EuropÀischer, Gaspreis

EuropÀischer Gaspreis weiter im Höhenflug - Gasreserven vergleichsweise niedrig

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 14:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Preis fĂŒr europĂ€isches Erdgas ist am Freitag weiter gestiegen und hat damit die AufwĂ€rtsbewegung der vergangenen zwei Wochen fortgesetzt.

Kurz vor dem Wochenende hat der Gaspreis wieder das Niveau der Anfangsphase des Iran-Kriegs erreicht. Der richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat wurde an der Börse in Amsterdam zu 66,95 Euro je Megawattstunde (MWh) gehandelt. Das sind etwa zweieinhalb Prozent mehr als am Vortag und der höchste Stand seit MÀrz.

Seit zwei Wochen geht es mit dem Gaspreis tendenziell nach oben. In dieser Zeit ist der Rohstoff um etwa 30 Prozent teurer geworden. Am Markt zeigt sich zunehmend die Sorge, dass eine Normalisierung der Lieferungen von Energierohstoffen aus den Fördergebieten am Persischen Golf vorerst nicht möglich ist. Zudem wachsen am Markt die Sorgen hinsichtlich der Versorgungslage in den Industriestaaten.

Der Preis fĂŒr Erdgas bewegte sich damit weiter in Richtung des höchsten Standes seit Mitte MĂ€rz, als der Iran-Krieg die Notierung bis auf etwa 70 Euro getrieben hatte. Vor dem Krieg hatte der Preis nur bei etwa 30 Euro gelegen.

An den MĂ€rkten fĂŒr Energierohstoffe bleibt die Entwicklung im Iran-Krieg das bestimmende Thema, nachdem US-PrĂ€sident Donald Trump vor dem Hintergrund fehlender Erfolge bei den Verhandlungen dem Iran mit einem "Wirtschaftskrieg" gedroht hatte. Zudem mĂŒssen LĂ€nder mit wirtschaftlichen Konsequenzen rechnen, wenn sie den Iran unterstĂŒtzen.

Unterdessen geraten LĂ€nder in Europa unter Druck, ihre Gasspeicher vor dem Winter wieder aufzufĂŒllen. Die europĂ€ischen Gasspeicher sind nur zu etwa 62 Prozent. Vor einem Jahr betrug der FĂŒllstand noch fast 75 Prozent. Und die deutschen Gasreserven sind noch deutlich geringer: Hier meldete die GIE fĂŒr den 20. August einen FĂŒllstand der Speicher von 50,19 Prozent, nachdem sich die Reserven in den drei Tagen zuvor kaum erhöht hatten. Vor einem Jahr hatte der FĂŒllstand noch bei mehr als 67 Prozent gelegen.

Angesichts der geringen FĂŒllstĂ€nde der Gasspeicher versucht das Bundeswirtschaftsministerium, die Sorgen um etwaige EngpĂ€sse bei der Gasversorgung in der kalten Jahreszeit zu zerstreuen. "Nach aktuellem Erkenntnisstand ist eine Gasmangellage im kommenden Winter nicht zu erwarten", heißt es in einem Papier des Hauses. Einen staatlichen Eingriff schließt man aber fĂŒr die Zukunft nicht aus.

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