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Europa Schluss: Trumps Zolltheater sorgt fĂŒr ZurĂŒckhaltung

23.02.2026 - 18:29:25 | dpa.de

Europas wichtigste AktienmĂ€rkte haben am Montag verunsichert auf neue ZollankĂŒndigungen von US-PrĂ€sident Donald Trump reagiert und letztlich keine klare Richtung ausgebildet.

Der EuroStoxx 50 EU0009658145 schloss mit einem Minus von 0,28 Prozent bei 6.113,92 Punkten. Außerhalb der Eurozone stieg der schweizerische SMI CH0009980894 um 0,08 Prozent auf 13.871,06 ZĂ€hler. Der britische Leitindex FTSE 100 GB0001383545 sank um 0,02 Prozent auf 10.684,74 ZĂ€hler.

Die erste NervositĂ€t der Anleger legte sich zwar schnell, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA dem PrĂ€sidenten Donald Trump am Freitag die rechtliche Grundlage fĂŒr viele bisher verhĂ€ngte Zölle entzogen hatte. Trump reagiere prompt mit der AnkĂŒndigung neuer Zölle fĂŒr alle LĂ€nder.

Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets sprach nach Trumps erneutem Rundumschlag aber von einem perfekten Chaos: "Keiner weiß mehr wirklich, welche Zölle wie lange jetzt noch gelten oder ob man gar auf RĂŒckzahlungen hoffen kann - allein die jetzt wieder herrschende Unsicherheit sorgt zunĂ€chst einmal fĂŒr NervositĂ€t und VerkĂ€ufe am Aktienmarkt."

Aus Branchensicht waren Versorgerwerte europaweit am meisten gefragt, die zuletzt wegen Italiens InterventionsplĂ€nen unter fallenden Strompreisen gelitten hatten. Enel IT0003128367 konnte diese Sorgen nun mildern. Das operative Gewinnziel fĂŒr 2026 ĂŒbertraf die Erwartungen. Das Unternehmen will zudem mehr Dividende zahlen und Aktien zurĂŒckkaufen. Enel standen mit plus 6,8 Prozent an der EuroStoxx-Spitze.

Negative Schlagzeilen machte vor allem Novo Nordisk DK0062498333 mit einem Kurseinbruch von mehr als 16 Prozent. Der ehemals fĂŒr seine Abnehmmittel von Anlegern gefeierte Pharmakonzern muss bei der Entwicklung neuer Medikamente in diesem Bereich den nĂ€chsten RĂŒckschlag hinnehmen, da das PrĂ€parat Cagrisema in einer Studie die Erwartungen nicht erfĂŒllen konnte. Die Aktien erreichten den niedrigsten Stand seit 2021.

Die Titel des Autozulieferers Forvia FR0000121147 verloren 8,0 Prozent nachdem die die Lichttechnik-Tochter Hella DE000A13SX22 GeschÀftszahlen vorgelegt hatte. Diese enttÀuschte den Markt nach Angaben des JPMorgan-Fachmanns Jose Asumendi mit ihrem vorlÀufigen Margenziel. Der Scheinwerferhersteller geht 2026 von schwierigen Marktbedingungen aus.

In London sorgte Johnson Matthey GB00BZ4BQC70 fĂŒr EnttĂ€uschung. Der Kurs des britischen Mischkonzerns brach um gut 16 Prozent ein. Zuvor hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es sich beim Verkauf des GeschĂ€ftsbereichs Catalyst Technologies an den US-Konzern Honeywell US4385161066 nur auf einen Unternehmenswert von gut 1,3 Milliarden britische Pfund habe einigen können - deutlich weniger als die noch im Mai 2025 vereinbarten 1,8 Milliarden.

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