Evonik Aktie: 2,2 Milliarden EBITDA-Ziel neu
Veröffentlicht: 03.07.2026 um 12:38 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Evonik hebt die Messlatte fĂŒr das laufende Jahr deutlich an. Der Spezialchemie-Konzern profitiert aktuell von einer unerwartet starken Nachfrage und SchwĂ€chen der Konkurrenz. Höhere Verkaufsmengen und gestiegene Preise treiben die Bilanz nach oben.
Ăberraschend starke Quartalszahlen
Im zweiten Quartal 2026 rechnet das Management mit einem bereinigten EBITDA zwischen 600 und 650 Millionen Euro. Damit ĂŒbertrifft Evonik die eigene Prognose von mindestens 550 Millionen Euro deutlich.
Im Vergleich zum Vorjahr entspricht der Mittelwert einem Plus von rund 23 Prozent. FĂŒr das gesamte erste Halbjahr steuert der Konzern damit auf ein operatives Ergebnis von 1,1 Milliarden Euro zu.
Die gute Entwicklung fĂŒhrt zu einer neuen Jahresprognose. Evonik erwartet nun ein bereinigtes EBITDA von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro. Zuvor lag das Ziel bei maximal 2,0 Milliarden Euro. Trotz dieser positiven Nachrichten notiert die Aktie heute bei 15,95 Euro leicht im Minus. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus jedoch auf fast 20 Prozent.
Sondereffekte stĂŒtzen das GeschĂ€ft
Ein wichtiger Treiber war die Lage im Segment Advanced Technologies. Hier profitierte Evonik von LieferengpÀssen asiatischer Wettbewerber. Diese vorteilhafte Marktsituation entstand durch eine eingeschrÀnkte Rohstoffversorgung der Konkurrenz.
Dieser Effekt könnte sich allerdings bald abschwĂ€chen. Das Management blickt deshalb vorsichtig auf die zweite JahreshĂ€lfte. Mit der Wiedereröffnung der StraĂe von Hormus dĂŒrften sich die globalen Lieferketten normalisieren. Im Bereich Animal Nutrition hĂ€lt der positive Trend hingegen vermutlich bis in das dritte Quartal an.
Radikaler Sparkurs wird ausgeweitet
Parallel dazu treibt Evonik den Konzernumbau voran. Das Programm âEvonik Tailor Madeâ sieht massive Stellenstreichungen vor. Bis Ende 2026 sollen bereits 2.800 ArbeitsplĂ€tze wegfallen.
Das Vorhaben geht sogar in die VerlÀngerung. Zwischen 2027 und 2029 plant der Konzern den Abbau von weiteren 3.200 Stellen. Damit reagiert das Unternehmen auf den anhaltenden Strukturwandel in der deutschen Chemieindustrie. Ziel bleibt eine dauerhaft schlankere Kostenstruktur.
Die vollstĂ€ndigen GeschĂ€ftszahlen fĂŒr das zweite Quartal folgen planmĂ€Ăig im August 2026. Das Zahlenwerk wird detaillierten Aufschluss ĂŒber die ProfitabilitĂ€t der einzelnen Sparten geben.
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