Prognose, FlĂŒssigerdgas-Transporte

Prognose: Immer mehr FlĂŒssigerdgas-Transporte nach Europa

04.06.2026 - 06:16:12 | dpa.de

FlĂŒssigerdgas wird nach EinschĂ€tzung von Energieexperten schon in wenigen Jahren mehr als die HĂ€lfte des Gasaufkommens in den großen GasmĂ€rkten Europas ausmachen.

"Der Anteil von FlĂŒssiggas im Gasmix von West- und Zentraleuropa steigt nach unseren Prognosen von 44 Prozent im vergangenen Jahr auf 47 Prozent im Jahr 2027", sagte Gasmarktexperte Andreas Schröder vom Analysehaus ICIS der Deutschen Presse-Agentur dpa. FĂŒr 2029 werde dann ein Anteil von 52 Prozent erwartet.

Als Hauptgrund fĂŒr die Entwicklung sieht Schröder eine weltweite Ausweitung des LNG-Angebots vor allem in Nordamerika. Die Ausweitung sei so stark, "dass sie die temporĂ€ren LieferausfĂ€lle Katars schnell wieder kompensiert und die Preise fĂŒr FlĂŒssiggas perspektivisch niedrig hĂ€lt."

FĂŒr seine Analyse hat ICIS die MĂ€rkte in zwölf LĂ€ndern betrachtet: Großbritannien sowie die EU-LĂ€nder Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Belgien, Polen, Österreich, Tschechien, Slowakei und Ungarn. LNG ist die AbkĂŒrzung fĂŒr das englische "Liquefied Natural Gas", also verflĂŒssigtes Erdgas.

Sefe und Uniper DE000UNSE026 haben mehrere LNG-Tanker gechartert

Am weltweiten Handel mit LNG sind auch mehrere deutsche Energiekonzerne beteiligt, vor allem Sefe, Uniper und RWE DE0007037129. So hat etwa Sefe (ehemals Gazprom US3682872078 Germania) nach eigenen Angaben sechs LNG-Gastanker gechartert. LNG-LiefervertrĂ€ge bestehen mit Produzenten den USA, Westafrika, SĂŒdamerika, dem Nahen Osten und Ostasien, wie das Unternehmen auf Anfrage berichtet. "DarĂŒber hinaus bezieht Sefe noch LNG aus einem Altvertrag mit dem russischen Produzenten Yamal, wobei russische LNG-Lieferungen ab 1. Januar 2027 EU-Sanktionen und einem Importverbot unterliegen", erklĂ€rt ein Sprecher. Das LNG werde weltweit geliefert, Europa und Indien seien die wichtigsten Sefe-MĂ€rkte. 2025 habe das Unternehmen rund 180 Schiffsladungen an Kunden geliefert.

In Ă€hnlicher GrĂ¶ĂŸenordnung war auch der Energiekonzern Uniper unterwegs, der aktuell vier Schiffe gechartert hat. 167 LNG-Schiffsladungen hat das Unternehmen 2025 nach eigenen Angaben gehandelt. "Vor der Krise 2022 waren wir bei 360 Ladungen pro Jahr", erklĂ€rt Uniper-Manager Niels Fenzl, bei Uniper zustĂ€ndig fĂŒr den LNG-Ein- und Verkauf sowie Infrastruktur. Uniper will sich an dem erwarteten starken Wachstum des LNG-Markts beteiligen. Derzeit sei man "sehr aktiv" dabei, das Portfolio wieder auf das alte Niveau hochzubringen oder auch "darĂŒber hinauszuentwickeln", sagt Fenzl. Langfristige AbnahmevertrĂ€ge gibt es nach seinen Angaben etwa fĂŒr Gas aus den USA oder dem australischen Raum.

RWE verschifft LNG aus den USA vor allem nach Europa

Auch RWE hat im vergangenen Jahr LNG geliefert und zwar rund neun Millionen Tonnen. Dies entspreche rein rechnerisch 144 Schiffsladungen, erklĂ€rt eine Sprecherin. "Langfristig beziehen wir LNG derzeit aus Australien (Woodside) und kĂŒnftig auch aus den USA." Perspektivisch wolle man auch LNG aus dem Nahen Osten beziehen. "Das LNG, das wir in den USA beschaffen, fließt derzeit hauptsĂ€chlich nach Europa. Das LNG, das wir beispielsweise in Australien kaufen, fließt hauptsĂ€chlich nach Asien." Eigene Schiffe hat auch RWE nicht. "Wir chartern bei Bedarf TransportkapazitĂ€ten, Art und Umfang variieren je nach GeschĂ€ft", so die Sprecherin.

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