EZB-Direktorin Schnabel sieht Inflationsrisiken und fordert höhere Zinsen
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 09:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBeim aktuellen Leitzins sei es unwahrscheinlich, dass die Inflation mittelfristig auf das anvisierte Ziel zurĂŒckkehre, sagte Schnabel in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Daher wird eine weitere Straffung erforderlich sein."
Nach Ansicht von Schnabel ist eine Zinserhöhung zudem notwendig, um "frĂŒhzeitig zu verhindern, dass Zweitrundeneffekte auftreten". Dabei können höhere Energiekosten die Produktion von Waren verteuern und damit die Inflation weiter anheizen. Eine verzögerte Zinserhöhung könnte dazu fĂŒhren, dass kĂŒnftig eine noch stĂ€rkere Straffung der Geldpolitik notwendig werden könnte, warnte die EZB-Direktorin.
Wegen erhöhter Energiekosten infolge des Iran-Kriegs ist die Inflation im Euroraum ĂŒber das von der EZB anvisierte Ziel von mittelfristig zwei Prozent gestiegen. Laut jĂŒngsten Daten lag die Teuerung im Juli bei 2,9 Prozent.
Die EZB-Direktorin sieht zudem bei den Kosten fĂŒr Erdgas "erhebliche AufwĂ€rtsrisiken fĂŒr die Inflation". Die Entwicklungen beim Erdgas seien angesichts der niedrigen SpeicherstĂ€nde in Europa "besonders besorgniserregend", sagte sie. Der Preis fĂŒr europĂ€isches Erdgas ist in den vergangenen Wochen wegen der zunehmenden Sorge, dass eine Normalisierung der Lieferungen von Energierohstoffen aus den Fördergebieten am Persischen Golf vorerst nicht möglich ist, stark gestiegen.
Die EZB hatte die Leitzinsen zuletzt im Juni angehoben um 0,25 Prozentpunkte. Der am Markt beachtete Einlagenzins liegt aktuell bei 2,25 Prozent. Die nÀchste Zinssitzung ist am 10. September.
