Geekplus, Wayve

Geekplus, Wayve und ABB treiben physische KI voran

Veröffentlicht am: 14.03.2026 um 00:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehrere Unternehmen kĂŒndigen marktreife Systeme fĂŒr lernfĂ€hige Roboter und autonome Fahrzeuge an. Die Technologie fĂŒr physische KI-Anwendungen erreicht die kommerzielle Umsetzung.
Geekplus, Wayve und ABB treiben physische KI voran Illustration mit AI erstellt.

KĂŒnstliche Intelligenz verlĂ€sst den digitalen Raum und erobert Fabriken und Straßen. Diese Woche markiert mit einer Serie von ProduktankĂŒndigungen und Allianzen einen Wendepunkt fĂŒr die Kommerzialisierung sogenannter „embodied Intelligence“. Die Technologie ermöglicht Robotern und Fahrzeugen, eigenstĂ€ndig in komplexen, physischen Umgebungen zu lernen und zu handeln.

Logistik-Riese setzt auf menschenÀhnliche Roboter

Der Lagerautomatisierungsspezialist Geekplus stellte am 12. MĂ€rz sein neues Steuerungssystem „Geekplus Brain“ vor. Es dient als zentrale Intelligenz fĂŒr eine neue Generation von Robotern. Das HerzstĂŒck der AnkĂŒndigung ist jedoch „Gino 1“, der erste humanoide Roboter des Unternehmens fĂŒr Lageraufgaben. Zusammen mit einer neuen Roboterarm-Station zielen die Systeme auf vollstĂ€ndig automatisierte Kommissionierprozesse ab. Vom 24. bis 26. MĂ€rz werden die Neuheiten auf der LogiMAT in Stuttgart live demonstriert.

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Robotaxis rollen bald in Tokio

Ebenfalls am 12. MĂ€rz besiegelten das KI-Start-up Wayve, der Fahrdienst Uber und der Autohersteller Nissan eine Partnerschaft fĂŒr Robotaxis in Japan. Sie nutzen Wayves „embodied AI“-Fahrsystem, das Verkehrssituationen dynamisch interpretiert. Noch 2026 startet ein Pilot in Tokio: Nissan-Leaf-Fahrzeuge mit der Wayve-KI sollen ĂŒber die Uber-App buchbar sein. Ein Sicherheitsfahrer bleibt zunĂ€chst an Bord, bevor der Betrieb vollstĂ€ndig fahrerlos wird. FĂŒr Uber ist es das erste autonome Fahrzeug-Projekt in Japan.

Rechenpower wird zum SchlĂŒsselfaktor

Die komplexen KI-Systeme benötigen enorme Simulations- und RechenkapazitĂ€ten. Daher schlossen am 13. MĂ€rz AMC Robotics und HIVE Digital Technologies einen Deal. HIVEs GPU-Infrastruktur soll die Entwicklung von AMCs Robotern, wie dem vierbeinigen „Kyro“, beschleunigen.

Bereits am 9. MĂ€rz gaben ABB Robotics und NVIDIA eine Kooperation bekannt. Sie integrieren NVIDIA Omniverse in ABBs Programmier-Suite RobotStudio. Die daraus entstehende Plattform „RobotStudio HyperReality“ soll noch 2026 verfĂŒgbar sein. Sie ermöglicht extrem genaue Simulationen, die laut Unternehmen die Implementierungskosten um bis zu 40 Prozent senken könnten. Erste Tests laufen bereits bei Elektronikriesen wie Foxconn.

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Industrie steht vor fundamentalem Wandel

Die parallelen AnkĂŒndigungen zeigen: Die Technologie ist reif fĂŒr den Markt. Der Fokus verschiebt sich von starren, programmierten AblĂ€ufen hin zu lernfĂ€higen Systemen, die ihre Umgebung in Echtzeit verstehen. Der Engpass liegt heute weniger in der Software, sondern in der Hardware-Integration und der nötigen Rechenleistung. Erfolgreich werden jene Unternehmen sein, die Hochleistungs-Computing mit robuster Mechanik verbinden können – eine Nische, in der deutsche Ingenieurskunst punkten könnte.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Die LogiMAT gibt einen Praxis-Einblick, wĂ€hrend fortgeschrittene Simulationstools die EinstiegshĂŒrde fĂŒr kleinere Hersteller senken sollen. Gleichzeitig liefern Pilotprojekte wie die Robotaxis in Tokio wertvolle Daten fĂŒr die Weiterentwicklung. Gelingen diese kontrollierten Tests, dĂŒrften regulatorische HĂŒrden fallen und die Serienproduktion Fahrt aufnehmen – mit disruptiven Folgen fĂŒr Logistik, Produktion und urbane MobilitĂ€t.

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