Fraport, Aktie

Fraport Aktie: Analysten trotzen Prognose-Kappung

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 14:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Trotz reduzierter Passagiererwartungen für Frankfurt steigt die Fraport-Aktie dank optimistischer Analystenstimmen zur künftigen Cashflow-Entwicklung.

Fraport Aktie: Analysten sehen Potenzial trotz gesenkter Prognose
Abstrakte Darstellung des Luftfahrtsektors mit einem Gefühl von Widerstandsfähigkeit und Optimismus, mit weichen Lichtern und Schatten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eigentlich ein klassisches Rezept für rote Kurse: schwächere Passagierzahlen, Streiks, Ölpreis-Sorgen wegen des Iran-Konflikts. Bei Fraport lief es am Montag anders. Die Aktie legte trotz gesenkter Jahresprognose zu — und das hat einen Namen: Exane BNP Paribas.

Frankfurt bremst, der Konzern hält Kurs

Fraport kappt die Passagierprognose für den Frankfurter Flughafen. Statt der ursprünglich anvisierten 65 bis 66 Millionen Fluggäste für 2026 rechnet Vorstandschef Stefan Schulte nun nur noch mit dem Niveau des Vorjahres von 63,2 Millionen. Grund dafür sind laut Schulte die Streiks bei der Lufthansa sowie Befürchtungen um Kerosin-Engpässe und steigende Ölpreise infolge des Iran-Konflikts.

Im Juni sank das Passagieraufkommen in Frankfurt um 1,7 Prozent auf rund 5,7 Millionen, im ersten Halbjahr um 0,8 Prozent auf 28,9 Millionen. Anders sieht es im Konzern insgesamt aus: Die internationalen Standorte liefen überwiegend gut, Ljubljana etwa legte um 12,7 Prozent zu. Über alle Fraport-Flughäfen hinweg stieg das Passagieraufkommen im ersten Halbjahr um 1,0 Prozent auf 77,7 Millionen. Auch das Frachtgeschäft in Frankfurt wuchs, um 2,0 Prozent auf 177.676 Tonnen. Am Finanzausblick für das Gesamtjahr hält Fraport fest — nur die Ergebnisentwicklung dürfte durch den schwächeren Verkehr in Deutschland gedämpft werden.

Exane BNP Paribas sieht Cashflow-Story

Die Investmentbank Exane BNP Paribas bringt Optimismus ins Spiel. Analyst Dario Maglione erwartet, dass Fraport nach dem Ende seiner jahrelangen Investitionsphase eine kraftvolle Cashflow-Entwicklung liefern kann. Er kalkuliert die Rendite auf den erwarteten Barmittelzufluss 2028 auf 7 Prozent — deutlich über den 3 Prozent der Konkurrenz — und setzt ein Kursziel von 85 Euro. Schwache Zahlen im zweiten Quartal seien vom Markt bereits eingepreist. JPMorgan-Analystin Elodie Rall verweist derweil darauf, dass der Rückgang in Frankfurt vor allem eine Kapazitätsverlagerung der Lufthansa nach München widerspiegelt — der Finanzausblick bleibe intakt.

Die Fraport-Aktie notierte am Montag bei 69,90 Euro, ein Plus von 0,79 Prozent. Zeitweise erreichte sie im Handel bis zu 70,40 Euro, geriet dort aber im Bereich der 50-Tage-Linie ins Stocken — eine Marke, an der sich in den kommenden Handelstagen zeigen dürfte, ob die Cashflow-Fantasie der Analysten den Kurs über den nächsten Widerstand trägt.

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