EverYield, Aktie

EverYield Aktie: 100 Millionen für Stuttgart

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 14:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

EverYield errichtet ein Forschungszentrum in Stuttgart zur Phosphor-Rückgewinnung und investiert bis 2035 über 100 Millionen Euro.

EverYield investiert 100 Mio. Euro in neues Forschungszentrum
Ein modernes Hochhaus in einer belebten, futuristischen Stadt, das urbanes Wachstum und finanzielle Investitionen symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

EverYield baut sein Standbein in der Kreislaufwirtschaft aus – und setzt dabei auf einen ungewöhnlichen Ort für ein Unternehmen, das sich um Klärschlamm und Phosphor kümmert: Stuttgart. Der Klärschlammverwerter hat ein neues Forschungs- und Innovationszentrum in der schwäbischen Landeshauptstadt angekündigt, das ab Oktober 2026 schrittweise aufgebaut werden soll.

Im Zentrum steht die Rückgewinnung von Phosphor aus kommunalen Abwässern – ein Rohstoff, von dem Europa laut Unternehmensangaben stark importabhängig ist. Hinzu kommen thermische Klärschlammverwertung, digitale Zwillinge und KI-gestützte Anlagensteuerung. Bis 2035 will EverYield mehr als 100 Millionen Euro in den Standort investieren.

Warum ausgerechnet Stuttgart

Die Wahl fiel nicht zufällig auf die Region. An der Universität Stuttgart wurde die FlashPhos-Technologie entwickelt, ein Verfahren zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammasche, das zu den bedeutendsten seiner Art in Europa zählt. Genau dieses Themenfeld bildet den Kern des EverYield-Geschäftsmodells.

Geplant sind Kooperationen mit der Universität Stuttgart, mehreren Fraunhofer-Instituten sowie Industrie- und Technologiepartnern. Pilotanlagen und Demonstrationsvorhaben sollen die Forschung direkt in marktfähige Verfahren überführen. CEO Mario Mildner begründet die Standortwahl mit der Kombination aus wissenschaftlicher Exzellenz und industrieller Umsetzungskompetenz vor Ort.

Deutschland zählt für EverYield zu den wichtigsten Wachstumsmärkten – strengere Vorgaben zur Phosphorrückgewinnung und der hohe Investitionsbedarf in nachhaltige Klärschlammverwertung schaffen laut Unternehmen einen günstigen Rahmen. Neben dem Forschungszentrum prüft EverYield weitere Standorte für eigene Energy-Campusse. Finanziert wird das Wachstum unter anderem über eine an der Börse Stuttgart gehandelte Unternehmensanleihe, deren Zeichnungsfrist derzeit bis Juni 2027 läuft.

Mit dem geplanten Forschungszentrum verlagert EverYield einen Teil seiner technologischen Entwicklung nach Deutschland – dorthin, wo die wissenschaftlichen Grundlagen für die eigene Kerntechnologie bereits liegen. Ob sich das langfristige Investitionsprogramm bis 2035 wie angekündigt umsetzen lässt, hängt maßgeblich von den ab Oktober startenden ersten Aufbauschritten ab.

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