EuropÀischer Gaspreis steigt stark - Trump droht dem Iran
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 16:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNachdem die Notierung bereits zur Wochenmitte das höchste Niveau seit der Anfangsphase des Iran-Kriegs erreicht hatte, wurden die Gewinne im Tagesverlauf deutlich ausgebaut. Der richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat wurde an der Börse in Amsterdam zu 65,29 Euro je Megawattstunde (MWh) gehandelt und damit drei Prozent höher als am Vortag.
Zeitweise ging es mit dem Preis bis auf 65,66 Euro. Er bewegte sich damit weiter in Richtung des höchsten Standes seit Mitte MÀrz, als der Iran-Krieg die Notierung zeitweise bis auf etwa 70 Euro getrieben hatte. Vor dem Krieg hatte der Preis nur bei etwa 30 Euro gelegen.
An den MĂ€rkten fĂŒr Energierohstoffe bleibt die Entwicklung im Iran-Krieg das bestimmende Thema. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte vor dem Hintergrund fehlender Erfolge bei den Verhandlungen mit Teheran dem Iran mit einem "Wirtschaftskrieg" gedroht. Zudem machte Trump deutlich, dass LĂ€nder mit wirtschaftlichen Konsequenzen rechnen mĂŒssen, wenn sie den Iran unterstĂŒtzen. Daraufhin hat Peking die USA vor weiteren Sanktionen gewarnt. China zĂ€hlt zu den LĂ€ndern, die von Trumps Drohung besonders betroffen wĂ€ren.
Seit zwei Wochen geht es mit dem Gaspreis tendenziell nach oben. In dieser Zeit ist der Rohstoff um etwa 25 Prozent teurer geworden. Am Markt zeigt sich zunehmend die Sorge, dass eine Normalisierung der Lieferungen von Energierohstoffen aus den Fördergebieten am Persischen Golf vorerst nicht möglich ist.
Angesichts der geringen FĂŒllstĂ€nde der Gasspeicher hat die Verbraucherzentrale Bundesverbandes zuletzt vor steigenden Preisen fĂŒr Gaskunden gewarnt. Die deutschen ebenso wie die europĂ€ischen FĂŒllstĂ€nde liegen aktuell deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. FĂŒr HĂ€ndler, die normalerweise im Sommer Gas kaufen, um es in der Heizperiode im Winter zu verkaufen, ist der Einkauf zum AuffĂŒllen der Reserven wegen der hohen Preise derzeit wenig attraktiv.
