First Interstate BancSystem Aktie: Rekordgewinn, kühle Reaktion
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 16:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Gewinn, der die Erwartungen um fast 28 Prozent übertrifft — und die Aktie reagiert trotzdem mit einem Rücksetzer. Bei First Interstate BancSystem klaffen Zahlen und Kursverlauf gerade auffällig auseinander. Der Grund liegt tiefer als in der reinen Ergebniszeile.
Starke Zahlen, verhaltene Kursreaktion
Die Regionalbank aus Billings, Montana, meldete für das zweite Quartal 2026 einen Gewinn je Aktie von 0,87 Dollar, deutlich über der Analystenschätzung von 0,68 Dollar. Der Umsatz kletterte auf 263,9 Millionen Dollar und lag damit ebenfalls über den prognostizierten 249,42 Millionen Dollar. Der Nettogewinn stieg gegenüber dem Vorquartal um mehr als 40 Prozent auf 83,9 Millionen Dollar.
Die Aktie honorierte das kaum. Nach dem Zahlenbericht fiel der Kurs auf 37,66 Dollar — rund sieben Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 40,60 Dollar. Anleger scheinen weniger auf die Gewinnzahl zu schauen als auf das, was dahintersteckt: eine schrumpfende Bilanz.
Schrumpfende Bilanz als Kehrseite
Das Zinsergebnis wuchs zwar neun Quartale in Folge — die Nettozinsmarge erreichte 3,48 Prozent, angetrieben von sinkenden Einlagenkosten und der Neubepreisung älterer Kredite zu höheren Zinsen. Parallel dazu schrumpfte aber das Kreditbuch um 447 Millionen Dollar, die Einlagen sanken um 441,7 Millionen Dollar auf 21,4 Milliarden Dollar.
Ein Teil des Rückgangs erklärt sich durch den Verkauf von elf Filialen in Nebraska im April, der einen Sondergewinn von 19,5 Millionen Dollar einbrachte. Management-Chef Jim Reuter betonte, das Unternehmen habe sich bewusst gegen kurzfristiges Bilanzwachstum entschieden, das nicht zum beziehungsorientierten Kreditgeschäft passe. Die Kreditqualität verbesserte sich derweil: Kritisierte Kredite fielen um 9,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Kapitalrückgabe bleibt zentrale Stellschraube
Während das Kreditwachstum stockt, hält First Interstate an der Ausschüttungspolitik fest. Der Vorstand erhöhte die Rückkaufermächtigung um 150 Millionen Dollar auf insgesamt 450 Millionen Dollar, nachdem im zweiten Quartal bereits rund 1,9 Millionen Aktien für 68,7 Millionen Dollar zurückgekauft wurden. Hinzu kommt eine Dividende von 0,47 Dollar je Aktie, die das Unternehmen nach eigenen Angaben im 17. Jahr in Folge zahlt.
Die harte Kernkapitalquote (CET1) stieg auf 14,54 Prozent — ein Plus von 24 Basispunkten gegenüber dem Vorquartal, begünstigt durch niedrigere risikogewichtete Aktiva infolge des kleineren Kreditbuchs.
Für das dritte Quartal 2026 erwartet das Management den Tiefpunkt bei den durchschnittlichen verzinslichen Aktiva, mit anschließender Stabilisierung bis zum Jahresende. Die Kreditbestände sollen bis Ende 2026 im Mittel um weitere 600 Millionen Dollar zurückgehen, bevor auslaufende und neu bepreiste Darlehen ab 2027 für zusätzlichen Rückenwind beim Zinsergebnis sorgen sollen. Konkrete Prognosen für 2027 wollte das Management noch nicht liefern.
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