Aktien, Europa

Aktien Europa: Anleger halten sich zurĂŒck - Novo Nordisk brechen ein

04.02.2026 - 11:58:55 | dpa.de

Europas Börsen haben am Mittwoch auf der Stelle getreten.

Angesichts der laufenden Berichtssaison hielten sich Marktteilnehmer zurĂŒck. "Die Vorsicht bleibt derzeit ein stetiger Begleiter bei den Investoren", beschrieb Marktexperte Andreas Lipkow das Handelsgeschehen. "Zum einen bleibt die Situation im Nahen Osten angespannt und zum anderen kommen immer mehr durchwachsene Unternehmensnachrichten und Quartalsberichte in die FinanzmĂ€rkte."

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 notierte gegen Mittag mit 0,1 Prozent im Plus bei 6001,38 ZĂ€hlern. Außerhalb der Eurozone gewann der britische Leitindex FTSE 100 GB0001383545 dank zulegender Öl- und Rohstoffwerte 0,91 Prozent auf 10.408,06 Punkte. Der Schweizer SMI CH0009980894 zog um 0,17 Prozent auf 13.395,97 Punkte an.

Die am Donnerstag anstehenden geldpolitischen Signale der EuropĂ€ischen Notenbank verstĂ€rkten die ZurĂŒckhaltung. "Die Rufe nach einer EZB-Zinssenkung dĂŒrften lauter werden", merkte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank angesichts des jĂŒngsten RĂŒckgangs der Inflation im Euroraum an. "Nicht nur, dass die Teuerungsrate nun unter dem EZB-Zielniveau von zwei Prozent liegt, vielmehr kommt nun mit den höheren Euro-Notierungen ein weiterer Punkt hinzu, der zu einem Umdenken in der EZB fĂŒhren könnte."

StĂ€rkster Sektor waren die Chemiewerte. Ein Bericht im "Handelsblatt" ĂŒber die VerlĂ€ngerung kostenloser Emissionszertifikate durch die EuropĂ€ische Union stĂŒtzte den Sektor. Unter Berufung auf einen hochrangigen EU-Beamten hatte das Blatt geschrieben, die EU-Kommission wolle ihr wichtigstes Klimaschutzinstrument, den EuropĂ€ischen Emissionshandel, abschwĂ€chen. Geplant sei, ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum als bisher vorgesehen kostenlose Zertifikate auszugeben, um energieintensive Unternehmen wie etwa aus der Chemiebranche zu entlasten.

Am Ende des Feldes lagen dagegen die Pharmawerte. Großer Verlierer waren Novo Nordisk DK0062498333. Die Aussicht auf sinkende UmsĂ€tze ließ den Kurs um ĂŒber 16 Prozent einbrechen. Die DĂ€nen gehen fĂŒr 2026 von weniger Umsatz aus - es wĂ€re der erste RĂŒckgang seit fast einem Jahrzehnt. Zudem wird das US-GeschĂ€ft durch die Einigung des Konzerns mit der Trump-Administration getroffen, die Preise fĂŒr seine Medikamente zu senken.

Der Ausblick machte auch einem anderen Pharmawert zu schaffen. Novartis CH0012005267 gaben um ein Prozent nach. FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2026 hatte das Management einen durchwachsenen Ausblick abgegeben - im ersten Halbjahr dĂŒrfte die Konkurrenz durch Generika schwer belasten.

Im ebenfalls schwĂ€chelnden Bankensektor verloren Credit Agricole FR0000045072 drei Prozent. Hohe Kosten fĂŒr den Umbau des Italien-GeschĂ€fts hatten der französischen Großbank Ende 2025 einen Gewinneinbruch eingebrockt.

Auch Aktien von Santander ES0113900J37 gaben mit 3,4 Prozent merklich nach. Grund dafĂŒr waren aber nicht die Zahlen, sondern eine geplante Übernahme. Die Großbank will sich in den Vereinigten Staaten verstĂ€rken. Man habe sich mit Webster Financial US9478901096 auf eine Übernahme geeinigt, hatten die Spanier am Dienstagabend mitgeteilt. Die Bewertung von Webster erscheine zwar angemessen, aber die verstĂ€rkte Hinwendung zum US-Markt dĂŒrften an der Börse nicht ganz so gut ankommen, hieß es von den Analysten von Jefferies.

Unter den Finanzdienstleistern sanken UBS CH0244767585 um 4,7 Prozent. Die Bank hatte mit ihrem vorbörslich vorgelegten Quartalsergebnis die SchĂ€tzungen von Analysten zwar einmal mehr deutlich ĂŒbertroffen. Die Kapitaldiskussion belastete aber weiterhin die Kursentwicklung. Die Aktien der London Stock Exchange (LSE) setzten ihre Korrektur fort. Sorgen ĂŒber Druck auf das DatengeschĂ€ft durch die Möglichkeiten der KĂŒnstlichen Intelligenz belasten den Wert einmal mehr.

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