Facharzt sieht Helmpflicht fĂŒr E-Scooter kritisch
Veröffentlicht am: 09.06.2024 um 14:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Helm ist nicht gleich Helm. Eine Helmpflicht löst nur bedingt das Problem", sagte Christopher Spering, Leiter des Bereichs PrĂ€vention bei der Deutschen Gesellschaft fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Die Situation mit den elektrischen Tretrollern lĂ€sst sich seiner EinschĂ€tzung nach nicht mit der Gurtpflicht in anderen Fahrzeugen vergleichen. "Diese werden durch den TĂŒv geprĂŒft, Helme nicht", sagte Spering, der auch Oberarzt an der Klinik fĂŒr Unfallchirurgie und OrthopĂ€die der UniversitĂ€tsmedizin Göttingen ist. Der Helm habe eine Ablaufzeit und solle demnach alle fĂŒnf Jahre erneuert werden.
Auch der richtige Schutz fĂŒr den Kopf sei relevant. "So braucht ein E-Bike-Nutzer einen anderen Helm als jemand, der mit einem E-Scooter fĂ€hrt", erklĂ€rte Spering.
2019 wurden E-Scooter in Deutschland zugelassen. Anfangs habe es Spering zufolge viele VerrenkungsbrĂŒche gegeben, diese seien jetzt seltener. Bei Geschwindigkeiten bis zu 20 Stundenkilometern komme es immer wieder zu schwerwiegenderen UnfĂ€llen von E-Scooter-Fahrer. Beim Wegknicken auf dem elektrischen Tretroller werden hĂ€ufig nicht nur die BĂ€nder verletzt oder Verstauchung erlitten. "Das fĂŒhrende bleibt das SchĂ€delhirntrauma mit zum Teil schwerwiegenden Blutungen im Kopf", berichtet der Facharzt fĂŒr Chirurgie.
