APA Aktuelle Empfehlungen und Budgetprognose des Fiskalrates:
14.12.2023 - 10:05:32 | dpa.deFiskalrat fordert rasche RĂŒckkehr auf einen ambitionierten, nachhaltigen Budget- und Verschuldungspfad
Wien (APA-ots) - Rasche Verbesserung der Krisenresilienz und Wiederherstellung einer nachhaltigen Budgetsituation unerlĂ€sslich - Strukturreformen zum Aufbau budgetĂ€rer Puffer fĂŒr zukĂŒnftige Krisen und zur Finanzierung von Zukunftsinvestitionen dringend umsetzen
In Zeiten multipler Krisen und groĂer Unsicherheit, einer alternden Bevölkerung und drohender Kosten aufgrund der Verfehlung von Klimazielen bzw. der Folgen des Klimawandels "sind budgetĂ€re SpielrĂ€ume unerlĂ€sslich, um fĂŒr zukĂŒnftige Herausforderungen und Krisen gewappnet zu sein und nötige Zukunftsinvestitionen tĂ€tigen zu können", so Christoph Badelt, PrĂ€sident des Fiskalrates. Allerdings erwartet der Fiskalrat auf Basis seiner aktuellen Herbst-Fiskalprognose trotz auslaufender KrisenunterstĂŒtzungen weiterhin hohe Budgetdefizite. Ebenso geht die Staatsschuldenquote mittelfristig nur leicht zurĂŒck und bleibt deutlich ĂŒber dem Vorkrisenniveau von 2019. Die hohen Budgetdefizite sind aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht gerechtfertigt und enstehen vor allem aus einem weiteren deutlichen Anstieg der Staatsausgaben.
Fiskalrat rechnet fĂŒr den gesamten Prognosezeitraum bis 2027 mit hohen Budgetdefiziten
Die rĂŒcklĂ€ufige, aber weiterhin hohe budgetĂ€re Belastung durch krisenbedingte MaĂnahmen fĂŒhrt 2023 zu einem hohen Budgetdefizit von 2,5% des BIP, das bis 2027 nur langsam auf 1,9% des BIP sinkt. Eine stĂ€rkere Verbesserung des Budgetsaldos wird durch zusĂ€tzliche Ausgaben im Bereich Landesverteidigung, Klimaschutz, Pflege und Gesundheit verhindert. AuĂerdem geht die Einnahmendynamik durch die Abschaffung der kalten Progression und die ökosoziale Steuerreform - in Kombination mit einem verhaltenen realen BIP-Wachstum - zurĂŒck. Ausgehend von einer öffentlichen Verschuldung von 76,4% des BIP im Jahr 2023 geht die Schuldenquote bis zum Jahr 2027 trotz hohem nominellen BIP-Wachstum nur leicht auf 73,6% des BIP zurĂŒck.
Rasche Verbesserung der Krisenresilienz und Wiederherstellung der nachhaltigen Fiskalposition unerlÀsslich
Die budgetĂ€re Ausgangssituation bestimmt den Handlungsspielraum, um auf die gesellschafts-, wirtschafts- und klimapolitischen Herausforderungen der Zukunft reagieren zu können. So ist eine nachhaltige RĂŒckfĂŒhrung der hohen Budgetdefizite und gesamtstaatlichen Verschuldungsquote notwen-dig, um in zukĂŒnftigen Krisen handlungsfĂ€hig zu bleiben. Im Vorfeld der Nationalratswahl im Herbst 2024 ist darauf zu achten, dass zusĂ€tzliche Ausgabenpakete vermieden und allenfalls gegenfinanziert werden.
BudgetĂ€re SpielrĂ€ume fĂŒr nötige Zukunftsinvestitionen durch Strukturreformen schaffen
Der hohe zusĂ€tzliche Finanzierungsbedarf, der insbesondere durch die demografische Entwicklung sowie den notwendigen grĂŒnen und digitalen Wandel besteht, ist in den BudgetplĂ€nen der Bundesregierung trotz hoher geplanter Defizite noch nicht ausreichend adressiert. Es gilt die dafĂŒr notwendigen budgetĂ€ren SpielrĂ€ume im Rahmen eines Gesamtkonzepts - mit Strukturreformen, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Pensionen, Bildung und Arbeitsmarkt - und die damit verbundene Bremsung der Ausgabendynamik zu schaffen.
EU-weite Fiskalregeln werden in den nĂ€chsten Jahren nur zum Teil erfĂŒllt
Die österreichische Bundesregierung soll sich auf europĂ€ischer Ebene fĂŒr Fiskaldisziplin durch geeignete Fiskalregeln einsetzen, aber diese auch im Rahmen der heimischen Budgetplanung entsprechend vorleben. Allerdings bleibt das Maastricht-Defizit ĂŒber den gesamten Prognosezeitraum nur knapp unter der Obergrenze von 3% des BIP und die langsame RĂŒckfĂŒhrung der Schuldenquote entspricht ab 2026 nicht den aktuell gĂŒltigen Vorgaben des StabilitĂ€ts- und Wachstumspaktes. Zudem gelten ab 2024 wieder alle strukturellen Budgetvorgaben, die ebenfalls klar verfehlt werden.
Zielorientierung des neuen Finanzausgleichs durch Monitoring stÀrken
Der Fiskalrat kritisiert, dass die Zielvereinbarungen im Rahmen des Finanzausgleichs nicht bindend ausgestaltet wurden. Verfehlungen haben damit keine Konsequenzen. Eine StÀrkung der Zielorientierung im Finanzausgleich benötigt ein transparentes, öffentlich zugÀngliches Monitoring. Trotz zusÀtzlicher Bundesmittel im Rahmen des neuen Finanzausgleichs sollen Initiativen und wichtige Strukturreformen auf allen gebietskörperschaftlichen Ebenen forciert werden, um die Effizienz bei der Aufgabenwahrnehmung und -finanzierung durch Bund, LÀnder und Gemeinden zu erhöhen.
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RĂŒckfragehinweis: Mag. Bernhard Grossmann BĂŒro des Fiskalrates Tel.: +43-1-40420-7473 Email: office@fiskalrat.at www.fiskalrat.at
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