Feuerwehrverband fordert milliardenschwere Ehrenamts-Offensive
11.04.2026 - 21:00:47 | boerse-global.deDer Deutsche Feuerwehrverband (DFV) fordert massive Investitionen in die rund 1,4 Millionen Ehrenamtlichen. In einem aktuellen Positionspapier drĂ€ngt der Verband auf eine Modernisierung des Gesundheitsschutzes und mehr finanzielle UnterstĂŒtzung. Hintergrund sind neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Gesundheitsrisiken und eine schwierige Personalsituation.
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Krebsrisiko bei Feuerwehrleuten deutlich erhöht
Die gesundheitlichen Gefahren im Dienst sind konkret. Eine groĂe Langzeitstudie aus dem Sommer 2025 belegt alarmierende Zahlen: Das Sterberisiko durch Hautkrebs liegt bei FeuerwehrkrĂ€ften etwa 72 Prozent höher als in anderen Berufen. FĂŒr Nierentumore steigt das Risiko um 39 Prozent.
Die Schadstoffe dringen nicht nur ĂŒber die Atemwege, sondern auch ĂŒber die Haut ein. âDie sogenannte Einsatzstellenhygiene muss deshalb bereits am Brandort beginnenâ, fordern Experten. Dazu gehören die strikte Trennung von verschmutzter und sauberer Kleidung sowie eine sofortige Hautreinigung.
Ehrenamt studiert: Motivation hoch, Ausstattung mangelhaft
Wie steht es um die Stimmung in den Freiwilligen Wehren? Eine groĂe Studie aus Rheinland-Pfalz gibt Einblick. Ăber 12.500 EinsatzkrĂ€fte wurden befragt. Das Ergebnis: Die Identifikation mit dem Dienst ist mit 80 Prozent sehr hoch, doch die Kritik an den Rahmenbedingungen ebenso.
Die Ehrenamtlichen fordern vor allem bessere technische Ausstattung und eine stĂ€rkere gesellschaftliche WertschĂ€tzung. Immer wieder im GesprĂ€ch ist auch eine Feuerwehrrente oder höhere AufwandsentschĂ€digungen. Denn die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und zeitintensivem Ehrenamt wird fĂŒr viele zur ZerreiĂprobe.
Psychischer Druck wird zur neuen NormalitÀt
Neben körperlichen Gefahren wĂ€chst der psychische Druck. Extremwettereignisse, schwere VerkehrsunfĂ€lle oder GroĂbrĂ€nde fordern die EinsatzkrĂ€fte emotional stark heraus. Die Unfallkassen haben die psychische GefĂ€hrdung mittlerweile als verpflichtenden PrĂŒfpunkt eingefĂŒhrt.
Initiativen wie âDas ICH sind WIR â Feuerwehr!â sollen die Hemmschwelle senken, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV-E) ist heute fester Ausbildungsbestandteil. Ein kameradschaftliches Miteinander gilt als wichtigster Schutz vor Erkrankungen wie einer posttraumatischen Belastungsstörung.
Ob psychische Belastungen oder physische Gefahren â Arbeitgeber stehen in der Pflicht, alle potenziellen Risiken im Betrieb vorausschauend zu bewerten. Dieser kostenlose Ratgeber klĂ€rt ĂŒber die sieben hĂ€ufigsten IrrtĂŒmer bei der GefĂ€hrdungsbeurteilung auf und bietet direkt einsetzbare Checklisten fĂŒr die Praxis. Kostenlose GBU-Vorlagen und Checklisten hier herunterladen
INTERSCHUTZ 2026 soll neue Standards setzen
Auf der Weltleitmesse INTERSCHUTZ im Juni 2026 in Hannover will die Branche Antworten auf die neuen Herausforderungen prĂ€sentieren. Im Fokus stehen dann innovative Lösungen fĂŒr die Dekontamination von Schutzkleidung und eine ergonomischere AusrĂŒstung fĂŒr VegetationsbrĂ€nde.
Die Forschung konzentriert sich derzeit auf zwei groĂe Gefahrenquellen: die PFAS-Chemikalien in der Schutzbekleidung selbst und die giftigen Rauchgase brennender Lithium-Ionen-Batterien. Beide erfordern eine stĂ€ndige Anpassung von Taktik und AusrĂŒstung.
Die zentrale Forderung des Feuerwehrverbandes bleibt klar: Das Ehrenamt braucht eine langfristig gesicherte Finanzierung und muss als professioneller Teil der nationalen Sicherheitsarchitektur verstanden werden. Ob die Politik die Empfehlungen aus Wissenschaft und Praxis umsetzt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
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