AKTIEN IM FOKUS 2: Emissionsthema bremst Heidelberg Materials - Chemie beflĂŒgelt
04.02.2026 - 11:35:53 | dpa.de(Neu: Aktuelle Kurse, Autosektor, Analystenkommentare und Evonik-Chef)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein Bericht im "Handelsblatt" ĂŒber die VerlĂ€ngerung kostenloser Emissionszertifikate durch die EU hat am Mittwoch je nach Branche unterschiedliche Auswirkungen. Mit minus fĂŒnf Prozent davon belastet wurde die Aktie von Heidelberg Materials DE0006047004, wĂ€hrend viele Chemietitel profitierten.
BASF DE000BASF111 stiegen im Dax DE0008469008 mit plus 3,6 Prozent an die Spitze und im MDax DE0008467416 erreichten Lanxess DE0005470405, Wacker Chemie DE000WCH8881 und Evonik DE000EVNK013 Kursgewinne von bis zu 6,4 Prozent.
In dem "HB"-Bericht heiĂt es unter Berufung auf einen hochrangigen EU-Beamten, die EU-Kommission wolle ihr wichtigstes Klimaschutzinstrument, den EuropĂ€ischen Emissionshandel (ETS), abschwĂ€chen. Geplant sei, ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum als bisher vorgesehen kostenlose Zertifikate auszugeben, um energieintensive Unternehmen wie etwa aus der Chemiebranche zu entlasten. Auch im Autosektor reagierten Anleger am Mittwoch erleichtert.
Heidelberg Materials dagegen litt nach gutem Lauf unter der Nachricht, denn die Aktien hatten erst vor wenigen Tagen ein Rekordhoch ĂŒber der 240-Euro-Marke erreicht. Laut einem HĂ€ndler galt der Zementkonzern als Vorreiter dabei, die Produktion emissionsfrei zu machen. Dies wollten sich die Heidelberger eigentlich teuer bezahlen lassen, argumentierte der Börsianer. Analyst Ben Rada Martin von Goldman Sachs verwies denn auch auf die Zementpreise, die kurzfristig unter niedrigeren EmissionseinflĂŒssen leiden könnten.
Analystin Elodie Rall von JPMorgan schrieb indes, dass die aktuellen Meldungen wohl den lĂ€ngerfristigen Rechtsrahmen fĂŒr den Emissionshandel nach 2030 prĂ€gen werden. Sie geht daher davon aus, dass kurzfristig keine wesentlichen Auswirkungen zu erwarten sind - und sieht in der Story noch keinen Wendepunkt. In dem SektorrĂŒckschlag sieht sie daher eine gute Möglichkeit, um Aktien nachzukaufen.
Im Gegensatz zur Baustoffbranche steht die Chemiebranche an der Börse schon lange schlecht da. Erst im Dezember hatte der europÀische Branchenindex ein Tief seit 2022 erreicht. Der Chef des Chemiekonzerns Evonik DE000EVNK013, Christian Kullmann, fordert mit Blick auf den europÀischen Emissionshandel schon lÀnger eine Reform, um die WettbewerbsfÀhigkeit eines besonders wichtigen Wirtschaftszweigs in Europa zu sichern.
"Wir haben das weltweit schĂ€rfste CO2-GebĂŒhrenregime, aber das Klima kennt keine Grenzen", sagte Kullmann im Herbst der "SĂŒddeutschen Zeitung". Er halte es daher fĂŒr völlig falsch, eine Industrie, die weltweit in der Spitzenklasse spiele, scharf mit zusĂ€tzlichen GebĂŒhren zu benachteiligen.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
