Ferrexpo, Aktie

Ferrexpo Aktie: Harter Notbetrieb

Veröffentlicht am: 17.04.2026 um 16:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die massiven Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur haben die Produktion von Ferrexpo im ersten Quartal 2026 um 72 Prozent einbrechen lassen. Die LiquiditÀt ist angespannt.

Ferrexpo Aktie: Harter Notbetrieb Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de
Ferrexpo Aktie: Harter Notbetrieb Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die massiven Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur treffen Ferrexpo mit voller Wucht. Im ersten Quartal 2026 musste der Eisenerzproduzent seine Anlagen zeitweise komplett abschalten. Erst Ende Februar gelang ein eingeschrÀnkter Neustart, der nun tiefe Spuren in der Bilanz hinterlÀsst.

Einbruch auf ganzer Linie

Die Produktionszahlen fĂŒr die ersten drei Monate spiegeln die prekĂ€re Lage wider. Die gesamte kommerzielle Produktion stĂŒrzte im Jahresvergleich um 72 Prozent ab. Insgesamt förderte das Unternehmen lediglich rund 593.000 Tonnen. Im Vergleich zum Vorquartal entspricht dies einem RĂŒckgang von knapp der HĂ€lfte.

Besonders hart traf es das KerngeschĂ€ft. Der Ausstoß von Eisenerzpellets halbierte sich auf 525.000 Tonnen. Die Produktion von kommerziellem Konzentrat kollabierte im Quartalsvergleich sogar um 90 Prozent. Direktreduktionspellets (DR) stellte Ferrexpo in diesem Zeitraum ĂŒberhaupt nicht her.

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Nur eine Linie am Netz

Fehlende StromkapazitĂ€ten zwangen das Management im Januar zu harten Einschnitten. Eine verlĂ€ssliche Energieversorgung war schlicht nicht mehr gewĂ€hrleistet. Inzwischen hat sich die VerfĂŒgbarkeit leicht gebessert, sodass Ferrexpo den Betrieb teilweise wieder aufnehmen konnte. Aktuell lĂ€uft jedoch nur eine der vier Pelletieranlagen.

Der Konzern konzentriert sich in diesem Notbetrieb auf den Export. Über den Schienenweg bedient Ferrexpo weiterhin seinen etablierten Kundenstamm in Mittel- und Osteuropa. Parallel dazu greift ein striktes Sparprogramm. Das Unternehmen hat die Arbeitszeiten reduziert, Mitarbeiter in den Zwangsurlaub geschickt und alle nicht zwingend notwendigen Investitionen gestoppt.

Warten auf Millionen

Die angespannte operative Lage schlĂ€gt direkt auf die Finanzen durch. Erschwerend kommt hinzu, dass die ukrainischen Behörden bei der RĂŒckerstattung der Mehrwertsteuer massiv im RĂŒckstand sind. Ende MĂ€rz beliefen sich die ausstehenden Forderungen auf rund 80 Millionen US-Dollar.

Das drĂŒckt auf die LiquiditĂ€t. Die aktuellen Barreserven reichen nach Unternehmensangaben voraussichtlich nur noch bis zum Ende des zweiten Quartals. Das Management prĂŒft derzeit aktiv neue Finanzierungsoptionen, um das dringend benötigte Betriebskapital fĂŒr die zweite JahreshĂ€lfte zu sichern.

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