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Europa Schluss: EuroStoxx knapp im Plus - SMI mit erneutem Rekord

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 18:25 Uhr | dpa.de

Europas Aktienmärkte haben am Dienstag ein Stück weit vom weiteren Rückgang der Ölpreise profitiert.

Allerdings musste der EuroStoxx 50 EU0009658145 lange um ein positives Fazit kämpfen. Nach einem durchwachsenen Tagesverlauf, der am Nachmittag auch den Schwankungen an den US-Börsen folgte, konnte er sich erst spät ins Plus retten. Er schloss 0,12 Prozent höher bei 6.289,51 Punkten.

Kursverluste bei Werten mit Bezug zum Trendthema Künstliche Intelligenz (KI) prägten weiterhin das globale Bild an den Aktienmärkten - genauso wie fallende Kurse von Ölaktien, weil die Zuversicht blieb, dass die USA und der Iran erneut Verhandlungen über eine Lösung aufnehmen könnten. Insgesamt blieben die Anleger in Europa auch zurückhaltend vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed und den Zahlen großer US-Technologiekonzerne, die in den kommenden Tagen anstehen.

Außerhalb des Euroraums war die Entwicklung wichtiger Börsen etwas dynamischer. Der schweizerische SMI CH0009980894 setzte seinen am Vortag wieder begonnenen Rekordlauf mit dem erstmaligen Handel über 14.500 Punkten fort. Er gewann am Ende 1,04 Prozent auf 14.571,33 Zähler. Der Londoner FTSE 100 GB0001383545 legte um 0,83 Prozent auf 10.871,02 Punkte zu. Er nähert sich damit wieder seiner Bestmarke.

Im Technologiesektor ging wie zuletzt eine Schere auf, denn die lange Zeit gemiedenen Software-Aktien erholen sich neuerdings, während im Chipsektor und bei anderen KI-Profiteuren weiterhin eine Korrektur im Gange ist. Dies führte dazu, dass die Aktien von Siemens Energy DE000ENER6Y0, Infineon DE0006231004 und ASML NL0010273215 als größte EuroStoxx-Verlierer weiter sanken. Vor allem bei ASML machen sich Anleger neuerdings auch Sorgen um China-Konkurrenz.

Die Schlusslichter in der Branchentabelle waren aber die Indizes der Öl- und Gaswerte EU0009658780 mit 2,3 Prozent Minus und Energiewerte EU0009658962 mit einem Abschlag von 1,3 Prozent. In der Breite aber schlossen viele Sektorindizes in der Gewinnzone. Dabei setzten in vielen Fällen Quartalszahlen die Akzente.

So profitierten die Nahrungsmittelwerte unter anderem von den Kursgewinnen des Konsumgüterkonzerns Unilever GB00BVZK7T90. Dessen Kurs sprang dank einer überraschend starken Umsatzentwicklung im zweiten Quartal um acht Prozent nach oben. Dem Autosektor gaben außerdem die Zahlen von Mercedes-Benz DE0007100000 einen Schub.

Im Baustoffsektor halfen überraschend starke Zahlen des schweizerischen Bauzulieferers Sika CH0418792922, die an der Züricher Börse mit einem Plus von über neun Prozent belohnt wurden.

Unter den Industriewerten ragte Safran FR0000073272 mit fast drei Prozent Plus heraus. Der Triebwerksbauer und Luftfahrt-Zulieferer hatte nach guten Geschäften mit Turbinen und Ersatzteilen seine Prognosen für 2026 erhöht.

Andere französische Standardwerte präsentierten sich dagegen nicht ganz so stark. Aktien von Air Liquide FR0000120073 verloren trotz solider Zahlen zwei Prozent. Die Analysten von JPMorgan sprachen von Gewinnmitnahmen. Titel von LVMH FR0000121014 litten anfangs unter einem Erlös- und Gewinnrückgang des Luxusgüterkonzerns, konnten sich aber mit 0,8 Prozent ins Plus retten.

Einen Kursrutsch, der letztlich fast fünf Prozent groß war, erlitten Aktien von Philips NL0000009538. Analysten verwiesen auf den enttäuschenden Auftragseingang des Gesundheitstechnik-Herstellers. In der Spitze war der Kurs sogar um mehr als zehn Prozent abgesackt.

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