Europa Schluss: Gewinne zum Ende einer durchwachsenen Woche
26.09.2025 - 18:44:18 | dpa.deEine durchwachsene Woche endete damit freundlich. Schwache Daten zur US-Verbraucherstimmung drĂŒckten nach positiv aufgenommenen amerikanischen Inflationsdaten nur vorĂŒbergehend auf die Stimmung.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging 1,01 Prozent fester mit 5.499,70 Punkten aus dem Handel. Damit schaffte er es auf Wochensicht mit 0,8 Prozent ins Plus. Der britische FTSE 100 GB0001383545 gewann am Freitag 0,77 Prozent auf 9.284,83 Punkte. FĂŒr den Schweizer SMI CH0009980894 ging es um 0,45 Prozent auf 11.929,80 Punkte bergauf.
Trotz neuer ZollankĂŒndigungen aus den USA blieb es an den Börsen ruhig. Die Marktteilnehmer hĂ€tten diese zur Kenntnis genommen, aber besonnen reagiert, schrieb Marktexperte Andreas Lipkow.
Ganz ohne Folgen blieben diese aber nicht. So hinkten Medizinwerte EU0009658723 dem Gesamtmarkt hinterher. US-PrÀsident Donald Trump hatte auf eine Vielzahl von Importprodukten ab Oktober neue Zölle verhÀngt. Ob die neuen Regelungen auf bereits geltende Abgaben - etwa lÀnderspezifische SÀtze - aufgeschlagen werden, war zunÀchst unklar. Vor allem Pharmaprodukte gerieten ins Visier des PrÀsidenten. Sollten Pharmahersteller eine ProduktionsstÀtte in den USA bauen, könnten sie damit aber den Zoll umgehen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Im SMI lagen Roche CH0012032048 mit minus 0,6 Prozent recht weit hinten, wĂ€hrend Novartis CH0012005267 um 0,4 Prozent zulegten. Der zustĂ€ndige Pharma-Analyst von Vontobel verwies darauf, dass die beiden Pharmariesen bereits angekĂŒndigt hĂ€tten, ProduktionsstĂ€tten in den USA sowohl auszubauen als auch neu zu bauen. Diese PlĂ€ne seien Teil der milliardenschweren Investitionsprogramme der Konzerne.
Im insgesamt etwas zulegenden Autosektor EU0009658681 fielen die Aktien der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck DE000DTR0CK8 und Traton DE000TRAT0N7 mit Kursverlusten auf. Lastwagen gehören zu den Produkten, auf die Trump demnĂ€chst branchenspezifische Zölle erheben will. Anders als fĂŒr europĂ€ische Autos, deren Import-Abgaben rĂŒckwirkend zum 1. August auf 15 Prozent gesenkt wurden, sollen auf groĂe, schwere Lkw ab Oktober Zölle in Höhe von 25 Prozent verhĂ€ngt werden.
Dagegen verteuerten sich die Papiere des Lkw- und Busherstellers Volvo SE0000115446 um 3,4 Prozent. Laut dem US-Analysehaus Bernstein Research dĂŒrften die Schweden und deren US-Konkurrent Paccar US6937181088 US6937181088 von solchen zusĂ€tzlichen Zöllen profitieren, da sie fĂŒr den US-Markt fast ausschlieĂlich vor Ort produzierten.
Die Aktien von EssilorLuxottica FR0000121667 waren mit plus 2,1 Prozent ebenfalls gefragt. Nach eigener Aussage hat der Brillenkonzern die bislang einzige Zulassung der US-Gesundheitsbehörde FDA fĂŒr die sogenannten Stellest-BrillenglĂ€ser erhalten, die bei Kindern das Fortschreiten von Kurzsichtigkeit bremsen. Nach Ansicht von RBC-Analyst Piral Dadhania erfolgte die Zulassung etwas frĂŒher als erwartet. Mittelfristig könnte sich das Thema Kurzsichtigkeit als bedeutendes Wachstumssegment fĂŒr EssilorLuxottica erweisen, fĂŒgte Analystin Veronika Dubajova von der Citibank hinzu.
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