Wendepunkt, schrieb Analystin Zuzanna Pusz in einem Branchenausblick. Die anstehenden Quartalszahlen sollten eine Wachstumsbeschleunigung zeigen, was zusammen mit den immer noch niedrigen Bewertungen das Anlegervertrauen wiederherstellen und die GewinnschĂ€tzungen stabilisieren könnte. Eine selektive Titelauswahl hĂ€lt sie jedoch weiterhin fĂŒr wichtig. LVMH FR0000121014, die um 3,5 Prozent stiegen, und EssilorLuxottica FR0000121667 mit plus 1,4 Prozent an diesem Tag gehören zu den Favoriten der Expertin.

Unter den kleineren Werten richteten sich die Blicke auf AMS Osram AT0000A3EPA4, die sich nach ihrem jĂŒngsten RĂŒcksetzer um 13,4 Prozent erholten. Allerdings betrĂ€gt ihr Plus im bisherigen Jahresverlauf 136 Prozent. Ein HĂ€ndler verwies angesichts der Gewinne an diesem Donnerstag auf Fantasie fĂŒr den Einsatz der MicroLED-Technologie des Sensoren- und Optohalbleiterherstellers im Rechenzentrumsbereich. Laut einem Artikel des Online-Magazins "Trendforce" könnte diese Technologie im trendigen Anwendungsgebiet eine vielversprechende Alternative werden und den Nachrichtenfluss bei AMS verbessern.

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