ROUNDUP, Gezieltere

Gezieltere Arzttermin-Vergabe durch Anreize?

18.09.2025 - 13:14:52 | dpa.de

FĂŒr einen gezielteren Zugang zu Terminen bei FachĂ€rzten sind aus Sicht von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken auch finanzielle Impulse zu erwĂ€gen.

Es stelle sich sicherlich die Frage: "Wie ist es dann, wenn ich trotzdem direkt zum Facharzt möchte - muss ich das dann vielleicht mit einer GebĂŒhr bezahlen?", sagte die CDU-Politikerin im ZDF-"Morgenmagazin". "Oder wenn ich das wirklich mache, zuerst zum Hausarzt gehe und dann zum Facharzt, bekomme ich dann eine Art Bonus?" DarĂŒber werde man sprechen.

Union und SPD wollen laut Koalitionsvertrag ein verbindliches System einfĂŒhren, bei dem Patientinnen und Patienten primĂ€r in eine Hausarztpraxis gehen, die sie bei Bedarf - mit einem Termin in einem bestimmten Zeitraum - an FachĂ€rzte ĂŒberweist. Dies soll eine "Termingarantie" darstellen. Klappt es mit dem Termin in diesem Zeitkorridor nicht in einer Praxis, soll man sich daher auch von einem Facharzt oder einer FachĂ€rztin in einem Krankenhaus behandeln lassen können.

Neues Zugangssystem "nicht von heute auf morgen"

Warken sagte, ein solches System könne nicht von heute auf morgen eingefĂŒhrt werden. "Wir mĂŒssen erst schauen, dass die Strukturen da sind, weil der Hausarzt soll ja auch nicht zum Flaschenhals werden. Die Leute sollen nicht abgehalten werden, zum Arzt zu gehen." Im Blick stehe dabei auch eine weitere Digitalisierung, zudem sollten Apotheken eine grĂ¶ĂŸere Rolle spielen.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnte, noch fehlten flĂ€chendeckend HausĂ€rzte, Apotheken mit medizinischen Angeboten und eine funktionierende Digitalisierung. Es mĂŒssten zunĂ€chst MissstĂ€nde behoben werden, bevor eine Erst-Hausarzt-Pflicht eingefĂŒhrt werden könne, sagte Vorstand Eugen Brysch.

HausĂ€rzte fĂŒr Umstellung

Der HausĂ€rztinnen- und HausĂ€rzteverband unterstĂŒtzte die KoalitionsplĂ€ne. "Das Rad muss nicht neu erfunden werden", sagte die Co-Vorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth mit Blick auf bestehende Hausarztprogramme mit Krankenkassen. Gerade Ă€ltere, chronisch kranke Menschen könnten von diesem Modell profitieren. Folgen des demografischen Wandels seien in den Praxen schon spĂŒrbar, sagte der Co-Vorsitzende Markus Beier. "Je Ă€lter ein Mensch ist, desto mehr chronische Erkrankungen treten auf, desto mehr Medikamente mĂŒssen aufeinander abgestimmt werden, desto mehr Arzttermine fallen an."

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