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General Mills Aktie: Ärger um Werksschließung

09.04.2026 - 07:24:35 | boerse-global.de

Der Lebensmittelkonzern schließt ein Werk in Missouri, was zu einer Sammelklage wegen möglicher Verstöße gegen Arbeitsgesetze führt. Trotz schwacher Umsätze hält das Management an seiner Jahresprognose fest.

General Mills Aktie: Ärger um Werksschließung - Foto: über boerse-global.de

Der Lebensmittelkonzern General Mills treibt seinen Sparkurs voran, stößt dabei aber auf juristischen Widerstand. Während das Management unrentable Werke schließt, um die schwächelnden Umsätze auszugleichen, rückt nun eine Kündigungswelle in Missouri in den Fokus von Anwälten. Eine mögliche Verletzung von US-Arbeitsgesetzen droht die ohnehin angespannte Bilanz des laufenden Geschäftsjahres mit unerwarteten Kosten zu belasten.

Ermittlungen nach Massenentlassungen

Am 6. April informierte das Unternehmen die Behörden in Missouri über die Schließung einer Produktionsstätte für Pizzateige in Saint Charles. Bis Juni sollen dort 163 Arbeitsplätze dauerhaft wegfallen. Die betroffenen Mitarbeiter haben laut den eingereichten Dokumenten keine Möglichkeit, in andere Werke des Konzerns zu wechseln.

Dieser Schritt rief umgehend die Sammelklagen-Kanzlei Strauss Borrelli auf den Plan. Die Juristen prüfen, ob General Mills gegen den sogenannten WARN Act verstoßen hat. Dieses Bundesgesetz schreibt vor, dass Angestellte mindestens 60 Tage vor einer Werksschließung schriftlich informiert werden müssen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass diese Frist nicht eingehalten wurde, könnten den Entlassenen Abfindungen und Zusatzleistungen für diesen Zeitraum zustehen.

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Schwache Zahlen erzwingen Sparkurs

Die Maßnahme in Saint Charles ist kein Einzelfall. Sie reiht sich in ein größeres Konsolidierungsprogramm ein, das bereits im Herbst 2025 angekündigt wurde und unter anderem auch zwei Tiernahrungswerke in Joplin betrifft. General Mills reagiert mit der Verschlankung der Lieferkette auf ein schwieriges Marktumfeld.

Im Ende Februar abgeschlossenen dritten Quartal sank der Nettoumsatz um acht Prozent auf 4,4 Milliarden US-Dollar. Besonders das nordamerikanische Einzelhandelsgeschäft schwächelte mit einem Minus von 14 Prozent. Dieser Rückgang ist allerdings teilweise auf Unternehmensverkäufe im Joghurt-Segment zurückzuführen. Gleichzeitig drücken anhaltende Inflation und hohe Investitionskosten auf die Margen des Unternehmens.

Management bleibt beim Ausblick

Trotz des operativen Gegenwinds und der neuen juristischen Risiken hält Vorstandschef Jeff Harmening an der Jahresprognose fest. Für das anlaufende vierte Quartal rechnet das Management mit einer Erholung der organischen Umsätze und einer Rückkehr zum Gewinnwachstum. Auch mögliche neue Zölle sieht die Führungsetage gelassen, da General Mills 95 Prozent seiner Produkte direkt in den USA bezieht. Lediglich bei kanadischen Importen wie Hafer könnten die Kosten steigen. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Konzern weiterhin einen bereinigten Gewinnrückgang von 10 bis 15 Prozent bei konstanten Wechselkursen.

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