EVN: Windpark Gnadendorf-Stronsdorf geht ans Netz
Veröffentlicht: 01.07.2026 um 18:38 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der niederösterreichische Energieversorger EVN setzt seinen Ausbaukurs trotz aktueller Kursverluste fort. Die Aktie gibt am Mittwoch um 1,04 Prozent auf 28,45 Euro nach – bleibt aber auf Jahressicht mit einem Plus von 3,64 Prozent im grünen Bereich.
Der jüngste Meilenstein: der Windpark Gnadendorf-Stronsdorf. Mit 28,8 Megawatt Leistung ging die Anlage dieser Tage ans Netz. Für EVN ist das ein kleiner, aber wichtiger Schritt in einer groß angelegten Strategie.
Milliarden für Netze, Wind und Speicher
Bis 2030 will EVN jährlich rund eine Milliarde Euro investieren. 80 Prozent davon fließen nach Niederösterreich. Die Ziele sind ambitioniert: Die Windkraft-Kapazität steigt von 561 auf 770 Megawatt. Die Photovoltaik-Leistung soll von 120 auf 300 Megawattpeak wachsen. Und das größte Plus plant EVN bei Batteriespeichern – von 12 auf 300 Megawatt.
Parallel treibt das Unternehmen die Ladeinfrastruktur voran. Eine Kooperation mit AVIA soll das E-Ladenetz verdichten.
Die Zahlen untermauern den Kurs
Die Finanzbasis für diesen Ausbau steht. Im ersten Halbjahr 2025/26 legte EVN den Umsatz um 3,5 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro zu. Das EBITDA wuchs um 7,9 Prozent auf 553,3 Millionen Euro. Überproportional stieg der Konzerngewinn: plus 24,7 Prozent auf 312,4 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr bleibt das Management bei seiner Prognose: 430 bis 480 Millionen Euro Gewinn. Gemessen am erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 für 2027 wirkt die Aktie moderat bewertet.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 30,40 Euro beträgt rund 6,4 Prozent. Das 52-Wochen-Tief lag bei 22,90 Euro – dazwischen liegt eine ordentliche Spanne. EVN hält strategische Beteiligungen an Verbund (12,6 Prozent), der Burgenland Holding (73,63 Prozent) und der RAG Austria (50,03 Prozent).
Der Fokus auf Netzausbau und Speicher kommt nicht zufällig. Studien wie die des Fraunhofer IEE betonen die wachsende Bedeutung von Batteriespeichern für die Stromnetzstabilität. EVN positioniert sich früh – das könnte sich auszahlen.
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